Markus Lüpertz’ Abschied mit Totenköpfen Seit 1986 lehrt Markus Lüpertz als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, der er seit 1988 als Rektor vorsteht. Aus beiden Positionen scheidet er Ende Juni aus. Ein neues Atelier hat er bereits in Berlin bezogen, wo er auch eine neue private Kunstschule etabliert. Damit endet eine einprägsame Ära der Düsseldorfer Institution, deren Reputation sich durch das Wirken der Malerpersönlichkeit erweitert hat. Seit Beginn der 1960er Jahre zählt Markus Lüpertz zur Gruppe der führenden deutschen Künstler, hat eine neue Gegenständlichkeit in die Malerei eingeführt und die Maler-Skulptur zu großen Werken mit Denkmalcharakter ausgestaltet. Als Person eine Attraktion, trat er nicht nur als Dichter hervor, sondern genoss sichtlich auch seine Auftritte als flammender Redner.
Lüpertz’ künstlerisches Schaffen hat unter den Akademieaufgaben nie gelitten. Im Gegenteil: Reibung und Austausch bewirkten ein noch größeres Potential an kreativer Energie. Ihm zu Ehren widmet die Akademie-Galerie der Düsseldorfer Kunstakademie nun eine rund einhundert Gemälde, Papierarbeiten und eine Plastik umfassende Ausstellung, die den Totenkopf als thematischen Schwerpunkt beinhaltet. Dieses Thema hat den Maler obsessiv immer wieder beschäftigt, was ihn mit Andy Warhol eint. Seit den frühen 1980er Jahren taucht bei Markus Lüpertz das Motiv in immer anderen Varianten auf; er spielt mit diesen existentiell aufzufassenden Skulls.
Implantiert in alle möglichen Sujets, begegnet dem Besucher der Tod als ständiger Begleiter keineswegs nur in dunklen Gemälden, sondern erscheint auch in Verbindung mit hellen Farbgebungen sowie entfernten Inhalten, was als Aufforderung zu einem intensiven Leben zu verstehen ist. Musikinstrumente, wie ein Flügel, schlagen Brücken zur Musik, wodurch die Beschwörung des Todes zur Erlangung neuer Lebenskraft ausdrücklich akzentuiert wird. In der schlüssigen Auswahl an Bildern unterstreichen die Papierarbeiten die Meisterschaft Lüpertz’ als Zeichner. Die chronologisch angeordnete Schau versteht sich nicht als umfassende Retrospektive. Diese wird dem „Deutschen Malerfürsten“ ab dem 8. Oktober in der Bonner Bundeskunsthalle ausgerichtet.
Die Ausstellung „Markus Lüpertz – Skulls“ ist noch bis zum 21. Juni zu Besichtigen. Die Akademie-Galerie hat mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der an der Museumskasse 15 Euro kostet.
Akademie-Galerie
Burgplatz 1
D-40213 Düsseldorf
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