Akademie-Galerie dokumentiert vier Jahrzehnte Fotografie an der Düsseldorfer Kunsthochschule Nachdem um 1971 unter dem Direktorat von Eduard Trier bereits der Film Eingang in die Lehre an der Düsseldorfer Kunstakademie gehalten hat, wird 1976 Bernd Becher zum Professor einer Klasse für Fotografie ernannt. Die „Becher-Schule“ bestimmt seither die Fotografie der Akademie in der öffentlichen Wahrnehmung. Doch auch jenseits des Dokumentarischen hat sich in Düsseldorf eine vielfältige Bandbreite der künstlerischen Nutzung der Fotografie herausgebildet, deren individuelle Ansätze und Konzepte oft weniger deutlich herausgestellt werden. Eine Ausstellung der hauseigenen Akademie-Galerie will mit 54 Positionen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur scheinbar monolithischen Becher-Klasse verdeutlichen.
Schon vor Bernd und Hilla Bechers Impulsen geht es vielen Studenten von Joseph Beuys nicht nur um das Festhalten von Aktionen des Meisters. Jenseits des Dokumentarischen reklamiert etwa Lothar Baumgarten mit seinen Fotografien den Schutz außereuropäischer Zivilisationen, bringt Katharina Sieverding Themen wie Körper, Weiblichkeit und Selbstdefinition zur Sprache. Beuys selbst nutzt für viele seiner Editionen fotografische Vorlagen. 1972 lenkt Sigmar Polke mit der Serie „Kölner Bettler“ den Fokus auf Außenseiter der Gesellschaft.
Die Ausstellung in der Akademie-Galerie präsentiert zudem eine Entwicklung, an der nicht nur Professoren, sondern maßgeblich auch Studenten beteiligt waren. Das Spektrum individueller Beiträge reicht vom Ausloten der Beziehung zwischen Malerei und Fotografie bei Gerhard Richter, Gattungsgrenzen auflösende, konzeptionelle Denkweisen wie bei Klaus Rinke, Jan Dibbets, Gerhard Merz oder Christopher Williams bis hin zu Film und Video mit Beispielen von Ole John Povlsen, Nan Hoover, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach und Rosemarie Trockel.
Die Ausstellung „Die Erfindung der Wirklichkeit - Photographie an der Kunstakademie Düsseldorf von 1970 bis heute“ ist bis zum 5. Februar 2012 zu sehen. Die Akademie-Galerie hat mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der an der Museumskasse 38 Euro kostet.
Akademie-Galerie
Burgplatz 1
D-40213 Düsseldorf
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