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Marktberichte |
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Das Dorotheum versteigert eine breite Palette an Objekten der angewandten Kunst des 20sten Jahrhunderts  Frühstück mit Tiffany

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 |  | Louis Comfort Tiffany, Tischlampe „Dragonfly“, um 1900/20 | |
Das irisierende Glas in Grün, Türkis und Gelb imitiert den natürlichen Effekt von schimmernden Insektenflügeln passend zu dem Kranz aus Libellen, der den kegelförmigen Lampenschirm umspannt. Louis Comfort Tiffany ließ ab 1899 nach seinen Entwurfszeichnungen einzelne Glasstückchen schneiden, die Ränder mit einer Kupferfolie belegen und sie dann zu ungewöhnlichen und fantasievollen Leuchten zusammenlöten. Mit diesen Kreationen avanciert zum bedeutendsten Vertreter des amerikanischen Jugendstil. Noch heute gelten die Tiffany-Lampen als die wichtigsten Produkte seiner Firma. Daher hofft das Dorotheum auch, die zwischen 1900 und 1920 entstandene Tischlampe „Dragonfly“ aus den Tiffany Studios in New York für 30.000 bis 50.000 Euro loszuschlagen. Für die Jugendstilversteigerung am 25. November hat das Wiener Auktionshaus wieder eine Vielfalt von Lampen, Vasen, Möbeln und Silber zusammengetragen.
Der österreichische Designer Josef Hoffmann steuert am 25. November über 20 Objekte bei. Seine floral durchbrochene Brosche mit drei Altschliffdiamanten samt dem originalen Etui, die Wiener Werkstätte einem Entwurf von 1913 ausführte, soll dem Einlieferer 60.000 bis 100.000 Euro bescheren. Den silbernen Samowar auf Rechaud mit Brenner entwarf Hoffmann 1909/15 und übergab die Ausführung ebenfalls an die Wiener Werkstätte, die den breit gelagerten zylindrischen Korpus mit Kanneluren und Ebenholzgriffen versah. Nicht zuletzt wegen der Malachitcabochons auf dem Deckel wird das Objekt auf 18.000 bis 24.000 Euro geschätzt. Schlicht, aber nicht zu minimalistisch hat Hoffmann die Silberschale auf Trompetenfuß mit dem Randdekor „Efeu gebuckelt“ versehen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Bescheidene Eleganz drückt auch seine Kaffeekanne von 1920 mit ihrem eiförmigen gehämmerten Korpus und dem Elfenbeingriff aus (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Innovativ sind auch Hoffmanns „Sitzmaschine“ von 1906 aus mahagonigebeizter Buche mit verstellbarer Rückenlehne (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und seine zwölf Stühle, die er mit runder Sitzfläche und Lehne aus m-förmig gebogenen Stäben 1912 für das Grabencafé in Wien entwarf (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).
In der Möbelabteilung tut sich zudem noch Louis Majorelle hervor. Um 1900 entstanden in Nancy zehn Stühle in gebleichtem und gekalktem Nussholz, die durch ihre Klarheit und Einfachheit der Linien bestechen (12.000 bis 15.000 EUR). Im Gegensatz dazu steht der aufwendige Entwurf von Carlo Bugatti. Sein Ebenholztisch von 1899 ist reich mit Messing-, Zinn- und Beinintarsien verziert. Die Platte mit cremefarbenem Leder und eingefasst von einem ornamentierten Kupferband, liegt auf gedrechselten Holzbeinen mit Ornamenten und Kupfermanschetten. Dieser aufwendige Tisch soll 9.000 bis 12.000 Euro kosten. Fast genauso viel erwartet sich das Dorotheum für Bugattis Sessel aus Hartholz mit Zinnintarsien, ornamentierten Kupferapplikationen und cremefarbener Lederbespannung mit Fransen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Den Entwurf für eine doppeltürige Vitrine mit floralen Bronzebeschlägen und ausladendem Abschluss von etwa 1900 rechnet man der Ecole de Nancy zu (Taxe 10.000 bis 13.000 EUR).
