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Marktberichte |
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Glaskunst bei Fischer in Heilbronn  Kostbares Rot

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 |  | Deckeldose, Deutschland, um 1700 | |
In der kommenden Glasauktion Jürgen Fischers in Heilbronn sind alle Abteilungen gut aufgestellt. Das alte Kunsthandwerk repräsentiert am 17. Oktober am eindrucksvollsten eine große Deckeldose der Zeit um 1700, deren Korpus in prächtigem Goldrubin erglänzt – eine Herstellungstechnik, mit der sich damals so vielseitige Geister wie der brandenburgische Alchemist Johann Kunckel oder der berühmte Dresdner Johann Friedrich Böttger beschäftigten. Überdies besitzt das Gefäß eine von Johannes Braumann II in Düsseldorf gefertigte Vermeilmontierung, an deren Spitze ein harlekinartiges Figürchen steht. 11.000 Euro sind für die Kostbarkeit veranschlagt. Eine reiche Auswahl an Schnittgläsern stellt unter anderem einen Georg Friedrich Killinger zugeschriebenen Pokal mit einer Ansicht Nürnbergs um 1710 (Taxe 1.400 EUR), einen Potsdamer Deckelpokal um 1720/25 mit dem Bildnis König Friedrich Wilhelms I. von Preußen (Taxe 2.900 EUR) und einen wohl von Elias Rosbach mit der Bombardierung Dresdens während des Siebenjährigen Krieges „verzierten“ Deckelpokal um 1760 zur Verfügung (Taxe 800 EUR). Herausragend ist ein englischer Pokal mit niederländischem Schnitt: Das Wappen Wilhelms V. von Oranien-Nassau prangt auf der trichterförmigen Kuppa (Taxe 7.500 EUR).
Höhepunkt der emaillierten Gläser ist ein fränkischer oder thüringischer Humpen mit der Jahreszahl 1678, der in derb-naiver Malerei den Sündenfall durch Adam und Eva zeigt (Taxe 7.500 EUR). Günstige Preise tragen die österreichischen Zwischengold- und Transparentgläser des ausgehenden Klassizismus und Biedermeier. Eine Johann Joseph Mildner zugeschriebene Flasche mit dem Medaillon der „Berggruben“ von 1799 steht lediglich bei 400 Euro, ein mit der Muse der Musik bemalter Zylinderbecher von Johann Georg Bühler um 1815 kostet 1.200 Euro, und selbst Gottlob Samuel Mohns Wildenstein-Pokal mit einer Ansicht der Festung Pitten um 1815 und Anton Kothgassers Ranftbecher mit einer Prager Ansicht aus den frühen 1830er Jahren rangieren bei günstigen 2.500 Euro und 1.200 Euro. Teuerstes Produkt des schon ausgehenden Historismus ist eine von Josef Riedel signierte Milchglasvase mit einer naturalistischen, von Schwalben dominierten Landschaftsimpression. Die vergoldete Messingmontierung ruht auf vier japanisierenden Astfüßchen (Taxe 3.600 EUR).
Reiche Auswahl herrscht wieder im französischen und deutschen Jugendstil und Art Déco. Gabriel Argy-Rousseau schickt eine Pâte de verre-Vase vorwiegend in Gelb- und Brauntönen mit stilisierten Palmwedeln aus den späten 1920er Jahren (Taxe 5.500 EUR), Daum Frères unter anderem eine kelchartige Fußvase namens „Pavots jaunes“ von 1912 nach Entwurf Henri Bergés (Taxe 4.800 EUR) sowie eine um 1898 entstandene Langhalsvase mit kugeligem Bauch, auf dem Schmetterlingsblütler ranken (Taxe 5.500 EUR). Emile Gallé verziert rund fünf Jahre später die gleiche Form mit einem Glyzinienzweig (Taxe 4.500 EUR). Eine von René Laliques Art Déco-Kugelvasen „Poissons“ von 1921 gibt es diesmal in einer zartblauen Fassung für 2.300 Euro, außerdem die konisch verlaufende Vase „Silènes“ aus dem Jahr 1938 mit Faunsköpfen in dichtem Gebüsch (Taxe 3.900 EUR). Auch Muller Frères stilisierte in den 1920er Jahren den Dekor, auf einer grünen Vase sind es drei kantige Vögel vereinfachtem Buschwerk (Taxe 2.200 EUR).
