Schmuck des Jugendstil im Leopold Museum Wien  |  | Hans Christiansen, Gürtelschnalle, 1901 | |
Ob Vasen, Möbel oder Besteck, Glasfenster, Bucheinbände oder auch Werke der bildenden Kunst: Der Jugendstil hat sie alle, wenn auch nur für eine kurze Zeitspanne, geprägt und war damit vielleicht der letzte universale Stil der westlichen Kunstgeschichte. Dem Ausstellungsbetrieb ist es, ebenso wie dem Kunstmarkt, nach einigen Jahrzehnten der Ignoranz heute wieder zur Selbstverständlichkeit geworden, den Jugendstil der Öffentlichkeit nahezubringen als ein Ausdruck des Anspruchs auf ganzheitliche Verbindung von Kunst und Leben und diese Epoche auch wissenschaftlich zu untersuchen. In eben jener Zeit aber, als sich kaum jemand dafür interessierte, war es das Glück einiger Weniger, vorausschauend und vor allem zu günstigen Konditionen sich des reichen Fundus insbesondere aus dem kunsthandwerklichen Schaffen des Jugendstil anzunehmen.
Von einer dieser herrlichen damals, das heißt überwiegend nach dem Zweiten Weltkrieg, zusammengetragenen Sammlungen profitiert nun mittelbar eine Ausstellung im Leopold Museum in Wien, die dem österreichischen Publikum erstmals umfassend allein Jugendstilschmuck nahebringt. Mittelbar, weil die in den 1950er Jahren entstandene Sammlung des heute fast neunzigjährigen niederländischen Hofjuweliers Karel A. Citroen inzwischen zum Bestand des Hessischen Landesmuseums Darmstadt zählt und also von diesem nach Wien ausgeliehen wurde. Hinzu kommen einige Arbeiten aus Privatbesitz. Insgesamt mehr als zweihundert Objekte, darunter vor allem Arbeiten französischer Meister wie René Lalique, Georges Fouquet, André-Fernand Thesmar und Lucien Gaillard, aber auch von Joseph Maria Olbrich, Josef Hoffmann, Koloman Moser, Charles Robert Ashbee, Hans Christiansen, Bert Nienhuis, Georg Jensen und Entwerfern weiterer Länder, fächern ein breites Panorama über die atemberaubend virtuosen und schillernden Schmuckstücke einer vergangenen Zeit auf.
Die Ausstellung „Glanz einer Epoche. Jugendstil-Schmuck aus Europa“ läuft bis zum 20. Juni. Das Leopold Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Das Ticket von 11 Euro, ermäßigt 8 Euro oder 7 Euro, gilt als Eintrittskarte für das gesamte Museum. Der Katalog kostet 39,90 Euro.
Leopold Museum
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
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