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Marktberichte |
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Jugendstil und Art Déco bei Zezschwitz  Entschlackte Formen

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 |  | Patriz Huber, Armlehnstuhl, um 1901 | |
Nicht nur die Kataloge, sondern auch die Versteigerungen sind beim Auktionshaus von Zezschwitz etwas handlicher geworden. Die ganz dicken Fische gingen dem Münchner Experten für Kunsthandwerk aus Jugendstil und Art Déco diesmal nicht ins Netz. Durchschnittlich etwas höher liegen die Schätzpreise am 22. Oktober bei den Möbeln. Patriz Huber, der erst im vergangenen April mit einem Zuschlag von 53.000 Euro für einen Vitrinenschrank zum Star bei Zezschwitz avancierte, beliefert die Herbstsaison noch einmal mit einem seiner Armlehnstühle, die als Teil der von der Hofmöbelfabrik Julius Glückert gefertigten Innenausstattung 1901 auf der Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie gezeigt wurde. Der Prototyp gehörte zur Ausstattung des Speisezimmers im Kleinen Haus Glückert. Patriz Huber verwendete den Stuhl, der sich durch schlichte Formen und edle Verarbeitung des Nussholzes auszeichnet, dann auch im seinem Atelier und seiner Wohnung im Ernst Ludwig-Haus (Taxe 8.000 EUR). Dem Art Déco gehören ein kantiger, in den Umrissen würfelförmiger Tisch vermutlich von Erich Mendelsohn um 1925 (Taxe 4.800 EUR) und ein aus Aufsatzbüffet und Sideboard bestehendes Ensemble des Innenarchitekten Curt Wasse um 1930 an (Taxe 3.800 EUR).
Auch aus dem frühen 19ten Jahrhundert hat das Auktionshaus einige Preziosen zu bieten, darunter ein Sofa, das zwischen den schlichten Formen des Biedermeier und dem prächtiger ausgestatteten Empire steht. Als Schauseiten der rollkissenförmigen Armlehnen prangen mächtige, eingeringelte Delphine, während die bronzefarben gefassten Füße als Löwentatzen gebildet sind. Das in Berlin entstandene Stück liegt bei recht günstigen 1.400 Euro. Einen von Carlo Bugattis fantasievollen, aber etwas ramponierten Maurenstühlen der Wende vom 19ten zum 20sten Jahrhundert kann man vielleicht für 2.600 Euro erwerben. Erwähnung verdienen auch Adelbert Niemeyers Bodenstanduhr mit Porzellanzifferblatt aus dem Jahr 1906 (Taxe 2.500 EUR) und ein Arbeitszimmer Karl Bertschs aus den Jahren 1909/10, bestehend aus Bücherschrank, Schreibtisch und Stuhl und in zwei Abteilungen für insgesamt 3.000 Euro angeboten. Für die passende Beleuchtung könnten zwei um 1928 in Amerika entstandene Standkandelaber sorgen, deren jeweils zwanzig Flammen auf einem baumartigen Kupferblechgeflecht ruhen (Taxe 9.000 EUR).
Den zahlenmäßig größten Anteil an Möbeln stellt Richard Riemerschmid. Auf der Münchner Jahres-Ausstellung 1898 im Glaspalast und in der Internationalen Kunst-Ausstellung der Sezession im Kunstausstellungsgebäude Münchner 1899 sorgte seine Vitrine, die in ihrer Schlichtheit und Ornamentlosigkeit ganz im Gegensatz zum gängigen Historismus stand, schon für leichtes Aufsehen (Taxe 7.500 EUR). Die kommenden Jahre sehen ihn seine Tendenzen stilistisch-dekorativer Entschlackung noch weiter fortsetzen, so an einer statischen Pfeilerkommode um 1903 (Taxe 4.000 EUR), einem Pfeilerschrank des Jahres 1905 aus dunkelbraun gebeizter Eiche (Taxe 2.000 EUR) oder einem ebensolchen Ausziehtisch (Taxe 5.500 EUR). Diese drei Stücke entstanden, zum Teil in leicht späteren Ausführungen um 1908, in den Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau. Außerdem erleben wir Riemerschmid wieder als Designer von Porzellan. Sein großes Meißner Kaffee- und Speiseservice von 1904 wird in Einzelstücken oder kleineren Gruppen versteigert, der Gesamtwert liegt bei circa 19.000 Euro.
Herausragendes Stück der Silberabteilung ist eine große Jardiniere des Stuttgarter Kunstgewerblers Friedrich Felger, die um 1905 noch ganz die Beeinflussung durch die fließenden, zwischen floralen und abstrakt-geometrischen Mustern vagierenden Formen des Jugendstils offenbart (Taxe 3.000 EUR). Entworfen bereits um 1935, liegt ein Paar Kerzenleuchter von Gustav Pedersen erst in einer Ausführung Georg Jensen in Kopenhagen um 1950 vor (Taxe 5.500 EUR). Aus Übersee kommt Tiffanys vierteiliges Kaffee- und Teeservice um 1930 im kantig-strengen Habitus des Art Déco (Taxe 4.500 EUR). Josef Hoffmann ist unter anderem bei den unedlen Metallen zugegen: 1.200 Euro soll eine von ihm entworfene kleine Messingfußschale aus den frühen 1920er Jahren kosten, die den Stempel der Wiener Werkstätte trägt. Das Angebot an französischen Glasvasen ist erstaunlich gering, listet aber immerhin Emile Gallés fast einen halben Meter hohe Bodenvase um 1900 mit violettem Blütendekor (Taxe 3.600 EUR).
