Karl Otto Götz im Arp Museum Rolandseck Müde wird der bald hundertjährige Greis nicht. Karl Otto Götz, geboren 1914 in Aachen, legt trotz zunehmender Erblindung auch im Alter den Pinsel nicht weg. So kann das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in seiner an diesem Wochenende eröffnenden Retrospektive des Künstlers rund fünfzig Werke zeigen, deren Entstehungszeit von 1942 bis zum vergangenen Jahr reicht. Programmatisch ist sie auch noch „In Erwartung blitzschneller Wunder“. In der Tat gilt Götz als ein ausgesprochener Schnellmaler, der als einer der Hauptprotagonisten des Informel und einer der wenigen noch Lebenden der ersten Stunde das Gestische, Heftige, gleichsam den über die Leinwand fegenden Pinsel in Deutschland heimisch gemacht und damit die Kunstwelt ungemein befruchtet hat.
Dem Produktionsprozess ging allerdings eine Meditation voraus, die der Findung der Form dienen sollte. Gemäß diesem von Karl Otto Götz perfektionierten künstlerischen Konzept dürfen seine Werke als Synthese von fessellosem Automatismus und gemessener Kontrolle gelten. Zugute kam Götz dabei seine Offenheit für neue Malmittel und Materialien. So bediente er sich der schnell fließenden Kaseinfarbe und des Rakels. Das Spektrum der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten reicht von frühen grafischen Blättern über Gemälde bis hin zu plastischen Werken aus der jüngeren Zeit, wie den 2001 entstandenen Stahlskulpturen und Terrakottareliefs.
Die Ausstellung „Karl Otto Götz. In Erwartung blitzschneller Wunder“ läuft bis zum 8. August. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8, ermäßigt 6,50 Euro. Der Katalog kostet 29 Euro.
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
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