Die umfangreichste Offerte fährt allerdings die österreichische Firma Lötz Witwe auf. Hervorhebung verdient ein mehr als dreißig Zentimeter hoher Vasenpokal, der 1900 unter der Vertriebsbezeichnung „dunkelblau verl. Phänomen Gre 6893“ für die Weltausstellung in Paris auf den Markt kam und heute ob seiner Seltenheit 8.800 Euro wert sein soll. Wie diese befand sich auch die hellblau und silbergelb schillernde „Phänomen“-Kugelvase wohl nach Entwurf Koloman Mosers ebenfalls um 1900 bis vor kurzem als Leihgabe der Sammlung Barlach Heuer im Kunstmuseum Düsseldorf (Taxe 7.800 EUR). Selten vertreten ist die schwedische Glaskunst. Das Team Alf Wallander als Entwerfer und Axel Enoch Boman als Graveur in der Firma Reijmyre Glasbruk zeichnet für eine opulente, rosarot und grün überfangene Vase mit Libellendekor aus dem Jahr 1908 verantwortlich, die den österreichischen oder französischen Werken der Zeit kaum nachsteht (Taxe 2.800 EUR). Einer der wichtigsten Glasdesigner des Jugendstil und Art Déco war Otto Prutscher, von dem es einen durch Carl Schappel in Haida 1915 ausgeführten, farblosen Deckelpokal im kräftigem Schliff für 4.800 Euro gibt.
Die Moderne hält endgültig unter dem Titel Murano-Glas Einzug bei Fischer. Ercole Baroviers schwarzviolette Vase „A spirale“ von 1940 mit orangefarbenem Spiralfaden (Taxe 8.000 EUR) oder seine „Saturneo“ von 1951 (Taxe 9.800 EUR), Carlo Scarpas Schale „Murrina del serpente“ nach einem Entwurf um 1940 in einer Neuausführung von Venini 1988 (Taxe 6.500 EUR), Riccardo Licatas zylindrisch strenge Vase „Murrine fascia“ um 1956 (Taxe 4.800 EUR), Willy Georges Vuilleumiers zartrosa „Oca sensuale“ von 1954 (Taxe 4.500 EUR) und die blumensternengeschmückten Vasen mit Namen wie „Kiku“ oder „Redentore“ Ermanno Tosos für bis zu 4.400 Euro stehen hier ganz oben. Manchmal handelt es sich auch um reine Dekorationsobjekte, wie Aldo Bergaminis Entwurf eines von reichem Haarschopf bekränzten Gesichts „Luce“ für die Firma Fucina degli Angeli um 1955 (Taxe 7.500 EUR) oder Remo Bianco aus zwölf aquamarinfarbenen Glaskacheln mit Goldfolienaufschmelzung bestehende Mattonelle für dasselbe Unternehmen (Taxe 3.500 EUR).
Am teuersten wird es traditionell bei den tschechischen Glaskunstwerken. Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtovás vierteilige, 1998 wohl einem zeitgenössischen Wolkenkratzer abgeguckte Stele war allerdings schon häufiger da und soll nun nur noch 29.000 Euro einspielen. Von dem Duo, das sowohl künstlerisch als auch privat ein Paar war, stammt auch die rote Plastik „Cross Head“ nach einem Entwurf 1988 (Taxe 32.000 EUR). Frantisek Vízner ist wohl ihr bekanntester Landsmann im gleichen Gewerbe. Auch er zeigt sich in seinem kobaltblauen, ovaloiden Schalenobjekt 1971 als ein Anhänger klarer, körperlicher Formen (Taxe 9.800 EUR). Zu den Vasen kehrte Lubomír Blecha 1962 in einem zitronengelben und rostbraun verzierten Objekt zurück (Taxe 5.000 EUR). Unter den jüngeren Produkten anderer Länder sind schließlich noch Tom Pattis schichtartiges Vasenobjekt in Hellgrün und Rauchgrau von 1979 (Taxe 15.000 EUR), Joel Philip Myers’ innen rosaviolett unterfangene Vase von 1992 mit blauen Schlangenlinien (Taxe 3.300 EUR) und eine abstrakte, an die Umrisse eines Mädchens mit Kleid erinnernde Plastik von Yan Zoritchak von 1995 (Taxe 3.800 EUR) zu nennen.
