Würzburger Hofkirche wieder geöffnet Nach dreijährigen Restaurierungsarbeiten wurde heute die Hofkirche der Würzburger Residenz mit einem Gottesdienst feierlich eröffnet. Damit erstrahlt ein Juwel der barocken Baukunst in neuem Glanz und ist wieder für Besucher sowie Gläubige zugänglich. Die rund 3,5 Millionen Euro teueren Sanierungsmaßnahen waren notwendig, um die Schäden zu beheben, die durch starke Klimaschwankungen und Feuchtigkeit an den freskierten Gewölben und der reichen Stuckzier aufgetreten waren. Zudem wurde die aus dem Jahr 1966 stammende Orgel überholt und erweitert; sie umfasst nun 28 Register. Um neue Klimaschäden zu vermeiden, bleibt das Hauptportal der Hofkirche künftig geschlossen. Der Zugang befindet sich jetzt im Südhof der Residenz. Über einen Korridor gelangen die Besucher von da seitlich in den Kirchenraum.
Dem berühmten Baumeister Balthasar Neumann gelang es, in dem 1743 geweihten Gotteshaus eine raffinierte Raumschöpfung zu kreieren. Im südwestlichen, längsrechteckigen Gebäudeteil der Residenz schuf er unter Beibehaltung der geschlossenen Fassadenstruktur mit Hilfe von eingestellten Säulen und Wandstücken einen bewegten, mehrfach geschwungenen Innenraum. Die Ausstattung, deren Konzeption teilweise von Neumanns Kollegen Johann Lucas von Hildebrandt stammt, war großenteils Würzburger Hofkünstler anvertraut: Johann Rudolf Byss und seine Schüler fertigten die Deckenfresken, die nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erneuert wurden, Antonio Bossi die Stuckaturen und Stuckfiguren, Johann Wolfgang van der Auvera die Marmorskulpturen. Herausragend sind außerdem die Gemälde „Engelsturz“ und „Himmelfahrt Mariae“ von 1752 in den beiden Seitenaltären aus der Hand Giovanni Battista Tiepolos.
Vom 22. September bis 7. Oktober bietet die Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg täglich um 16 Uhr eine Führung durch die Hofkirche an. Teilnehmerkarten für die Führungen sind zum Preis von 2 Euro, ermäßigt 1,50 Euro im Museumsladen der Hofkirche erhältlich. |