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Journal

Die österreichische Seenlandschaft rund um Bad Ischl inspirierte viele Künstler. Zudem prägen kunsthistorische Kostbarkeiten die malerische Region

Das Salzkammergut – eine Bühne für die Künste



Die Kaiservilla in Bad Ischl

Die Kaiservilla in Bad Ischl

Türkisfarben schimmernde Seen, schroffe Felsmassive und stimmungsvolle Lichtschlieren kennzeichnen die Landschaft des Salzkammergutes. Nicht verwunderlich, dass dies Künstler anzog. Der Maler Gustav Klimt ließ sich während seiner Sommerfrische am Attersee zu zahlreichen Gemälden inspirieren. Zwischen 1900 und 1916 entstand hier ein umfangreicher Fundus von Landschaftsbildern des bekannten Wiener Jugendstilmalers. Auch Jakob Alt und sein Sohn Rudolf von Alt trugen mit ihren Veduten zur Bekanntheit der Gegend bei. Moritz von Schwind weilte hier und schuf vermutlich die Fresken im Gemeindehaus von Lauffen. Friedrich Loos, Friedrich Gauermann oder Ferdinand Georg Waldmüller entdeckten gleichfalls das Salzkammergut mit dem Pinsel, wobei letzterer speziell der Gegend um Bad Ischl besondere Aufmerksamkeit widmete. Auch Malerfürst Hans Makart hielt sich hier auf, arbeitete die Motive aber in seinem Wiener Atelier aus. Erst das Aufkommen der Fotografie drängte die Landschaftsmaler in den Hintergrund. Musiker, allen voran Franz Lehár, verbrachten hier den Sommer, bevor der Film Bad Ischl und Umgebung eroberte.


Nicht zu vergessen ist der berühmteste Gast: 83 Sommer hielt Kaiser Franz Joseph I. in Bad Ischl auf. Seine Mutter, Erzherzogin Sophie, schrieb es der Heilkraft der Ischler Solebäder zu, dass nach langem Warten 1830 endlich der Thronfolger geboren wurde, dem noch zwei weitere „Salzprinzen“ folgten sollten. 1853, im Verlobungsjahr Franz Josephs, erwarb Mutter Sophie ein hoch über der Ischl auf einem Felssporn gelegenes Landhaus als Hochzeitsgeschenk. Sie ließ es von dem Architekten Antonio Legrenzi umbauen und um zwei Flügel erweitern. Von oben betrachtet ergibt das zwei Höfe hufeisenförmig rahmende Gebäude ein E in Anspielung auf Elisabeth von Bayern, der Ehefrau Franz Josephs.

Die Kaiservilla, einst in Altrosa, gegenwärtig in „Kaisergelb“ gehalten, ist samt 18 Hektar großem Landschaftspark heute im Besitz einer Seitenlinie des Hauses Habsburg. Erzherzog Markus Emanuel Salvator lebt hier mit seiner Familie. Die Residenz ist kein Prunkschloss, sondern ein großbürgerlich anmutendes Sommer- und Jagdhaus, in dem neben zwei eher bescheiden anmutenden Festsälen die ehemaligen Wohnräume Kaiser Franz Josephs und seiner Gemahlin Sissi unverändert erhalten und zu besichtigen sind. 1800 Jagdtrophäen verteilen sich über die historischen Räumlichkeiten. Hier wie auch im kleinen „Marmorschlössl“, einem Teehaus im Tudorstil, wurden die Sissi-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm Ende der 1950er Jahre gedreht. Überhaupt ist Bad Ischl ein Ort, der vielen Filmklassikern eine adäquate Kulisse bot. Von „Kaiserball“ (1956), „Ludwig II“ (1972) bis hin zur „Soko Donau“ (2012) bot das Solebad 21 teils mehrteiligen Produktionen eine grandiose Naturkulisse.

Das idyllisch mit der Landschaft verschmolzene Modebad der österreichisch-ungarischen Monarchie mit der für Kurorte typischen Villenarchitektur weist einige architekturgeschichtlich bedeutende Bauten auf, so das markante von Dekor überladene, 1893 geplante Postamt oder die elegante klassizistische Trinkhalle. Der ab 1829 vom Wiener Architekten Franz Xaver Lössl in der Form eines Tempels erschaffene Bau besticht durch vornehme weiße Säulen mit vergoldeten Blattkapitellen. Einen Blick werfen sollte der Besucher auch auf den zwischen Tradition und Moderne oszillierende Bau der heutigen Eurotherme. Das 1928 vom renommierten Architekten Clemens Holzmeister geplante Bad zählen Experten zu seinen wichtigen Werken.

