Franz Erhard Walther erhält Heilbronner Skulpturenpreis Der Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur geht an Franz Erhard Walther. Der 1939 in Fulda geborene Bildhauer und Prozesskünstler erhält die mit 25.000 Euro dotierte Würdigung für sein Lebenswerk, das sich durch einen „vollkommen neuen Umgang mit Skulptur“ auszeichne. Walther habe den traditionellen Material- und Werkbegriff der Kunst in grundlegender Weise verändert. Bis heute biete er der jüngeren Generation wichtige Anregungen wie etwa die Idee eines „leibhaftig“ in Aktion tretenden Betrachters, teilte die fünfköpfige Jury unter Vorsitz von Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle Karlsruhe, mit.
Sein zwischen 1963 und 1969 realisierter „1. Werksatz“, ein Ensemble von textilen Objekten, zählt zu den Schlüsselwerken der deutschen Konzeptkunst. Mit den in der Folgezeit entstandenen Arbeiten hat der viermalige Documenta-Teilnehmer in immer neuen Kombinationen die Begrifflichkeit von Skulptur weiterentwickelt. Sein Können gab Franz Erhard Walther als Professor an der Kunstakademie Hamburg über drei Jahrzehnte lang an die dortige Bildhauerklasse weiter, aus der so unterschiedlich aktionistisch agierende Künstler wie Santiago Sierra, Jonathan Meese, John Bock oder Christian Jankowski hervorgingen.
Der Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur erinnert an den gleichnamigen, 2003 verstorbenen Heilbronner Unternehmer und Kunstmäzen und wird von seiner Stiftung vergeben. Er richtet sich an Bildhauer aus Deutschland oder den angrenzenden Ländern, deren künstlerisches Werk Zeichen in der Entwicklung zeitgenössischer Skulptur gesetzt hat. Er ist ganz bewusst als Auszeichnung und nicht als Förderpreis gedacht. Mit der Preisvergabe ist eine Ausstellung in den Städtischen Museen Heilbronn verbunden. 2008 ging die Würdigung erstmals an den Schweizer Bildhauer und Konzeptkünstler Roman Signer. Franz Erhard Walther wird die Auszeichnung im Herbst 2011 entgegennehmen. |