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Marktberichte |
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Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München  Fächerfrau

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 |  | René Lalique, Collier, um 1910 | |
Fast 250 Gläser hat das Münchner Auktionshaus Quittenbaum für seine Versteigerung von Jugendstil und Art Déco zusammengetragen und an den Anfang gestellt. Dabei sind es einmal mehr die großen französischen Firmen, die hier glänzen, wie Emile Gallé in Nancy. Als das Unternehmen allmählich seinem wirtschaftlichen und künstlerischen Höhepunkt entgegenstrebte, in den Jahren um 1890, entstand auch die Vase „Chêne lorrain“, ein ansatzweise balusterförmiges, aber in seiner Gestalt zugleich sehr frei gehandhabtes Stück von gut zwanzig Zentimetern Höhe, das durch seine erdige grünlich-bernsteinartige Farbigkeit in den Bann schlägt. Als Dekor dienen die Zweige einer Traubeneiche, die ja selbst so ein altes erdiges Geschöpf der Natur ist. 17.000 bis 20.000 Euro hat Quittenbaum für die Vase veranschlagt. Ein anderes Gallé-Stück ist die Vase „Tulipes“ von circa 1892, in ihrem sechskantigen Grundriss strenger als die vorige, aber mit ihrem Dekor nicht weniger suggestiv. Hier stehen 13.000 bis 16.000 Euro auf dem Etikett.
Die große Konkurrenz der Daum Frères ist am 24. April zwar zahlreich vertreten, doch ein eindeutiges Prunkstück vermag Quittenbaum nicht zu benennen. Mehr als 5.000 bis 6.000 Euro für die Vase „Primevères“ von 1919 wird es wohl nicht geben. Dafür hat Gabriel Argy-Rousseau mit „Algues et Poissons“ ein teueres Werk aus demselben Jahr bieten, das fast zerbrechlich zart wirkt und mit 12.000 bis 14.000 Euro auch als kostbar eingeschätzt wird. Übertroffen werden all diese Arbeiten aber von einer bereits dem Art Déco verpflichteten Vase René Laliques aus dem Jahr 1925, „Tourbillons“ geheißen und mit kräftig reliefierten, tiefen Kerben, deren Stege schwarz emailliert sind und Wirbel vorstellen sollen – mehr Skulptur als Gefäß. 24.000 bis 28.000 Euro sind auch ein stolzer Preis. Von den Produkten anderer Länder verdienen zwei weiblich gerundete Papillon-Vasen von Johann Lötz Witwe mit Metallmontierungen Moritz Hackers von 1898 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) und eine duftige „Millefiori“-Paperweight-Vase von Louis Comfort Tiffany in New York wiederum aus dem Jahr 1919 für 6.500 bis 8.000 Euro eine Hervorhebung.
Ebenso reich ist die Auswahl an keramischen Arbeiten. Zu den schönsten Erzeugnissen gehört eine um 1900 bei Arte della Ceramica in Florenz hergestellte Vase, deren malerischer Dekor von Galileo Chini irgendwo zwischen Botticelli-Renaissance und Präraffaeliten changiert (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Für bis zu 14.000 Euro gibt es wieder mehrere der vogel- und distelgeschmückten Eierschalenporzellane der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg in Den Haag aus den ersten Jahren des 20sten Jahrhunderts, zumeist bemalt von Samuel Schellink. Freunde des Figürlichen werden sich an einem dudelsackblasenden Araber delektieren, den Adolph Amberg 1910 für seinen berühmten Hochzeitszug von KPM in Berlin entwarf. Er steht in einer farbigen Fassung aus dem Jahr 1911 für 6.000 bis 8.000 Euro bereit. Jugendstilig-hieratisches Flair verbreitet Karl Klaus’ Frauenfigur mit Trauben und Vogel, ausgeführt um 1908 von Ernst Wahliss (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).
