Franz Erhard Walther am ZKM Karlsruhe Der Beziehung zwischen Werk, Künstler und Betrachter gehört das Interesse des Objektkünstlers Franz Erhard Walther, dem das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe dem Wochenende eine Ausstellung widmet. Der 1939 in Fulda geborene Walther hat in den 1960er Jahren den von Marcel Duchamp in Frage gestellten Begriff der Skulptur diskursiv weiterentwickelt. In seinen Objekten und Textilskulpturen sollte der Betrachter aktiver Bestandteil sein; er sollte sie „benutzen“ und neu arrangieren. Damit gehört Walther zu den Pionieren eines neuen Verständnisses des Kunst-Betrachters: Der Rezipient als Bestandteil des Kunstwerks wurde selten so radikal ernst genommen.
Franz Erhard Walther Schaffen lässt sich als Synthese aus Prozesskunst, Minimal Art und Konzeptkunst deuten. Ihm sind der aktive Umgang mit einem künstlerischen Angebot, die Erfahrung der Haptik von Stoffen und Materialien, das Empfinden der eigenen Körperlichkeit und das daraus resultierende Handeln im Raum wichtig. Daher präsentiert das ZKM im Rahmen des diesjährigen Ausstellungsschwerpunktes der Performativität einen Großteil der „Schreitsockel“ und erstmalig die kompletten „Standstellen“-Arbeiten Walthers, die von Fotografien und Zeichnungen des Künstlers begleitet werden. Aus Anlass der Ausstellung wird die erste Publikation von Franz Erhard Walther „Objekte, benutzen“ von 1968 neu aufgelegt und aktualisiert.
Die Ausstellung „Franz Erhard Walther. Raum durch Handlung“ wird am 25. Mai um 19 Uhr eröffnet und läuft im Anschluss bis zum 9. September. Das Museum für Neue Kunst am ZKM hat mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
ZKM – Museum für Neue Kunst
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