Als im Mai 1945 die Amerikaner ankamen, stapelten sich in den Salzbergwerken von Bad Ischl und Altaussee Kunstschätze in Milliardenwerten, die vor den Kriegshandlungen in Sicherheit gebracht worden waren. Wer mit Alten Meistern auf Zeit wohnen möchte, muss sich in Schloss Fuschl einquartieren. Auf einer Halbinsel über dem gleichnamigen See thront malerisch auf einem Felssporn das auf das Jahr 1461 zurückgehende, kraftstrotzende Turmschloss. Wenig bekannt dürfte sein, dass der deutsche Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop nach der Beschlagnahmung des Anwesens 1939 während der Sommer hier residierte und Staatschefs sowie Diplomaten empfing. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges arbeitete hier auch ein Teil der Leitung des Deutschen Außenministeriums. Seit 1947 wird das Schloss als Hotel genutzt und sukzessive immer weiter ausgebaut. Besonders während der nahen Salzburger Festspiele entwickelt es sich zu einem beliebten Treffpunkt. Hochrangige Prominenz der Politik kehrte hier ein: Jawaharlal Nehru, Nikita Chruschtschow, Anwar as-Sadat, Gerald Ford, Jiang Zemin waren bislang darunter.

1955 schrieb das Anwesen Filmgeschichte: Schloss Fuschl war Drehort für den ersten Sissi-Film. Der anhaltende Erfolg machte den Ort einem Millionenpublikum bekannt. In den Filmen verkörpert Fuschl Schloss Possenhofen am Starnberger See, Sissis Elternhaus. Im Jagdhof vor dem Schloss ist heute das „Sissi-Museum“ untergebracht. Die als Hommage an eine Figur der Zeitgeschichte und ihren Mythos gestaltete Präsentation enthält Stücke aus dem Besitz der Kaiserin, darunter originales Mobiliar. 2006 eröffnet im erweiterten und grundlegend sanierten Gesamtkomplex ein Luxushotel, das in den Gästezimmern wie auch den öffentlichen Räumen Gemälde Alter Meister der „Schloss Fuschl Collection“ zur Schau stellt. Mit der Münchener Kunsthandlung Bernheimer Fine Old Masters entwickelten die Betreiber dazu das Konzept „Zu Gast bei Alten Meistern“.

Im Salzkammergut finden sich weitere kunsthistorisch einzigartige, für Filmproduktionen geeignete Orte. Die in der nähe des Fuschlsees gelegene Gemeinde Faistenau beispielsweise versetzt mit ihrem heimelig anmutenden Ortsbild in vergangene Epochen. Der Dorfplatz mit der tausendjährigen Linde und der das Ortsbild prägenden Pfarrkirche mit dem malerischen Doppelzwiebelturm war eine Kulisse für die österreichische Krimiserie „Vier Frauen und ein Todesfall“. Nicht weit entfernt bei Hof steht noch in unverändertem Zustand das in einem Lehnsprotokoll von 1461/66 erstmals erwähnte „Rauchhaus Mühlgrub“. Bis ins Jahr 1965 wurde der von einer Streuobstwiese umgebene Flachgauer Einhof bewohnt, in dem Stube, Stall, Bergeräume in einem Mehrzweckgebäude zusammenfasst sind. Das Besondere ist das Fehlen eines Schornsteins, so dass der Rauch durchs ganze Haus zieht. Auf diese Weise trocknet er das im Obergeschoß gelagerte Getreide. Lediglich ein hölzerner Feuerhut schützt gegen Funkenflug. Vor der heutigen Museumsnutzung gab es im Haus weder fließendes Wasser noch Strom.

Wer auf den Spuren von Filmen berühmter Plätze wandelt, kommt kaum am Wolfgangsee vorbei. Einem Open Air-Studio gleicht der Mozartort St. Gilgen mit seinem markanten Rathaus im Zentrum. Ab September 2012 wird hier der RTL-Film „Die Helden“ gedreht, wobei St. Gilgen die Kulisse eines Schwarzwalddorfes abgeben muss. Nach Rom, Aachen und Einsiedeln war St. Wolfgang vom 13ten bis zum 16ten Jahrhundert einer der wichtigsten Wallfahrtsorte. Fünf Jahre soll der Regensburger Bischof Wolfgang in einer nahen Höhle als Einsiedler gehaust haben. Von hier aus warf er ein Handbeil mit dem Gelöbnis, am Fundort eine Kirche zu bauen. Heute steht da die gotische Pfarrkirche von St. Wolfgang. In dem hoch über dem Ort gelegenen Gotteshaus mit dem markanten 64 Meter hohen, von einer barocken Haube gekrönten Turm findet sich in der Wolfgangkapelle ein Nachbau seiner Einsiedlerhöhle. Von einem Barockaltar Thomas Schwanthalers aus dem Jahr 1676 abgesehen, ist der 1481 geschnitzte Flügelaltar im Mittelschiff kunsthistorisch von Bedeutung. Er stammt aus der Hand des berühmten Südtirolers Michael Pacher.