Unter den dekorativen Figuren sind Theodor Eichlers bewegte Porzellantänzerin aus Meißen um 1911 (Taxe 3.200 EUR), Carl Reschkes sitzende Dame mit ausladendem Reifrock, die 1909 bei KPM in Berlin modelliert wurde (Taxe 2.500 EUR), und Victor Heinrich Seiferts Bronze einer nackten Kugeltänzerin sowie seins tatischer Krieger zu Pferd um 1910 zu nennen (Taxen 3.000 und 3.200 EUR). Porzellan gibt es weiterhin aus der schwedischen Rörstrands Porslinsfabriker. Hier wurde um 1900 eine Vase, die wohl Alf Wallander gestaltet hat, mit plastisch aufgelegten Flusskrebsen verziert (Taxe 2.000 EUR). Auch eine kleine Kunstabteilung hat sich zusammengefunden. So liegen von Ludwig Hohlwein 35 Tuschfederzeichnungen vor, die als Illustrationen zu seinem im Münchner F. C. Mayer Verlag erschienenen Jagdbuch dienten (Taxe 2.000 EUR), und von Max Laeuger gibt es eine Sammlung Zeichnungen in Gouache, Aquarell, Bleistift oder Tusche in expressionistischem Stil. Die Schätzungen liegen nicht höher als bei 500 Euro.
Die Auktion beginnt am 22. Oktober um 14 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum 20. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr, am 21. Oktober von 11 bis 15 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.von-zezschwitz.de einsehbar. |  | Kontakt: Von Zezschwitz - Kunst und Design Friedrichstraße 1a DE-80801 München |
 | Telefon:+49 (089) 330 366 46 | Telefax:+49 (089) 330 366 47 |  |  | E-Mail: info@von-zezschwitz.de |  | Startseite: www.von-zezschwitz.de |
20.10.2009 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 31 | Seiten: 1 • 2 • 3 • 4
 Events (1) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (28) |  | •  | Veranstaltung vom: 22.10.2009, Jugendstil - Art Déco
|  | •  | Bei: von
Zezschwitz Kunst und Design |  | •  | Bericht: Mädchen mit Fabeltier
|  |  | •  | Kunstwerk:  wohl Alf Wallander, Vase, um 1900 |  | •  | Kunstwerk:  Richard Riemerschmid, Vitrine, um 1897 |  | •  | Kunstwerk:  Richard Riemerschmid, Pfeilerkommode, um 1903 |  |  | •  | Kunstwerk:  Richard Riemerschmid, Pfeilerschrank, 1905 |  | •  | Kunstwerk:  Richard Riemerschmid, Ausziehtisch, um 1904/05 |  | •  | Kunstwerk:  Adelbert Niemeyer, Standuhr, 1906 |  |  |
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 Richard
Riemerschmid,
Pfeilerschrank,
1905 |  | Taxe: 2.000,- EURO Losnummer: 559 |  |  |  |  |  | 
 Erich Mendelsohn,
Erich Mendelsohn
zugeschrieben,
Tisch, um 1925 |  | Taxe: 4.800,- EURO Zuschlag: 2.500,- EURO Losnummer: 571 |  |  |  |  |  | 
 Friedrich Felger,
Jardinière, um 1905 |  | Taxe: 3.000,- EURO Losnummer: 182 |  |  |  |  |  | 
 Theodor Eichler,
Tänzerin, um 1911 |  | Taxe: 3.200,- EURO Zuschlag: 3.000,- EURO Losnummer: 46 |  |  |  |  |  | 
 Karl Bertsch,
Bücherschrank,
1909/10 |  | Taxe: 1.200,- EURO Zuschlag: 1.100,- EURO Losnummer: 564 |  |  |  |  |  | 
 Louis Comfort
Tiffany, Kaffee- und
Teeservice, Tiffany
& Co, New York um 1930 |  | Taxe: 4.500,- EURO Losnummer: 193 |  |  |  |  |  | 
 Berlin, Sofa, um 1820 |  | Taxe: 1.400,- EURO Zuschlag: 2.600,- EURO Losnummer: 19 |  |  |  |  |  | 
 Ludwig Hohlwein,
Illustrationszeichnungen
zum „Jagdbuch“, um
1924 |  | Taxe: 2.000,- EURO Losnummer: 429 |  |  |  |  |  | 
 Richard
Riemerschmid,
Pfeilerkommode, um
1903 |  | Taxe: 4.000,- EURO Losnummer: 558 |  |  |  |  |  | 
 Max Laeuger,
Stehende vor
Waldlandschaft,
1943 |  | Taxe: 250,- EURO Losnummer: 434 |  |  |  |  |  | 
 Victor Heinrich
Seifert,
Kugeltänzerin, um
1910 |  | Taxe: 3.000,- EURO Losnummer: 513 |  |  |  |  |  | 
 Carl Reschke,
Sitzende Dame im
Reifrock, 1909 |  | Taxe: 2.500,- EURO Losnummer: 45 |  |  |  |  |  | 
 Josef Hoffmann,
Fußschale, um
1920/22 |  | Taxe: 1.200,- EURO Losnummer: 342 |  |  |
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