Ein Klassiker der Firma Thonet ist der sogenannte Postsparkassen-Stuhl nach einem Entwurf von Otto Wagner. Auch der Sessel mit der schlichten runden Lehne und der durchlöcherten Sitzfläche ist ein Beispiel für die weltweit bekannten und geschätzten Bugholzmöbel (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Marcel Kammerer trug zu der Österreichischen Ausstellung 1906 in London den Ohrenfauteuil bei. Martha Thonet bezog den Sessel mit einem floral bestickten Stoff. Für 25.000 bis 30.000 Euro kann er nun aus dem Auktionshaus geholt werden. Eine interessante Form hat die „Wandetagere Nr. 11554“ aus dem Jahr 1911. Auf einer mahagonigebeizten Scheibe ist ein rechteckiges Schränkchen mit einer Wurzelmasereinlage montiert; an zwei Messingstäben kann man zudem etwas aufhängen (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Verspielter gearbeitet ist Thonets „Doppelbett Nr. 3“ um 1885 für 1.600 bis 2.000 Euro.
Auch für Objekte des französischen Jugendstilkünstlers Emile Gallé ist gesorgt. Seine „Bodenvase mit Lilien“ erdachte er sich um 1900 in umlaufend geätztem Dekor mit roten Lilien vor beigeopalem und rostrotem Überfang (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Die Idee für die Vase mit Blumendekor und Sonne hatte er um 1900. Durch die Silberfolieneinschlüsse und hellgrüne und violette Knöpfe gewinnt das von Rot und Orange dominierte Dekor farbliche Akzente und eine plastische Dimension (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Aber auch Vasen mit bescheideneren Preisen wie das Exemplar mit Seelandschaft für 2.000 bis 2.500 aus dem Jahr um 1920 sind dabei. Die Stangenvase mit Mimosen von Daum Frères um 1905/14 tummelt sich mit 2.000 bis 2.500 Euro im Mittelfeld der Glasobjekte. Zeitgenössische Glaskünstler wie Fulvio Bianconi mit seiner grünen Vase „Sorriso“ samt roter Lippe von 1994 haben auch schon ihren Preis (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR), ebenso wie Tsuchida Yasuhiko mit seiner Vase „Cubism vessel“ von 2000 (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).
Die anderen schönen und teuren Glasobjekte aus dem Jugendstil stammen hauptsächlich von Lötz Witwe. Die Glasfirma aus dem böhmischen Klostermühle stellt eine Franz Hofstötter zugeschriebene, durchsichtig bis opake Vase mit grünen Blättern und roter Blume von 1900 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Hofstötter ist sicher für den Formentwurf einer für die Weltausstellung des Jahres 1900 geschaffenen Vase verantwortlich, die auf ockergelbem Unterfang mit roten, braunen und silbernen Fäden gewellt umsponnen ist (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Messingarme aus der Wiener Firma Argentor tragen den raffinierten Schirm der Tischleuchte, auf dem Silbergelbfäden zu einer fünfblättrigen Blüte verzogen sind (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Im Jahr 1908 begann dann Otto Prutscher für Lötz Witwe zu arbeiten und schuf unter anderem den Entwurf einer schlanken Vase für die internationale Kunstgewerbeausstellung des Jahres 1925 in Paris. Er verwendete das Dekor „Thea“ mit blauen und silbernen Zackenbändern über cremefarbenem Opalunterfang (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR).
Prutschers Name taucht auch noch mal in der Keramikabteilung auf. Sein dezent geschmückter Blumenübertopf soll 2.200 bis 3.000 Euro kosten. Michael Powolnys Jahreszeitenputto Herbst von 1907 trägt schwer an den Trauben in seinem Arm. Das bunt staffierte Exemplar liegt genauso wie sein farbiges Pendant Frühling bei 6.000 bis 8.000 Euro, die schwarzweiße Ausführung bei 8.000 bis 10.000 Euro. Aus Wienerberger Keramik steht zudem sein Wandbrunnen ebenfalls mit kleinem Putto zwischen zwei grünen Zweigen samt Schmetterlingen bereit (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Wertvollstes Stück ist die Plastik „Doppelkopf“ mit stilisierten Frauenbüsten von Gudrun Baudisch. Vor drei Jahren wurde eine ähnliche Keramik für 27.000 Euro beim Kinsky in Wien versteigert, weswegen der Schätzpreis von 26.000 bis 30.000 Euro realistisch ist.