Die Auktion beginnt am 17. Oktober um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 15. Oktober täglich von 11 bis 17 Uhr, am 16. Oktober von 11 bis 16 Ur möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.auctions-fischer.de einsehbar. |  | Kontakt: Dr. Jürgen Fischer Heilbronner Auktionshaus Elbinger Straße 11 DE-74078 Heilbronn |
 | Telefax:+49 (07131) 15 55 720 | Telefon:+49 (07131) 15 55 70 |  |  | E-Mail: info@auctions-fischer.de |  | Startseite: www.auctions-fischer.de |
13.10.2009 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 22 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Adressen (1) • Kunstwerke (20) • Im Verkauf - Events (1) |  | •  | Bei: Dr. Jürgen Fischer Heilbronner
Auktionshaus |  | •  | Kunstwerk: 
Anton Kothgasser, Ranftbecher mit Ansicht von Prager, Wien um 1830/35 |  | •  | Kunstwerk:  Gabriel Argy-Rousseau, Vase, Paris um 1925/30 |  |  | •  | Kunstwerk:  Georg
Friedrich Killinger zugeschrieben, Pokal mit Ansicht von Nürnberg, Nürnberg um 1710 |  | •  | Kunstwerk:  René Lalique, Vase „Silènes“, Wingen-sur-Moder 1938 |  | •  | Kunstwerk:  Elias Rosbach
zugeschrieben, Deckelpokal mit Darstellung der Bombardierung Dresdens, Brandenburg/Zechlin um 1760 |  |  | •  | Kunstwerk:  Kolomann Moser zugeschrieben, Kugelvase, um 1900 |  | •  | Kunstwerk:  Otto Prutscher, Deckelpokal, 1915 |  | •  | Kunstwerk:  Alf Wallander (Entwurf) und Axel Enoch Boman (Gravur), Vase mit Libellen, 1908 |  |  |
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 Ercole Barovier,
Vase „a spirale“,
1940 |  | Taxe: 8.000,- EURO Losnummer: 989 |  |  |  |  |  | 
 Elias Rosbach
zugeschrieben,
Deckelpokal mit
Darstellung der
Bombardierung
Dresdens,
Brandenburg/Zechlin
um 1760 |  | Taxe: 800,- EURO Losnummer: 78 |  |  |  |  |  | 
 Frantisek Vízner,
Schalenobjekt, 1971 |  | Taxe: 9.800,- EURO Losnummer: 1085 |  |  |  |  |  | 
 Gabriel
Argy-Rousseau,
Vase, Paris um
1925/30 |  | Taxe: 5.500,- EURO Losnummer: 705 |  |  |  |  |  | 
 Koloman Moser,
Kolomann Moser
zugeschrieben,
Kugelvase, um 1900 |  | Taxe: 7.800,- EURO Losnummer: 793 |  |  |  |  |  | 
 Anton Kothgasser,
Ranftbecher mit
Ansicht von Prager,
Wien um 1830/35 |  | Taxe: 1.200,- EURO Losnummer: 156 |  |  |  |  |  | 
 René Lalique, Vase
„Silènes“,
Wingen-sur-Moder
1938 |  | Taxe: 3.900,- EURO Losnummer: 778 |  |  |  |  |  | 
 Otto Prutscher,
Deckelpokal, 1915 |  | Taxe: 4.800,- EURO Losnummer: 824 |  |  |  |  |  | 
 Johann Georg Bühler,
Zylinderbecher mit
Darstellung der
Musica, Urach um 1815 |  | Taxe: 1.200,- EURO Losnummer: 153 |  |  |  |  |  | 
 Johann Joseph
Mildner, Johann
Joseph Mildner
zugeschrieben,
Flasche mit
Medaillon
„Berggruben“,
Österreich 1799 |  | Taxe: 400,- EURO Losnummer: 146 |  |  |  |  |  | 
 Riccardo Licata,
Vase „Murrine
fascia“, um 1956 |  | Taxe: 4.800,- EURO Losnummer: 1019 |  |  |  |  |  | 
 Lubomír Blecha,
Vase, 1962 |  | Taxe: 5.000,- EURO Losnummer: 1089 |  |  |  |  |  | 
 Gottlob Samuel Mohn,
Wildensteinpokal
mit Ansicht der
Festung Pitten, Wien
um 1815 |  | Taxe: 2.500,- EURO Losnummer: 155 |  |  |
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