Akademie-Galerie Düsseldorf schwelgt in der Kunst der Zeichnung Zu Unrecht steht die Zeichnung meist im Schatten anderer künstlerischer Sparten. Dies geschieht, obwohl sie seit der Renaissance als Ursprung eines jeden Kunstwerkes gilt. Vor allem Zeichner unterrichteten an Akademien, die seit dem 16ten Jahrhundert an verschiedenen Orten Europas entstanden waren. Auf hohem Niveau haben sie den künstlerischen Nachwuchs ausgebildet. Auch in Düsseldorf nimmt die Zeichnung in den Sammlungen der Kunstakademie einen wichtigen Stellenwert ein. Bewusst stellt sich deshalb die hauseigene Galerie in diese Tradition, indem sie anlässlich der Quadriennale 2010 ihre aktuelle Ausstellung diesem Medium widmet. Befreit von vorbereitender, dienender Funktion soll dabei die Eigenständigkeit der künstlerischen Äußerung betont werden. Die Schau untersucht die Wertschätzung der Zeichnung in ihrer abstrakten, konzeptionellen Qualität bei der Suche nach gedanklichen Grundlagen der Kunst des 20sten Jahrhunderts, ihre Spontaneität und Unmittelbarkeit, ihre Bedeutung bei der Überwindung starrer, eingeengter Stilkonzepte.
Repräsentanten der Zeichenkunst, die nicht in Düsseldorf studiert haben, leiten die Auswahl der 258 Exponate von 18 Zeichnern ein. Rasende Zeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner, eher sentimental anmutende Motive von Francis Picabia, mehr kontrolliertes Vorgehen bei Roy Lichtenstein sowie der stark schreibende Duktus Henri Michaux’ meistern anschaulich den Prolog. Dann entfalten sich die Akademiekünstler und dokumentieren den Rang der Zeichenkunst an dieser Ausbildungsstätte. Konrad Klapheck und Markus Lüpertz arbeiten ihre Ideen- und Kompositionsstudien meist zu Gemälden aus. Sie fußen damit in der traditionellen Bildentstehung seit der Renaissance.
Bei Bildhauerzeichnungen, etwa jenen von Tony Cragg oder A.R. Penck, stehen praktische und konzeptionelle Aspekte wie Brauchbarkeit, Proportionen, Maße und Ansichten im Vordergrund, die hier genauer austariert werden. Ruhe verbreiten dagegen die Zeichnungen von Helmut Federle. So fügt sich die spannende Auswahl von Studien, Skizzen, Entwürfen, Konzepten, Meisterblättern zu einem Panorama verschiedenster Malerpersönlichkeiten, zu denen sich weiter Siegfried Anzinger, Joseph Beuys, Gotthard Graubner, Jörg Immendorff, Dieter Krieg, Albert Oehlen, Gerhard Richter, Fritz Schwegler und Rosemarie Trockel zusammenfinden.
Die Ausstellung „Mit Kopf und Hand – Variationen zur Zeichnung“ ist noch bis zum 16. Januar 2011 zu besichtigen. Die Akademie-Galerie hat mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog mit den Abbildungen aller Zeichnungen erschienen, der an der Museumskasse 34,80 Euro kostet.
Akademie-Galerie
Burgplatz 1
D-40213 Düsseldorf
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