Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 14.10.2026 Konstruktion & Farbe, Werke aus einer Privatsammlung & Privatbesitz

© Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

Anzeige

Les baigneurs, 1980/81 / Niki de Saint Phalle

Les baigneurs, 1980/81 / Niki de Saint Phalle
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Das flanierende Paar / Max Stern

Das flanierende Paar / Max Stern
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer
© Döbele Kunst Mannheim


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Antiquitäten im Wiener Dorotheum

Möbel schwimmen oben



Josef Ulrich Danhauser,  Paar Kandelaber, Wien um 1805/15

Josef Ulrich Danhauser, Paar Kandelaber, Wien um 1805/15

Ausgerechnet die sonst so schwergängige Möbelbranche erwies sich in Dorotheums Antiquitätenauktion am 7. und 8. Oktober in Wien als eine der erfolgreichsten Sparten. Die Zuschlagsquote lag hier rund 10 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt von 54,7 Prozent. Allerdings wurden auch viele Möbel unterhalt der Schätzungen abgegeben. Nicht dazu gehörte ein kleiner Kabinettschrank des 17ten Jahrhunderts mit feinen Elfenbeineinlagen in Form von Jagdszenen. Der Preis für das Spätrenaissancemöbelchen verdoppelte sich auf 16.000 Euro. Zwei barocke Kommoden, eine aus Bayreuth um 1750/60 und eine aus Italien Anfang des 18ten Jahrhunderts mit dichter Marketerie, brachten es auf jeweils 17.000 Euro (Taxen zwischen 12.000 und 16.000 EUR). Mit 30.000 Euro etwas unterhalb der Taxe lag dagegen ein barocker Hallenschrank aus Österreich um 1720 mit Zinneinlagen (Taxe 36.000 bis 50.000 EUR), ebenso wie ein weiteres Exemplar ähnlicher Herkunft mit reichen Holzintarsien im Stil des frühen Rokoko für 26.000 Euro (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR).


Möbel

Höhepunkt wurde ein prächtiges Paar Kandelaber des Empire, Anfang des 19ten Jahrhunderts von Josef Danhauser entworfen und von seiner großen Wiener Werkstatt hergestellt. Mit 95.000 Euro lag der Zuschlag für die aus Holz geschnitzten, zum Teil vergoldeten und durch Metallaufsätze bekrönten Ständer rund dreimal so hoch wie die Schätzung. Prozentual höher lag die Steigerung nur noch beim sogennanten „Bopparder Stuhl Modell II“ von Michael Thonet um 1840/42. Die Firma, die später auch in Wien zu den ersten Adressen der Möbelkunst avancieren sollte, zeigt sich schon in diesem mittelrheinischen Produkt als außerordentlich fortschrittlich, nicht zuletzt durch die von jeder historistischen Attitüde freien Stil. Auf 1.000 bis 1.500 Euro angesetzt, schlug der Hammer schließlich erst bei 24.000 Euro aufs Pult. Die Historismus-Möbel vor allem aus Frankreich hatten allerdings auch Erfolg, wie 18.000 Euro für zwei französische Eckkästchen um 1860/70 im Boulle-Stil (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR), 32.000 Euro für die handwerklich perfekte Kopie einer Kommode Guillaume Benemans (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR) und 24.000 Euro für einen eleganten, aber auch überladenen Damenschreibtisch in sogenannter Nierenform bewiesen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Silber

Mit einem traurigen Schicksal begann die Silber-Offerte. Am 5. Januar 1656 sank die Galeone „Nuestra Señora de las Maravillas“ vor den Bahamas mitsamt zahlreichen Schätzen aus Kolumbien. Freuen durften sich in den 1980er Jahren die Taucher, die die Kostbarkeiten vom Meeresboden auflasen und 1991 bei Christie’s versteigerten. Eine um 1650 entstandene Goldtabakdose mit dem Relief einer allegorischen Frauengestalt auf einem Triumphwagen vervierfachte ihren veranschlagten Wert jetzt auf 45.000 Euro. Unveräußert blieb dagegen zum wiederholten Mal ein prächtiges barockes Osterziborium mit emaillierten Darstellungen der Passion und Auferstehung Christi. Auch die Provenienz des Hauses Habsburg half nichts (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Aus der Pariser Werkstatt Frédéric-Jules Rudolphis stammt ein großer Deckelhumpen mit der Elfenbeinschnitzerei eines antiken musikalischen Festzugs. Das nach 1838 zu datierende Stück in Renaissancestil kostete 20.000 Euro (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Weitere Arbeiten des Historismus sind Tafelaufsätze in Form von Segelschiffen, etwa ein deutsches Fabrikat für 7.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) oder das Wiener Exemplar Hermann Böhms für angemessene 14.000 Euro, und eine kleine Geschenkuhr, die wohl hauptsächlich wegen der Portraitdarstellung Sultans Mehmed V. Reshad auf 17.000 Euro sprang (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR).

