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Hundertwasser im Kunsthaus Wien

Hundertwasserhaus Wien, 1985

Allein das Gebäude des Kunsthauses Wien ist einen Besuch wert. Wer dennoch nicht genug von dem „Hippokrates“ der Gestaltungs-Hypertrophie, Friedensreich Hundertwasser, bekommen kann, der darf jetzt eine Werkschau des Ornamentfetischisten in eben diesem Haus bewundern. Bis 25. Februar wird der Besucher von „Gehaßt – Gebaut – Geliebt“, einer Welt der bunten Fliesen, Zwiebeltürmchen und Tankstellenbäumchen begeistert – oder erschlagen, je nach Geschmack, über den man bekanntlich nicht streiten kann.

Der diesjährig verstorbene Hundertwasser rief 1983 zum Kampf gegen die Architektur auf, die zu „Beton gewordene Schnapsideen“ seien. Er weigerte sich, „Häuser zu bauen, wodurch Natur und Seele des Menschen zu Schaden kommen.“ Der Meister des schwindelerregenden Dekors hielt sich daran und umkleidete die „schlechte“ Architektur mit seinen phantasievollen geschwungenen Fassaden. Die Schau im Kunsthaus umfasst 20 Hundertwassermodelle, die sich nicht allzusehr voneinander unterscheiden. Auf Plakatwänden verkündet er, daß „Tankstellen eine Aufgabe zu erfüllen haben“, nämlich als Kulturträger zu fungieren. Er propagierte Humustoiletten, Regenduschen und eine natürliche Lebensweise, wobei nicht danach gefragt wird, was beispielsweise eine Müllverbrennungsanlage – so hübsch bunt sie auch sein mag – mit Umweltschutz zu tun hat. Das Ökologiekonzept, das der Meister zeitlebens vertreten hat und mit seinen Dekorationen ausgedrückt hat, will nicht recht funktionieren. Doch wer will auch danach fragen? – Hundertwasserfans bewundern die Ausstellung und den Rest der Welt interessiert es nicht.

Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr.

Kunsthaus Wien
Untere Weissgerberstrasse 13
A- 1030 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 71 20 49 5
Telefax: +43 (0)1 – 71 20 49 14 0


06.12.2000

Quelle: Kunstmarkt.com/Susan Brooks

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Kunsthaus Wien

Variabilder:

Hundertwasserhaus Wien, 1985
Hundertwasserhaus Wien, 1985

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Friedensreich Hundertwasser








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