In der Rubrik „Metall“ finden sich so unterschiedliche Arbeiten wie Camille Faurés abstrahiert blütengeschmückte Vase aus den 1920er Jahren für 5.000 bis 6.000 Euro und die betont rustikal-bodenständigen Entwürfe von Gustav Gurschner für ein Paar Vase um 1908 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Joseph Maria Olbrich hat sich 1902/03 für ein vierteiliges Kaffee- und Teeservice aus Zinn einen quadratischen Stand und darüber sich leicht verjüngende Wandungen mit geometrischen Zierelementen ausgedacht (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Ein vergoldetes Modell für ein Altargerät von Theodor Wende um 1925 mutet dann schon wie eine futuristische Rakete an (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).
Es schließen sich die Skulpturen an, überwiegend aus Bronze, gelegentlich aber auch mit Hinzufügung von Elfenbein, so dass die berühmten Chryselephantine-Figuren entstehen, von denen Demetre Chiparus’ kecke „L’Innocence“ aus der Zeit um 1922 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR) und Joé Descomps’ ähnlich erotisch aufgeladene „Tarantella“ um 1910/20 die edelsten sind (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Frommer geht es bei Louis-Ernest Barrias’ in voller Rüstung stehender „Jeanne d’Arc“ um 1890 zu (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Während ein Panther von Maurice Prost um 1928 edel und elegant daher schleicht (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), ergeht sich Stephan Abel Sindings Walküre von 1908 in einem wilden, ungebändigten Ritt auf einem Pferd (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Gelegentlich spielt auch der praktische Nutzen eine Rolle, beispielsweise bei einem Duo kniender Frauen „oben ohne“ von Pierre Le Faguays, die gemeinsam einen Leuchtkörper von Daum Frères in die Höhe halten (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). In gleicher Funktion ist ein zwischen Sträuchern kniendes Mädchen bei einer Schöpfung der Schwedin Alice Nordin von 1912 tätig (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).
Einige der teuersten Exponate finden sich in der Silberabteilung, so das 242teilige Besteck „Pyramide“ der Kopenhagener Firma Georg Jensen nach Entwurf von Harald Nielsen von 1926 für 18.000 bis 20.000 Euro, vor allem aber ein fünfzig Zentimeter langes Tablett, das Henry van de Velde 1903 für Theodor Müller in Weimar entwarf. Das Stück ist funktional konzipiert und besitzt gleichwohl eleganten Schwung sowie eine kostbare Materialität. Überdies hat es mit dem neoimpressionistischen Maler Curt Herrmann einen durchaus prominenten Vorbesitzer gehabt. 55.000 bis 60.000 Euro möchte Quittenbaum dafür sehen. Erstaunlich gut bestückt ist auch die Schmuckofferte. Wiederum führt hier ein noch erschwingliches Werk – ein goldener Anhänger mit Pablo Picassos „Profil de Jacqueline“, 1956 von Pierre Hugo in zwanzig Exemplaren verbreitet (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR) – zu einem wahren Schatz: Mit 60.000 bis 70.000 Euro ist ein goldenes Collier René Laliques bewertet, das in typischer Jugendstilmanier das Kleid und die Haare einer Dame in fächerförmige Dekorationen übergehen lässt.
Eine recht sachliche und doch stimmungsvoll inszenierte „Landschaft bei Dachau“ Tina Blaus von 1870 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und vor allem Christian Rohlfs’ teils gekratzte Tempera „Blauer Mondschein am Lago Maggiore“ von 1933 für 40.000 bis 50.000 Euro sind die Hingucker der kleinen Gemäldegalerie. Bei den Zeichnungen gesellen sich Koloman Mosers stilisierte „Kranzträgerinnen“ auf einer Studie für den Fries des Wiener Secessions-Gebäudes von 1897/98 für 5.000 bis 8.000 Euro hinzu. Bei den Möbeln dominiert wieder der Jugendstil insbesondere französischer Herkunft um 1900 wie Louis Majorelles achtteiliges Speisezimmer „Chicorées“ für 16.000 bis 20.000 Euro und Emile Gallés Teetisch „Les Vases“ für 4.500 bis 6.000 Euro. Die strengere deutsche Variante vertritt Joseph Maria Olbrichs leicht klassizistisch beeinflusste Blumensäule aus einem Musikzimmer um 1905, zu der sich zwei passende Armlehnsessel gesellen (Taxen je 6.000 bis 8.000 EUR). Für das etwas jüngere Design steht eine fesch geschwungene, schwarz lackierte Poudreuse der 1930er Jahre, entworfen von André Domin und Marcel Genevrière für ihr Pariser Möbelstudio Maison Dominique (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).
