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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die Kunst seit 1950 schlug sich bei Venator & Hanstein in Köln hervorragend

Minimalistisch muss sein



Auf reges Interesse konnte das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein bei seiner vergangenen Versteigerung am 24. März bauen. Der überwiegend aus Druckgrafik und Handzeichnungen, aber auch einigen bemerkenswerten Gemälden und skulpturalen Arbeiten rekrutierte Bestand wurde zu knapp 66 Prozent übernommen. Die ganz großen Preise waren erwartungsgemäß zwar nicht dabei, aber gelegentlich wurde die Fünfstelligkeit erreicht. Von 3.000 Euro auf 10.500 Euro schwang sich beispielsweise ein rotes Leuchtfarbenbild Kuno Gonschiors aus dem Jahr 1970 mit kleinen Farbtupfern in „Vibr. Rot-Grün-Blau-Vio“. Die vorgesehenen 10.000 Euro schaffte Günther Ueckers Mappenwerk „Graphein“ mit zwölf Prägedrucken, 2002 unter anderem von der renommierten Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen in 120 Exemplaren herausgegeben.


Radikal reduktionistische Positionen wie diejenige Ueckers schienen überhaupt eine starke Anziehungskraft auszuüben. Anders sind die 6.500 Euro für Jan Schoonhovens acht rasterartigen Prägedrucke „Geprägte Strukturen“, 1972 ebenfalls in 120 Ausfertigungen erscheinen (Taxe 5.000 EUR), oder die 4.300 Euro für eine zweiteilige, mit Deckweiß übermalte Papierarbeit des jungen Franz Erhard Walther von 1961 kaum zu erklären (Taxe 2.000 EUR). Der Südkoreaner Lee Ufan, der auf dem internationalen Markt schon häufig mit sechsstelligen Auktionspreisen auf sich aufmerksam macht, reüssierte mit einer ebenfalls extrem minimalistischen, lediglich aus drei schwarzen Strichen bestehenden Kohlezeichnung aus dem Jahr 1994 bei 3.200 Euro (Taxe 3.000 EUR).

Der etwas weniger klangvolle Name Ad Dekkers zog dagegen nicht so sehr: Von vier seiner spartanischen Arbeiten wurden nur zwei unterhalb der Schätzungen vergeben, darunter die mit zarten, geometrischen Geraden auf weißem Grund bemalten „Lijnreliefs“ II und III von 1973 für 3.600 Euro (Taxe 4.000 EUR). Von den günstigeren Offerten fanden ein 1970 konzipierter „Staubkasten“ des ursprünglich zum Architekten ausgebildeten Bildhauers Erich Reusch für 1.800 Euro, mehrere Werke Peter Royens, darunter das weiße Großformat „D T“ mit Gitterstruktur von 1981/82 für 2.200 Euro (Taxen je 900 EUR), oder Michael Buthes farbenfrohes Sterneaquarell „Ohne Titel (unleserlich) von 1972 bei 1.400 Euro einen Abnehmer (Taxe 500 EUR).

Guten Absatz fanden auch einige Arbeiten aus Informel und verwandten Richtungen. Dicht hintereinander fanden eine 1957 getuschte kalligrafische „Composition“ des Franzosen Jean Degottex für 2.700 Euro (Taxe 2.400 EUR), eine reliefartig unter Verwendung von Goldbronze gestaltete Papierarbeit Antonio Dias’ von 1985 für 7.200 Euro (Taxe 2.000 EUR) sowie ein zart gemaltes und mit einem verschmutzten Hemd verziertes Bild Felix Droeses aus dem Jahr 1950 für 2.400 Euro den Weg nach draußen (Taxe 2.000 EUR). Antoni Tàpies’ zehn Farblithografien der „Suite 63 x 90“ von 1980 für 4.500 Euro (Taxe 6.000 EUR), eine Tuschfederzeichnung mit schwebenden Formen Peter Brünings von 1958 für 1.700 Euro (Taxe 400 EUR) und Otto Ritschls noch strukturbetonte „Komposition 47/23“ für 3.400 Euro gesellten sich hinzu (Taxe 1.500 EUR). Rund 20 Jahre später schuf er mit der nun 2.200 Euro teueren, gelbgrünen „Komposition 66/61“ dann Farbwolkenlandschaften (Taxe 1.500 EUR).

