Karljosef Schattner verstorben Mit Karljosef Schattner starb am Dienstag ein Architekt der Nachkriegszeit, der erst spät zu Ruhm kam, aber dann sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung genoss. Als Leiter des Diözesanbauamtes und des Universitätsbauamtes in Eichstätt war sein Schaffen auf die dortige Region beschränkt. Hier ließ er aber viele Gebäude entstehen, die das Stadtbild von Eichstätt auf besondere Weise prägen. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Umbauten der ehemaligen fürstbischöflichen Sommerresidenz zu einem Verwaltungsgebäude der Katholischen Universität Eichstätt, des Ulmer Hofes zur Fachbereichsbibliothek Theologie und eine Große Anzahl an Kirchen und Kapellen. Seine Bauten sind sowohl von der Tradition als auch von der Moderne geprägt. Er erweiterte historische Denkmäler mit klarer neuer Architektur und verarbeitete moderne Materialien. Karljosef Schattner vertrat die Meinung, dass in der Architektur „der Dialog zwischen dem Heute und Gestern notwendig ist und eine Auseinandersetzung zwischen beiden stattfinden muss“.
Der 1924 in Gommern bei Magdeburg geborene Karljosef Schattner absolvierte nach dem Kriegsdienst eine kaufmännische Lehre in seiner Heimatstadt. Sein Architekturstudium begann er im Jahr 1949 an der Technischen Hochschule in München und arbeitete danach im Münchner Architekturbüro von Franz Hart, bevor er sich als Architekt selbstständig machte. Ab 1957 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1991 hatte Schattner das Amt des Bauleiters der Diözese Eichstätt inne, zwischen 1985 und 1994 war er als Professor an der Technischen Universität Darmstadt tätig. Das Wirken des Architekten und Ehrenbürgers der Stadt Eichstätt wurde spät, aber dafür mit umso zahlreichen wichtigen Auszeichnungen wie der Heinrich-Tessenow-Medaille in Gold (1986), dem Mies-van-der-Rohe–Preis (1988), dem Großen Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten (1990) oder der Leo-von-Klenze-Medaille des Freistaates Bayern (2009) gewürdigt. |