Skulpturen

Bei den Skulpturen zeigten sich die Bieter am 8. Oktober deutlich zurückhaltender. Eine gotische Madonna aus Thüringen um 1420/30 schaffte nur 36.000 Euro (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Unveräußert blieben dagegen eine thronende Madonna Salzburger Herkunft um 1400 (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR), eine süddeutsche Anna Selbdritt des späten 15ten Jahrhunderts (Taxe 38.000 bis 50.000 EUR) sowie die barocken Produkte aus dem Umkreis Johann Paul Czechpauers, Martin Zürns und an erster Stelle Giovanni Giulianis kostbares Barometer, geschnitzt im besten Spätbarockstil für das reiche Zisterzienserkloster Heiligenkreuz (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Ein schöner, wohl aus Nürnberg um 1650 stammender Nautiluspokal mit figürlichen Gravuren auf der Muschel landete dagegen bei guten 16.000 Euro (Taxe 3.000 bis 6.000 EUR). Auf 13.000 Euro kam eine beinerne norditalienische Hochzeitskassette der Embriachi Werkstatt aus der ersten Hälfte des 15ten Jahrhunderts (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR). Die teuerste Bronze der jüngeren Zeit wurde erwartungsgemäß Jewgenij Alexandrowitch Lancerays Gruppe „Troika“ von 1881 für 26.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), gefolgt von Paolo Troubetzkoys vornehmer Dame zu Pferd für taxgerechte 7.000 Euro. Und auch der Historismus drang wieder weit vor: 22.000 Euro lauteten das Ergebnis für eine große, mit buntfarbigen Watteau-Szenen geschmückte französische Kamingarnitur mit zentraler Uhr (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Glas und Porzellan

Die Glasprodukte kürten einen Biedermeier-Becher Johann Joseph Mildners bei 20.000 Euro zum Sieger. Die zwei Liebessprüche, die der in Scherenschnittsilhouette auf der Wandung abgebildete Herr vermutlich seiner Liebsten setzen ließ, sind auch gar zu goldig und verdienten mehr als die anvisierten 8.000 bis 15.000 Euro. Unveräußert blieb dagegen ein großes französisches Glasfenster von J.P. Imberton aus dem Jahr 1882 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch beim Porzellan mussten manche Rückgänge hingenommen werden, etwa bei einem Paar Dreifingervasen des Wiener Unternehmens Claudius Innocentius du Paquier um 1730 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder ein Harlekin mit Flakon aus Johann Joachim Kändlers reicher Entwurfstätigkeit für Meißen um 1738/40 (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Ein feiner Doppelhenkelbecher mit Trembleuse-Untertasse du Paquiers belegte dann mit 10.000 Euro den ersten Platz seiner Produkte (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR).

Pulcinella und Scaramouche, zwei commedia dell’arte-Figuren der Kaiserlichen Manufaktur in Wien um 1755, erklommen jeweils die untere Schätzung von 12.000 Euro. Ein russischer Bauer als Schnapsverkäufer wohl aus der Meißner Serie „Cris de Moskau“ um 1750 machte sich erst bei 11.000 Euro davon (Taxe 3.800 bis 6.000 EUR). Auch eine kleine Meißner Dose mit grotesken Figuren nach Stichen des Franzosen Jacques Callot um 1750/65 steigerte ihren Wert auf 14.000 Euro (Taxe 5.000 bis 9.000 EUR). Für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin erhaschte eine stattliche Vedutenvase mit Ansichten der Straße Unter den Linden um 1825/30, immerhin von Karl Friedrich Schinkel entworfen, erfreuliche 23.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Eine um 1865 mit dem Konterfei Kronprinz Friedrichs sowie seinem Palais in derselben Prachtmeile geschmückte Vase fand dagegen keinen Abnehmer (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). 11.000 Euro spielte ein um 1800 in Berlin entstandener Vedutenteller mit der Ansicht der Porta Nigra in Trier ein (Taxe 1.300 bis 2.000 EUR). Frankreich war um diese Zeit im Ägypten-Fieber, was zwei Ansichtenteller mit Tempelanlage, Sphinx und Hieroglyphenzeichen aus der Pariser Manufaktur Pierre-Louis Dagotys für erwartete 8.000 Euro zeigten.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



