Picasso-Ausstellung in Paris Wieder einmal ist Picasso zu sehen, diesmal aber in einer Perspektive, mit der sich Ausstellungsmacher und Kunsthistoriker selten befassen: es geht um sein erotisches Œuvre, das ab dem 20. Februar bis zum 20. Mai in Jeu de Paume in Paris zu bewundern ist. Die Ausstellung „Picasso érotique“ gilt als Premiere: Zwar gelten Picassos Werke als erotisch, jedoch „große Ausstellungen über seine Welt der Lüste und Begierden gab es noch keine“, wie der Direktor des Pariser Picasso Museums, Gerard Regnier, erklärt.
Picassos erotische Phantasien wurden des öfteren als „pervers“ und „schmutzig“ verschrieen. Selbst seine Künstlerkollegen empfanden die offenherzigen Darstellungen als niveaulos. Gerard Regnier beteuert, daß seine Ausstellung „keine Pornografie“ zeigt, sondern „äußerst sinnliche und erotische Werke“. Picasso selbst erklärte einst: „Die Kunst ist nicht keusch, und wenn sie es wäre, dann wäre sie keine Kunst.“
Die Schau umfasst die gesamte Schaffensperiode: Angefangen bei den Bildern, die zwischen 1900 und 1905 entstanden sind, als Bordelle eine Art zweites Zuhause für den Künstler waren und er zwischen romantischer Liebe und sexueller Begierde schwankte. Die dreißiger Jahre waren geprägt von seiner Trennung von Olga Koklowa und seiner Beziehung zu Dora Maar sowie den politischen Ereignissen. In diesen Jahren entstanden Bilder wie „Dora und der Minotaurus“ oder „Minotaurus, der eine Frau vergewaltigt“. Die Werke der sechziger Jahre zeigen den Voyeur Picasso. Es sind Bilder von Männern, die Frauen lüstern anstarren und in denen die Sehnsucht nach Jugend zum Vorschein kommt. „Das Alter zwingt uns aufzuhören, dennoch hat man Lust zu rauchen. Mit der Liebe verhält es sich ebenso. Man liebt nicht mehr, hat aber noch Lust.“
Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 12 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr.
Galerie nationale du Jeu de Paume
1, place de la Concorde
F-75008 Paris
Telefon: +33 (0)1 – 47 03 13 25 |