Bart van der Heide leitet Kunstverein München Bart van der Heide ist neuer Direktor des Kunstvereins München. Zum Jahreswechsel hat er die Nachfolge von Stefan Kalmár angetreten, der seit Juli 2009 den Artists Space in New York leitet. Bart van der Heide, der 1974 in Cotonou im westafrikanischen Benin geboren wurde, ist Kunsthistoriker, Autor und Ausstellungsmacher und war zuletzt in London und Amsterdam tätig. Durch Projekte und Ausstellungen an renommierten Institutionen wie dem Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam (2005-2006) und dem Stedelijk Museum Bureau Amsterdam (2001-2004) konnte er vielfältige Erfahrungen als Kurator, Publizist und Kunstkritiker sammeln und verschaffte sich damit international einen Namen.
Neben Fragestellungen, die sich der spezifischen Identität der jeweiligen Institution widmen, zeigen seine Ausstellungen ein besonderes Interesse an der visuellen Forschung innerhalb der Kunst. Das Programm, das Bart van der Heide zwischen 2007 und 2009 an der Londoner Cubitt Gallery realisiert hat, brachte ihm Dank wichtiger Ausstellungsdebüts vielfältige Anerkennung ein. Zu den von ihm präsentierten Künstlern und Autoren zählten dabei unter anderen Tris Vonna-Michell, Keren Cytter, Boris Groys, Willem de Rooij sowie Jay Chung und Q Takeki Maeda. Darüber hinaus hat er wegweisende Einzelausstellungen mit Haegue Yang und Harun Farocki kuratiert und in enger Zusammenarbeit mit Vonna-Michell das Werk von Henri Chopin, einem Fluxuskünstler und Pionier der Lautpoesie, mit einer Ausstellung gewürdigt.
Für sein zukünftiges Ausstellungsprogramm sieht Bart van der Heide die Geschichte des Kunstvereins München als wichtige Inspirationsquelle. Sie reicht bis ins Jahr 1823 zurück und prägt bis heute die Ausstellungsräume, deren Lage am Hofgarten ebenso sehr wie deren architektonische Gestalt und Dimension. Diese Geschichte soll den Rahmen für eine Reihe von Debüt- und Gruppenausstellungen von deutschen und internationalen Künstlern bilden und auf diese Weise klassische Prinzipien in die zeitgenössische Ausstellungspraxis mit einfließen lassen. Vor dem Hintergrund einer kritischen Befragung des künstlerischen Umgangs mit tradierten Bildräumen, Raumkonstruktionen und Materialien gelte es dabei, eine postkonzeptuelle Praxis zu vergegenwärtigen, die sich der politischen Dimension bewusst ist, die mit der jeweiligen Ausstellungspräsentation, dem Umgang mit Erinnerung und der Art der Repräsentation untrennbar verbunden sei. |