Als Schmuck für einen Lampenfuß dient die Keramikfigur „Aida“ von Josef Lorenzl. Nach einem Entwurf von 1923 ist die Ägypterin in ein prachtvolles buntes Tuch gewandet und hebt stolz das gekrönte Haupt (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Solistisch tritt sie in anderer Gewandung zudem für 3.000 bis 4.000 Euro auf. Aus Ungarn hat eine seltene „Vanitas“-Vase Eingang in die Auktion gefunden. Der Tod trägt ein weißes Gewand, das nur seinen Totenschädel freigibt, in den Händen hält er eine Urne mit grüngoldener Eosinglasur. Gruselig zeichnen sich die knochigen Hände unter dem Umhang ab. Produziert hat das etwas makabere Stück die Firma Vilmós Zsolnay aus Pécs (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Gio Pontis der Vase „Donatella“ lebt dann wieder vom Eros des Weiblichen. Denn der italienische Designer lässt eine nackte Frau im wahrsten Sinne des Wortes in den Seilen hängen (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Nach Paul Helmigs Vorstellungen bildet eine schäumende Woge die Schale, am Rand reckt eine Meerjungfrau ihren Oberkörper aus den Fluten. Produziert wurde die Schale „Die Welle“ ab 1898 in der Porzellanmanufaktur Meißen (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR).
Figürliches gibt es bei der Auktion auch aus Bronze, so zum Beispiel Victor Heinrich Seiferts „Trinkender Frauenakt“ (Taxe 5.000 und 6.000 EUR). Dynamisch gestaltete Pierre Le Faguays um 1930 seine „Bogen schießende Diana“. Sie steht nur auf einem Bein und scheint den Pfeil mit ihrem gebogenen Körper in den Himmel schießen zu wollen (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Bruno Zach hat bei seiner als Atlas ausgebildeten Tischlampe die Glühbirne in der Weltenkugel auf den Schultern des Titanen versteckt (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Seine Bronzeskulptur „Connaisseur“ von 1930 bringt einen zum Schmunzeln: Ein dicklicher Mann mit langer Nase hält eine nackte Frauenstatue in der Hand, die er mit gespielt fachmännischem Blick durch eine Lupe betrachtet (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).
Ein Highlight der Silberabteilung ist ein seltener Tafelaufsatz von Friedrich Pöhlmann aus dem Jahr 1908. Ein zentraler Frauenakt wird von zwei Steinbockhörnern eingerahmt, die zwei silberne Dosen tragen. Der Griff des Doppeldeckels ist durch ein rosengeschmücktes Herz verbunden. Das außergewöhnliche fast fetischartige Stück soll für 20.000 bis 30.000 Euro einen Liebhaber finden. Als Vilhelm Oscar Gundlach-Pedersen Assistenzdirektor bei Georg Jensen war entwarf er 1945 ein Girandolenpaar mit bandförmigen Leuchterarmen und Ringornament auf einem getreppten Rundfuß (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Nach einer Skizze von Harald Nielsen entstanden 1933/34 bei Jensen in Kopenhagen sechs Weinbecher mit Hammerschlagdekor und durchbrochenem Schaft. Dieses nordisch kühle Design ist mit 10.000 bis 12.000 Euro bewertet.
Obwohl nur aus versilbertem Zinn gefertigt, überzeugt Friedrich Adlers Paar fünfarmiger Girandolen von 1900 mit seinen floral stilisierten Armen und erhöhter Mitteltülle zu einem Preis von 8.000 bis 10.000 Euro. Ebenfalls in der Silbersparte findet sich das mit Tulpen und einer Libelle intarsierte Eichenholztablett von Louis Majorelle, da es eine versilberte Metallfassung von Victor Saglier aufweist (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Der Mitbegründer der Wiener Sezession Koloman Moser entwarf 1903 ein Schreibtischset aus Briefbeschwerer, Federwischer und Tintenfass. Moser ließ es in den Wiener Werkstätten aus versilbertem Alpaka mit Hammerschlagdekor in einer runden Form fertigen. Die Stückte kommen aus dem Besitz der Familie Otto Primavesis, eines der wichtigsten Förderer und Auftraggeber österreichischer Künstler, und liegen je zwischen 15.000 und 35.000 Euro.
