Hector-Preisträger in der Kunsthalle Mannheim Eine junge Künstlerin aus dem Iran und ein noch jüngerer Künstler aus Deutschland werden morgen Abend mit dem Hector-Kunstpreis und dem Hector-Förderpreis ausgezeichnet und in den kommenden drei Monaten in der Kunsthalle Mannheim der Öffentlichkeit vorgestellt. Die 1971 in Isfahan geborene Nairy Baghramian wird durch den mit 20.000 Euro dotierten Hector-Kunstpreis als bereits etablierte künstlerische Position hervorgehoben. Ihr Werk verbindet Skulptur aus allen Arten von Materialien, Fotografien und Texte zu oft raumfüllenden Installationen, die sich gleichwohl durch große Leichtigkeit, mitunter äußerst verknappten Minimalismus charakterisieren. Bereits 2007 wurde Baghramian mit dem Förderpreis Bildende Kunst der Schering Stiftung geehrt. Sie lebt und arbeitet heute in Berlin.
Hannes Broecker, der den mit 5.000 Euro ausgestatteten Hector-Förderpreis erhält, wurde 1980 im schleswig-holsteinischen Eckernförde geboren und absolvierte zwischen 2003 und 2008 ein Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Seit 2008 ist er Meisterschüler bei Christian Sery. Broeckers „künstlerisches Revier“, so die Jury, „ist der urbane Raum. Sein Interesse gilt vorwiegend der Kreativität der Straße, der subkulturellen Kunst im öffentlichen Raum, die er in stark abstrahierter Form in den Ausstellungskontext überführt. Dabei arbeitet er meist mit einfachen Materialien wie Sperrholz, Glas, Beton und Gips, die von ihm farbig gefasst werden.“
Hector-Kunstpreis und Hector-Förderpreis werden von der Kunsthalle Mannheim und der Weinheimer H.W. & J. Hector-Stiftung seit 1997 im dreijährigen Rhythmus vergeben und richten sich primär an jüngere Künstler in Deutschland, deren Werk sich im dreidimensionalen Raum bewegt. Bisherige Preisträger waren unter anderen Martin Schmidt, Florian Slotawa sowie zuletzt 2009 – nach einer Neustrukturierung des Preises – Tobias Rehberger. Zur diesjährigen Jury gehörten unter anderem Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und Kuratorin des deutschen Pavillons auf der Biennale di Venezia 2011, sowie Yilmaz Dziewior, Direktor des Kunsthauses Bregenz.
Die Ausstellung „Hector-Kunstpreis + Hector-Förderpreis“, in der mit Robert Ludwig, Pauline M’barek und dem Kollektiv Jochen Schmith auch die übrigen Förderpreis-Kandidaten vorgestellt werden, läuft vom 21. Juli bis zum 28. Oktober. Die Kunsthalle Mannheim hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr bei freiem Eintritt. Der reguläre Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
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