Für die ZERO-Kunst stand neben Ueckers Strukturprägungen eine Feuergouache Otto Pienes aus dem Jahr 1967, bei der sich hinter einem rußigen Fleck ein roter Schein der Sonne wie bei einer Sonnenfinsternis abzeichnet. Von 2.000 Euro auf 6.500 Euro kletterte hier der Zuschlagspreis. Zum engeren Umfeld der Düsseldorfer Künstlergruppe gehörte der 1913 geborene Ferdinand Spindel. Sein „Schaumstoffrelief II“ von 1963 und eine weitere Arbeit ähnlicher Art, die 1965 als Modell für die „Wolkendecke“ in der Aula des Schalker Gymnasiums in Gelsenkirchen entstand, scheinen von der Beliebtheit der „Achrome“ Piero Manzonis zu profitieren. Mit 4.000 Euro und 1.100 Euro wurden hier die Schätzungen ebenfalls weit übertroffen.

Die pralle Körperpräsenz der Figuren eines Johannes Grützke erzielte immerhin Achtungserfolge. Drei großformatige Pastelle des Berliner Meisters wie der „Landknecht“ von 1986 wurden für bis zu 2.600 Euro annähernd im Bereich der Schätzung zugeschlagen. Für einen von Markus Lüpertz’ fünfzig handbemalten Bronzegüssen des männlichen Akts „Salieri“ von 2009/10 gab es 6.500 Euro (Taxe 5.000 EUR). Bei Friedensreich Hundertwasser legte eine 1972 für die „Olympischen Spiele München“ in 200 Exemplaren herausgegebene Serigrafie auf 4.800 Euro leicht zu (Taxe 4.500 EUR), seine bunte, zehnteilige Farbserigrafiemappe „Look at it on a rainy day“ von 1971/72 enttäuschte dagegen mit 8.500 Euro ein wenig (Taxe 10.000 EUR), ebenso wie eine teppichartige dekorative Acrylscheibe des amerikanischen West-Coast-Minimalisten John McCracken von 1971 für 3.800 Euro (Taxe 5.000 EUR). Günstig waren dagegen wiederum die 2.400 Euro für Marcel Broodthaers’ konzeptuelle Papierarbeit „Musee Museum“ von 1972. Hier wurden nach heftigem Gefecht 6.200 Euro gezahlt.

Besonders begehrt war ein Stapel Briefe und Postkarten des Hamburger Urgesteins Horst Janssen aus den späten 1980er Jahren mit einer Vielzahl rascher, ideenreicher Zeichnungen. Hier blieb nichts liegen, ob als Einzelstück im drei- und niedrigen vierstelligen Preisbereich oder auch als Konvolut: 18.000 Euro und 13.000 Euro erzielten zwei dieser Stapel, der eine mit rund sechzig Briefen, der andere mit über zweihundert Postkarten, die der 1995 verstorbene Meister einer engen Freundin zukommen ließ (Taxen 7.500 und 2.000 EUR). Die Skulpturen waren durch Joachim Bandaus silbern schimmernde Bronze „Siamesische Köpfe“ von 1971 für 3.000 Euro (Taxe 2.400 EUR) und mehrere objekthafte Stücke Thomas Virnichs vertreten, von denen sein „Wikingerhorn“ und eine „Gläserne Mandolinenlandschaft“ jeweils von 1992 mit 2.500 Euro und 2.400 Euro die höchsten Beträge einspielten (Taxen 2.000 und 1.000 EUR). Als eine der wenigen Frauen war Rosemarie Trockel mit ihrem schalartigen Strickbild „Cogito ergo sum“ von 1988 bei 2.500 Euro angetreten und nahm dann 2.600 Euro wieder mit.

Gegen die jüngere Kunst traten die Meister der klassischen Moderne bei Venator & Hanstein insgesamt etwas in den Hintergrund. Zu nennen sind aus der Druckgrafik Max Liebermanns teils dicht schraffierte Radierung „Judenstraße, klein“ aus dem Amsterdamer Judenviertel für 1.300 Euro (Taxe 1.200 EUR), Karl Schmidt-Rottluffs 1917 datierter Holzschnitt „Die heiligen drei Könige“ für 6.000 Euro (Taxe 7.000 EUR) und Käthe Kollwitz’ Radierung „Arbeitslosigkeit“ von vor 1909 für 2.000 Euro (Taxe 1.800 EUR). Jeweils 5.500 Euro schafften Heinrich Nauens weich modelliertes Aquarell einer Landschaft unter stahlblauem Himmel (Taxe 1.500 EUR) und Walter Opheys auf wenige Linien reduzierte „Landschaft mit Signalanlage“, die sich wie ein neugieriger Fremdkörper etwas vorwitzig in den Vordergrund schiebt (Taxe 2.000 EUR). 3.200 Euro erreichte eine in Öl auf Papier gemalte, spätexpressionistische Seelandschaft aus dem vorletzten Lebensjahr Ernst Mollenhauers 1962 (Taxe 3.900 EUR).