Die Auktion beginnt am 25. November um 14 Uhr. Die Objekte können noch bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Katalog ist unter www.dorotheum.com abrufbar. |  | Kontakt: Dorotheum Dorotheergasse 17 AT-1010 Wien |
 | Telefon:+43 (01) 515 60 0 | Telefax:+43 (01) 515 60 443 |  |  | E-Mail: client.services@dorotheum.at |  | Startseite: www.dorotheum.com |
24.11.2010 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 27 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (1) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (24) |  | •  | Veranstaltung vom: 25.11.2010, Jugendstil und angewandte Kunst des 20sten Jahrhunderts |  | •  | Bei: Dorotheum
|  | •  | Bericht: Veredelter
Schreibtisch |  |  | •  | Kunstwerk:  Marcel Kammerer, Ohrenfauteuil, 1906 |  | •  | Kunstwerk:  Michael Powolny
und Bertold Löffler, Tafelaufsatz mit Weinstock und Faunen, um 1910 |  | •  | Kunstwerk:  Michael Powolny, Jahreszeitenputto Frühling, um 1907 |  |  | •  | Kunstwerk:  Michael Powolny, Jahreszeitenputto Herbst, um 1907 |  | •  | Kunstwerk:  Michael Powolny, Jahreszeitenputto Herbst, um 1907 |  | •  | Kunstwerk:  Vilmós Zsolnay, Vase „Vanitas“, Pécs um 1900 |  |  |
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 Emile Gallé, Vase mit
Blumendekor und
Sonne, um 1900 |  | Taxe: 6.000 - 7.000 EURO Zuschlag: 6.500,- EURO Losnummer: 667 |  |  |  |  |  | 
 Michael Powolny,
Jahreszeitenputto
Herbst, um 1907 |  | Taxe: 8.000 - 10.000 EURO Losnummer: 628 |  |  |  |  |  | 
 Michael Powolny,
Jahreszeitenputto
Herbst, um 1907 |  | Taxe: 6.000 - 8.000 EURO Losnummer: 623 |  |  |  |  |  | 
 Emile Gallé,
Bodenvase mit
Lilien, um 1900 |  | Taxe: 8.000 - 10.000 EURO Losnummer: 664 |  |  |  |  |  | 
 Michael Powolny,
Michael Powolny und
Bertold Löffler,
Tafelaufsatz mit
Weinstock und
Faunen, um 1910 |  | Taxe: 2.000 - 2.500 EURO Zuschlag: 1.500,- EURO Losnummer: 621 |  |  |  |  |  | 
 Carlo Bugatti,
Tisch, um 1899 |  | Taxe: 9.000 - 12.000 EURO Losnummer: 756 |  |  |  |  |  | 
 Otto Prutscher,
Cachepot, um 1915/20 |  | Taxe: 3.000 - 4.000 EURO Zuschlag: 2.200,- EURO Losnummer: 618 |  |  |  |  |  | 
 Bruno Zach,
Tischlampe „Atlas,
die Weltkugel
tragend“, um 1930 |  | Taxe: 2.000 - 2.500 EURO Zuschlag: 5.000,- EURO Losnummer: 849 |  |  |  |  |  | 
 Franz Hofstötter,
Franz Hofstötter
zugeschrieben,
Vase, 1900 |  | Taxe: 12.000 - 15.000 EURO Zuschlag: 12.000,- EURO Losnummer: 778 |  |  |  |  |  | 
 Marcel Kammerer,
Ohrenfauteuil, 1906 |  | Taxe: 25.000 - 30.000 EURO Losnummer: 713 |  |  |  |  |  | 
 Josef Lorenzl,
Tischlampe „Aida“,
um 1923 |  | Taxe: 3.000 - 3.500 EURO Losnummer: 606 |  |  |  |  |  | 
 Josef Hoffmann,
Brosche, um 1913 |  | Taxe: 60.000 - 100.000 EURO Losnummer: 762 |  |  |
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