21.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

◄ zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (1)•Adressen (1)•Berichte (1)•Kunstwerke (13)

•

Veranstaltung vom:


07.10.2009, Antiquitäten und Möbel

•

Bei:


Dorotheum

•

Bericht:


Das Barometer des Giovanni Giuliani

•

Kunstwerk:

Michael Thonet, Bopparder Stuhl – Modell II, um 1840/42
Michael Thonet, Bopparder Stuhl – Modell II, um 1840/42

•

Kunstwerk:

Pulcinella, Kaiserliche Manufaktur Wien, um 1755
Pulcinella, Kaiserliche Manufaktur Wien, um 1755

•

Kunstwerk:

Claudius Innocentius du Paquier, Doppelhenkelbecher mit
 Trembleuse, Wien 1730/35
Claudius Innocentius du Paquier, Doppelhenkelbecher mit Trembleuse, Wien 1730/35

•

Kunstwerk:

Johann Joseph Mildner, Becher, Gutenbrunn 1803
Johann Joseph Mildner, Becher, Gutenbrunn 1803

•

Kunstwerk:

Paolo Troubetzkoy, Dame zu Pferd
Paolo Troubetzkoy, Dame zu Pferd

•

Kunstwerk:

Jewgenij Alexandrowitch Lanceray, Troika, 1881
Jewgenij Alexandrowitch Lanceray, Troika, 1881







Hermann Böhm,  Tafelaufsatz, Wien letztes Viertel 19. Jahrhundert

Hermann Böhm, Tafelaufsatz, Wien letztes Viertel 19. Jahrhundert

Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 580

 Thüringen, Madonna mit Kind, um 1425/30

Thüringen, Madonna mit Kind, um 1425/30

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 758

Paolo Troubetzkoy,  Dame zu Pferd

Paolo Troubetzkoy, Dame zu Pferd

Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 809

Johann Joseph Mildner,  Becher, Gutenbrunn 1803

Johann Joseph Mildner, Becher, Gutenbrunn 1803

Taxe: 8.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 856

Frédéric-Jules Rudolphi,  Deckelhumpen, Paris nach 1838

Frédéric-Jules Rudolphi, Deckelhumpen, Paris nach 1838

Taxe: 12.000 - 16.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 675

Pulcinella, Kaiserliche Manufaktur Wien, um 1755

Pulcinella, Kaiserliche Manufaktur Wien, um 1755

Taxe: 12.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 927

 Österreich, Hallenschrank, Mitte 18. Jahrhundert

Österreich, Hallenschrank, Mitte 18. Jahrhundert

Taxe: 28.000 - 32.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 564

 Nürnberg, Nautiluspokal, wohl um 1650

Nürnberg, Nautiluspokal, wohl um 1650

Taxe: 3.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 796

 Embriachi, Embriachi-Werkstatt, Hochzeitskassette, um 1420

Embriachi, Embriachi-Werkstatt, Hochzeitskassette, um 1420

Taxe: 7.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 798

Claudius Innocentius du Paquier,  Doppelhenkelbecher mit Trembleuse, Wien 1730/35

Claudius Innocentius du Paquier, Doppelhenkelbecher mit Trembleuse, Wien 1730/35

Taxe: 7.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 878

Jewgenij Alexandrowitch Lanceray,  Troika, 1881

Jewgenij Alexandrowitch Lanceray, Troika, 1881

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 807

Michael Thonet,  Bopparder Stuhl – Modell II, um 1840/42

Michael Thonet, Bopparder Stuhl – Modell II, um 1840/42

Taxe: 1.000 - 1.500 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 598




•

Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce