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Marktberichte |
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Van Ham versteigert in Köln Kunsthandwerk und Schmuck  Tafeln mit Adel

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 |  | Andreas Emmel, Kasserolle aus dem Service Landsberg-Velen, Bonn um 1792 | |
Eine höfische Tafel braucht entsprechendes Geschirr, und da man nicht kleckern wollte, gaben die Herren schon einmal eine umfangreiche Silberausstattung in Auftrag. 1792, kurz vor dem Ende des alten Reiches, tat dies Paul Joseph Freiherr von Landsberg-Velen und erkor sich den Bonner Silberschmied Andreas Emmel dafür. Der schuf denn auch über 300 Stücke in den damals neuen klassizistischen Formen. Teile dieses wohl letzten Tafelservice in solchem Umfang, das Johann Michael Fritz in seiner Publikation zu den Bonner Goldschmieden im 18ten Jahrhundert mit den „großen Servicen Bayrischer Kurfürsten, preußischer Könige, russischer Zaren und der Vielzahl begüterter Adelsgeschlechter“ verglich, befinden sich heute in öffentlichen Sammlungen, etwa den Landesmuseen in Bonn und Münster – und auch bei Van Ham. Der Kölner Versteigerer offeriert in seiner kommenden Auktionsrunde daraus eine Silberkasserolle, die Emmel „à l’antique“ mit einem in einem Löwenmaul angesetzten Ebenholzgriff, einem durchbrochenen Stülpdeckel, einem Pinienzapfenknauf und dem Wappen derer von Landsberg-Velen versah. 25.000 bis 30.000 Euro Stehen auf dem Etikett.
Wenn mal ein Stück abgenutzt war oder kaputt ging, ließ man es sich nacharbeiten. So gaben die Freiherrn von Landsberg-Velen wohl in der Mitte des 19ten Jahrhunderts eine Sauciere in Auftrag, die Fritz als Nacharbeit der Emmelschen Stücke ansieht. Hier erwartet man freilich mit 2.000 bis 2.500 Euro einen kleinen Preis. Um die zentrale Auktion mit „Alter Kunst“ hat Van Ham die Antiquitäten gruppiert. So stehen am 18. November historischer Schmuck, klassische Juwelen und Uhren auf dem Programm, am 20. November folgt das Kunsthandwerk und damit auch die Silberabteilung, in der etwa noch der Messkelch von Hermann Werner von Wolff-Metternich zur Gracht aus Schloss Wehrden glänzt. Der Paderborner Silberschmied Johann Stücker verzierte den vergoldeten, schlichten Silberkelch auf dem sechpassigen Fuß 1699 mit den Wappen des Bischofs (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).
Danben gibt Schloss Wehrden etwa noch zwei barocke deutsche Gueridons mit Büstenzier für 12.000 bis 15.000 Euro oder einen dazu passenden Konsoltischtisch mit dichtem Blüten- und Akanthuslaub um 1700 für 7.000 bis 8.000 Euro ab. Mit einer Schätzung von 10.000 bis 20.000 Euro ist ein stattlicher Schreibschrank à trois corps des Rokoko aus Mainfranken oder Mitteldeutschland eines der Highlights bei den Möbeln. Um 1750 aus poliertem Nussbaum mit Würfeleinlagen gefertigt, befindet sich über dem geschweiften dreischübigen Unterbau eine schräge Pultlade und ein Aufsatz mit zentraler Tür, flankiert von mehreren Schüben. Abgeschlossen wird das herrschaftliche Möbel von einem gesprengten Volutengiebel. Wahrscheinlich auch aus Mainfranken stammt ein weiterer Aufsatzsekretär von etwa 1745/50. Durch die Einlegearbeiten aus Kirsche, die geschweiften und verspielten Abschlüsse des doppeltürigen Unterbaus und den mehrfach gesprengten Giebel des Aufbaus wirkt der Schrank leicht und elegant (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR).
Aus derselben Epoche wird auch ein zierlicher Salontisch für 18.000 bis 20.000 Euro angeboten. Wahrscheinlich fertigten Johann Friedrich Spindler und sein Bruder Heinrich Wilhelm Spindler, Friedrich II. 1764 aus der Werkstatt ihres Vaters in Bayreuth für die Ausstattung des Neuen Palais in Potsdam abgeworben hatte, den geschweiften Korpus mit einem Seitenschub und klappbarer Platte aus Königsholz und Mahagoni um 1765. Mit den teilweise auch bunten floralen Einlegearbeiten aus Ahorn und Buchsbaum ist der filigrane Tisch ein Zeichen der Meisterschaft der beiden Handwerker. In der Uhrenabteilung ist die Pendule „Le Char De La Diane“ das Spitzenstück. Auf den Wagenrändern befindet sich der Emaillezifferkranz mit römischen Zahlen. Die qualitätvolle und ausdrucksstarke vergoldete Bronze wurde um 1815 in Paris gefertigt und geht mit 38.000 bis 40.000 Euro ins Rennen. Wer ältere Stücke liebt, sollte zu einer wohl süddeutschen Türmchenuhr mit orientalischem Einschlag aus dem 17. Jahrhundert greifen (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).
Mit zwei Tabatieren wartet das Kunsthandwerk auf. Charles Le Bastier stellte die ovale Tabaksdose zwischen 1775 und 1776 in Paris her. Auf der bemalten Porzellanplakette des Deckels zeigt er eine vornehme junge Frau bei der Lektüre eines Liebesbriefes, bei der ihr Amor zur Seite steht. Eingefasst von fast schon geometrisch wirkenden Bändern hat er auf die teilweise guillochierten Goldflächen emaillierte braune Baumsilhouetten gelegt, die sich zur Zeit der Revolution großer Beliebtheit erfreuten (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Die römische Tabatiere aus braunem ägyptischen Jaspis des frühen 19ten Jahrhundert trägt ein Mirkomosaik mit einer Eberhatz, das Gioacchino Barberi zugeschrieben wird, und soll 22.000 bis 25.000 Euro einspielen.
Eine Spargeldose mit Schleifenband aus Schrezheim eröffnet die Versteigerung der Keramikabteilung. An diesem Objekt in Form eines Spargelbündels ist die Zeit seit seiner Entstehung um 1770 in einigen Farbabplatzungen nicht spurlos vorbeigegangen (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Ein seltenes Stück ist das Reiseservice mit Tischchenmuster und farbigen Päonienblüten von Meißen von 1730/35. Zu dem siebzehnteiligen Porzellan mit Teekanne, Koppchen, Milchkännchen und Zuckerschale gehört auch ein lederbezogener Reisekasten mit Samtfutter und seitlichem Griff (23.000 bis 24.000 EUR).
Den Blick auf einen Wald bei Abenddämmerung haben Daum Frères um 1910 in Nancy in Glas gegossen. Ihre Jugendstilbodenvase wird auf 6.000 bis 7.000 Euro geschätzt. In der Abteilung „Jugendstil und Art Déco“ steht zudem Tänzerin von Demetre Chiparus bereit. Für 4.000 bis 5.000 Euro kann das aus Bein geschnitzte Mädchen mit ausgebreiteten Armen sowie Helmzier und Rock aus Bronze bei seinem neuen Besitzer tanzen. Zinn ist momentan auf dem Markt nicht so gefragt, aber vielleicht findet sich ja für das Teeservice mit Rosenranke der Firma J.P. Kayser Sohn aus Krefeld nach einem Entwurf von Hugo Leven und Hermann Fauser für 1.200 bis 1.400 Euro ein Abnehmer. In dem Bett von Louis Majorelle lässt es sich bestimmt gut schlafen. Der Meister aus Nancy fertigt es um 1900 aus Rosenholz, Nussbaum und Buche. Auf Grund der zierlichen Verzierung mit Ranken aus Waldrebe nannte er das Modell „Clématites“ (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).
Die Auktion „Europäisches Kunstgewerbe und Schmuck“ beginnt am 18. November um 17 Uhr und wird am 20. November ab 10 Uhr fortgeführt. Die Objekte können bis zum 17. November von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Katalog unter www.van-ham.com abrufbar. |  | Kontakt: Van Ham Kunstauktionen Hitzelerstraße 2 DE-50968 Köln |
 | Telefon:+49 (0221) 925 86 20 | Telefax:+49 (0221) 925 86 24 |  |  | E-Mail: info@van-ham.com |  | Startseite: www.van-ham.com |
16.11.2010 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 23 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (1) • Adressen (1) • Kunstwerke (20) • Im Verkauf - Events (1) |  | •  | Veranstaltung vom: 18.11.2010, Europäisches Kunstgewerbe &
Schmuck |  | •  | Bei: Van Ham
Kunstauktionen |  | •  | Kunstwerk:  Andreas Emmel, Kasserolle aus dem Service Landsberg-Velen, Bonn um 1792 |  |  | •  | Kunstwerk:  Pendule, Paris, um 1815 |  | •  | Kunstwerk:  Tabatiere, Rom, frühes 19. Jahrhundert |  | •  | Kunstwerk: 
Johann Stücker, Messkelch für Hermann Werner von Wolff-Metternich zur Gracht, Paderborn 1699 |  |  | •  | Kunstwerk:  Georg Jensen, Kaffee- und Teeservice „Magnolia“, um 1905 |  | •  | Kunstwerk:  Johann Joachim Kändler,
Kronenterrine. Drüselkästchen für Maria Josepha, 1738 |  | •  | Kunstwerk:  Demetre Chiparus, Tänzerin, um 1925 |  |  |
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 Georg Jensen,
Kaffee- und
Teeservice
„Magnolia“, um 1905 |  | Taxe: 12.000 - 15.000 EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 1437 |  |  |  |  |  | 
 Spargeldose,
Schrezheim, um 1770 |  | Taxe: 1.800 - 2.000 EURO Zuschlag: 3.000,- EURO Losnummer: 1254 |  |  |  |  |  | 
 Demetre Chiparus,
Tänzerin, um 1925 |  | Taxe: 4.000 - 5.000 EURO Zuschlag: 4.000,- EURO Losnummer: 1653 |  |  |  |  |  | 
 Johann Stücker,
Messkelch für
Hermann Werner von
Wolff-Metternich
zur Gracht,
Paderborn 1699 |  | Taxe: 5.000 - 6.000 EURO Zuschlag: 18.000,- EURO Losnummer: 1302 |  |  |  |  |  | 
 Johann Joachim
Kändler,
Kronenterrine.
Drüselkästchen für
Maria Josepha, 1738 |  | Taxe: 7.000 - 8.000 EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 1519 |  |  |  |  |  | 
 Daum Frères, Daum
Frères, Bodenvase
mit
Abendlandschaft,
Nancy um 1910 |  | Taxe: 6.000 - 7.000 EURO Losnummer: 1609 |  |  |  |  |  | 
 Deutschland,
Konsoltisch, um 1700 |  | Taxe: 7.000 - 8.000 EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 1000 |  |  |  |  |  | 
 Mainfranken,
Schreibschrank,
Mainfranken oder
Mitteldeutschland,
um 1750 |  | Taxe: 10.000 - 20.000 EURO Zuschlag: 19.000,- EURO Losnummer: 1034 |  |  |  |  |  | 
 Heinrich Wilhelm
Spindler, Johann
Friedrich Spindler
und Heinrich Wilhelm
Spindler
zugeschrieben,
Salontisch, Potsdam
um 1765 |  | Taxe: 18.000 - 20.000 EURO Zuschlag: 20.000,- EURO Losnummer: 1047 |  |  |  |  |  | 
 Mainfranken,
Schreibschrank,
wohl um 1740/50 |  | Taxe: 6.000 - 12.000 EURO Zuschlag: 12.500,- EURO Losnummer: 1027 |  |  |  |  |  | 
 Hugo Leven, Hugo
Leven und Hermann
Fauser, Teeservice
mit Rosenranke |  | Taxe: 1.200 - 1.400 EURO Zuschlag: 1.000,- EURO Losnummer: 1675 |  |  |  |  |  | 
 Reiseservice,
Meißen, 1730/35 |  | Taxe: 23.000 - 24.000 EURO Losnummer: 1446 |  |  |
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