Ohne Rückgang blieb ein gutes Dutzend Zeichnungen Karl Hofers, wobei sich die Bleistiftstudie einer elegisch „Knienden“ mit einem Zuschlagspreis bei 5.200 Euro als überraschend begehrt erwies (Taxe 900 EUR). Eine kleine, aber verdiente Wertsteigerung von 1.000 Euro auf 1.400 Euro zeichnete Hans Haffenrichters aquarellierte, prismatisch zerlegte „Landschaft mit Kirche“ aus, um 1922/24 während des Studiums am Bauhaus in Weimar geschaffen. Diesen Preisanstieg vollzog ebenfalls Ludwig von Hofmanns symbolistisches „Mädchen am Teich“ in Pastellkreiden. Auf 2.000 Euro verbesserte sich Fritz Schaeflers gemäßigt expressive Aquarell- und Gouachemalerei „Zeichnender Knabe vor der Balkontür“ (Taxe 1.500 EUR). Mit Jean Cocteaus ornamental linienbetonten Kopf eines jungen Mannes im Profil für 2.800 Euro (Taxe 2.500 EUR) und Pablo Picassos vom Stierkampf inspirierte Lithografie „La Pique III“ von 1959 für 6.300 Euro kam nochmals französisches Flair in die Auktion (Taxe 2.400 EUR).

Etwas Fotografie fand sich auch im Angebot des Kölner Auktionshauses. Bei Bernd und Hilla Becher kamen für die Offsetlithografie mit vier Betonmisch- und Steinzerkleinerungsanlagen, die 1971 hundertmal gedruckt wurde, 500 Euro zusammen (Taxe 400 EUR). Mit 3.400 Euro platzierten sich die neun Portraitfotografien von Stefan George höher, die Theodor Hilsdorf zwischen 1910 und 1930 von dem Dichter schoss (Taxe 2.000 EUR). Neben zwei Werken wiederum von Marcel Broodthaers für 3.200 Euro und 3.400 Euro weit über den dreistelligen Schätzungen ragten bei den Künstlerbüchern Hanne Darbovens dreiunddreißig Bände umfassende „Schreibzeit“ von 1999 für 5.000 Euro (Taxe 7.500 EUR) und der zweite Band von Gustav Schieflers Ausgabe der Grafik Ernst Ludwig Kirchners von 1931 für 4.000 Euro hervor (Taxe 6.000 EUR).

Albrecht Dürers bemerkenswert profaner Kupferstich eines jungen Paares „Beim Spaziergang“ für 2.900 Euro (Taxe 2.000 EUR), zwei provenienzgleiche Handzeichnungen eines holländischen Barockmeisters mit den Heiligen Johannes Evangelist und Petrus für 3.200 Euro und 4.300 Euro (Taxen je 600 EUR) und Rembrandts um 1632 entstandene Radierung „Das Reitergefecht“ für 8.000 Euro bildeten einige der Höhepunkte der Altmeistergrafik (Taxe 10.000 EUR). Komplett übernommen wurden ferner fünf der berühmten „Invenzioni Capric di Carceri“ des Italieners Giovanni Battista Piranesi zwischen 3.600 Euro und 5.000 Euro (Taxen je 3.000 EUR). Lucas van Leydens 1516 datierter Kupferstich „Die Verstoßung der Hagar“ für 1.300 Euro (Taxe 1.000 EUR) und der „Tod und drei nackte Frauen“ von Hans Sebald und Barthel Beham um 1540 für taxgerechte 1.500 Euro sowie aus dem 19ten Jahrhundert Michael Nehers detailfreudige Zeichnung mit dem Palazzo Vecchio und der Domkuppel in Florenz für 1.000 Euro standen ebenfalls auf der Habenseite (Taxe 600 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19

Startseite: www.venator-hanstein.de



01.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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