Quasi im Schatten unterhalb der Kirche unmittelbar am Seeufer steht das legendäre Romantikhotel „Weißes Rössel“. Weltweite Publicity erlangte es durch die Verfilmung der Operette „Im Weißen Rössel“ im Jahr 1960 mit Waltraud Haas und Peter Alexander. Am 15. Mai 1912, also vor einhundert Jahren, erwarb Paul Johann Peter das Weiße Haus neben der Pilgerkirche und verwandelte es in ein Seehotel. Noch immer im Besitz der Familie, managt heute Rösslwirtin Gudrun Peter das Unternehmen und zieht mit ihren drei Töchtern die sechste Generation heran.

500 Jahre Tradition als Keramikstadt besitzt Gmunden am Traunsee. Schon im 17ten Jahrhundert galt der Ort als Hochburg österreichischer Kunst- und Gebrauchskeramik. 1903 wird die Gmundener Tonwarenfabrik gegründet, Grundstock der heutigen Gmundener Keramikmanufaktur. Der jährlich im August auf dem Stadtplatz stattfindende österreichische Töpfermarkt findet bei Keramikliebhabern großes Interesse. Hier steht auch das stattliche Rathaus. Neben Lauben, Ecktürmen sowie reichen Stuckdekorationen des 1756 in der heutigen Form vollendeten Baus enthält es das einzige Keramikglockenspiel Österreichs. Alle 24 Glocken wurden 1957 in der Meißener Porzellanmanufaktur gefertigt. Auch die gotische, aber barock überformte Pfarrkirche mit der charmant anmutenden Turmhaube in Zwiebelform lohnt einen Besuch. Unter den kostbaren Interieurs ragt der wiederum von Thomas Schwanthaler 1678 geschaffene Hochaltar heraus. Als einziger in Österreich zeigt er im Zentrum eine Dreikönigsgruppe, die Vorbild für viele Krippen des Salzkammergutes wurde.

Idyllisch vor den Toren der Stadt auf einer kleinen Felseninsel im Traunsee liegt Schloss Ort. Bekanntheit verlieh der Wasserburg die Fernsehserie „Schlosshotel Orth“. Von 1996 bis Oktober 2004 wurden hier 144 Folgen gedreht. Erwähnt wurde die niemals als Hotel genutzte Burg im Jahr 909; ihr heutiges Aussehen erhielt sie nach einem Brand erst 1634. Der Besucher muss zunächst über die 123 Meter lange Holzbrücke schreiten. Durch den von einer Zwiebelhaube gekrönten Torturm gelangt man in den dreieckigen, an zwei Seiten von Arkaden gesäumten Innenhof. Ein kleines Museum, Kapelle, Standesamt und ein Restaurant gruppieren sich neben Veranstaltungssälen um den Hof. Den Werbewert des Films für Gmunden beziffern Fachleute mit 216 Millionen Euro. 380 Hochzeiten werden jährlich auf Schloss Ort gefeiert. Wenn das alles keine Gründe sind, mal ins Salzkammergut zu reisen.

www.salzkammergut.at



04.09.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Jagdhof im Areal von Schloss Fuschl

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Enfilade der Räume von Kaiser Franz Joseph in der Kaiservilla von Bad Ischl

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Franz Xaver Lössl, Trinkhalle, Bad Ischl 1829-1831

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Dreikönigsgruppe im Hochaltar von Thomas Schwanthaler

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Das Rathaus von St. Gilgen am Wolfgangsee

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Der Hochaltar von Thomas Schwanthaler in der Pfarrkirche von Gmunden am Traunsee

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Franz Xaver Lössl, Trinkhalle, Bad Ischl 1829-1831

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Wolfgang-Kapelle in Pfarrkirche von St. Wolfgang am Wolfgangsee

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Schloss Ort in Gmunden am Traunsee

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