Die Auktion beginnt am 24. April um 12 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist am 19. und 20. April täglich von 10 bis 18 Uhr, am 21. und 22. April von 13 bis 17 Uhr sowie am 23. April von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Onlinekatalog listet die Objekte unter www.quittenbaum.de. |  | Kontakt: Quittenbaum Kunstauktionen Theresienstraße 60 DE-80333 München |
 | Telefon:+49 (089) 273 702 125 | Telefax:+49 (089) 273 702 122 |  |  | E-Mail: info@quittenbaum.de |  | Startseite: www.quittenbaum.de |
19.04.2012 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 39 | Seiten: 1 • 2 • 3 • 4 • 5
 Adressen (1) • Kunstwerke (37) • Im Verkauf - Events (1) |  | •  | Bei:
Quittenbaum Kunstauktionen |  | •  | Kunstwerk:  Joé Descomps, Tarantella, um 1910/20 |  | •  | Kunstwerk:  Pierre Le Faguays, Tischleuchte, 1920er Jahre |  |  | •  | Kunstwerk:  Alice Nordin, Figurenlampe, 1912 |  | •  | Kunstwerk:  Maurice Prost, Panther, um 1928 |  | •  | Kunstwerk:  Stephan Abel Sinding, Walkürenritt, 1908 |  |  | •  | Kunstwerk:  Harald Nielsen, Besteck „Pyramide“, 1926 |  | •  | Kunstwerk:  Henry van de Velde, Tablett, 1903 |  | •  | Kunstwerk:  Emile Gallé, Vase „Chêne lorrain“, Nancy 1889/95 |  |  |
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 Maurice Prost,
Panther, um 1928 |  | Taxe: 8.000 - 10.000 EURO Losnummer: 685 |  |  |  |  |  | 
 Galileo Chini, Vase,
Florenz um 1900 |  | Taxe: 7.000 - 9.000 EURO Losnummer: 248 |  |  |  |  |  | 
 Louis Majorelle,
Speisezimmer
„Chicorées“, um 1900 |  | Taxe: 16.000 - 20.000 EURO Losnummer: 939 |  |  |  |  |  | 
 Demetre Chiparus,
L’Innocence, um 1922 |  | Taxe: 14.000 - 18.000 EURO Losnummer: 659 |  |  |  |  |  | 
 Joé Descomps,
Tarantella, um
1910/20 |  | Taxe: 7.000 - 9.000 EURO Losnummer: 661 |  |  |  |  |  | 
 Samuel Schellink,
Vase, Den Haag 1914 |  | Taxe: 4.000 - 5.000 EURO Losnummer: 346 |  |  |  |  |  | 
 Pierre Le Faguays,
Tischleuchte,
1920er Jahre |  | Taxe: 6.000 - 7.000 EURO Losnummer: 677 |  |  |  |  |  | 
 Camille Fauré, Vase,
1920er Jahre |  | Taxe: 5.000 - 6.000 EURO Losnummer: 536 |  |  |  |  |  | 
 Christian Rohlfs,
Blauer Mondschein am
Lago Maggiore, 1933 |  | Taxe: 40.000 - 50.000 EURO Losnummer: 897 |  |  |  |  |  | 
 Cornelis Willem
Johannes `t Hart,
Tasse mit
Unterteller, Den
Haag 1914 |  | Taxe: 2.000 - 3.000 EURO Losnummer: 347 |  |  |  |  |  | 
 Alice Nordin,
Figurenlampe, 1912 |  | Taxe: 2.000 - 2.500 EURO Losnummer: 681 |  |  |  |  |  | 
 Tina Blau,
Landschaft bei
Dachau, 1870 |  | Taxe: 12.000 - 15.000 EURO Losnummer: 880 |  |  |
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