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Marktberichte |
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Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München  Salome, tanz für mich

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 |  | François-Raoul Larche, Lampe „Loïe Fuller“, um 1900 | |
Nach dem Wegfall der wichtigsten Münchner Konkurrenz im Bereich von Kunsthandwerk aus Jugendstil und Art Déco, des Auktionshauses von Zezschwitz, das im Sommer dieses Jahres seinen Betrieb eingestellt hat, nimmt der Umfang der Versteigerungen von Quittenbaum weiter zu: Über tausend Losnummern listet der Katalog zur diesjährigen Herbstauktion, auf zwei Tage, den 6. und 7. November, verteilt sie sich heuer. Allein fast dreihundert Positionen widmen sich dem französischen Glas von Jugendstil und Art Déco. Emile Gallé steht hier wie gewohnt mit an erster Stelle, etwa mit der Schale „Flore aquatique“, die 1889 sogar auf der Pariser Weltausstellung zu sehen war, für 6.000 bis 8.000 Euro oder der knapp dreißig Zentimeter hohen, dunkel leuchtenden Tischlampe „Papillons et Chrysanthèmes“ von circa 1900 für 12.000 bis 14.000 Euro.
Daum Frères beeindrucken mit nicht weniger als achtzig Objekten, darunter Klassischem des Jugendstil wie der herbstlichen Tischlampe „Je meurs ou je m’atteche“ um 1910 für 6.000 bis 8.000 Euro, einer pfauenfedergeschmückten Vase aus etwa der gleichen Zeit für 6.000 bis 7.000 Euro oder der atemberaubend schlank sich bis zu vierzig Zentimeter in die Höhe reckenden Henkelvase „Freesias“ von 1913 für 7.500 bis 8.500 Euro. Dass die Firma aus Nancy aber auch bemerkenswerte Art Déco-Produkte auslieferte, beweisen zwei farblose Tischlampen der späten 1920er Jahre, deren geriffelten Oberflächen in besonderer Weise geätzt sind und wie Eiskristalle schimmern. Hier werden je nach Größe zwischen 3.000 und 9.000 Euro erwartet.
Bemerkenswert reich ist die Auswahl an Arbeiten von Verreries Schneider, deren Markenzeichen stilisierte Pflanzenmotive sind, wie bei der 1918/21 entstandenen Tischlampe „Clématites“ (Taxe 4.800 bis 5.500 EUR) oder der rund zehn Jahre späteren „Campanules“ für 6.000 bis 6.500 Euro. Von Gabriel Argy-Rousseau gibt es eine stark reliefierte Vase namens „Rayon de soleil“ von 1926, deren deckende Farbigkeit fast den Eindruck einer Keramik erweckt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Antik schlicht hat François-Emile Décorchemont seine kleine tiefblaue Schale von 1928 mit einem Perlstab am oberen Rand dekoriert (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), René Laliques kugelförmige Vase „Sophora“ von 1926 greift das Blattmotiv aus der Natur auf und abstrahiert es in starkem Relief (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR).
Auf österreichischer Seite stehen die schimmernden Gefäße von Lötz Witwe aus Klostermühle wie eine silbrige „Phänomen“-Vase von 1899 mit Spaunmarke oder eine tupfenartig besprenkelte „Cytisus“-Vase von 1902 für Preise zwischen 5.000 und 6.500 Euro. Erhöhte Aufmerksamkeit aus dem europäischen Osten könnte eine sechzig Zentimeter hohe Bodenvase auf sich ziehen, die 1906 in der Glasmanufaktur Jurij Netschajew-Malzow im 200 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Gus-Chrustalny entworfen wurde. Stilistisch ist die Orientierung wiederum am französischen Jugendstil offensichtlich (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).
In der Keramikabteilung hat Emile Gallé noch einmal einen Auftritt mit einer sitzenden Katze aus schwarz glasiertem Fayencescherben. Sie stammt noch aus den 1880er Jahren, bevor Gallé seine Produktion fast ganz auf hochwertige Glaswaren konzentrierte (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Ein echter Hingucker ist ferner Gio Pontis „Domitilla“, ein auf einer Regenwolke sich ausgiebig räkelnder Frauenakt aus braunrot glasierter Majolika von 1924 (Taxe 6.500 bis 7.000 EUR). Henry van de Velde zeichnet um 1902 für eine Schale aus grün glasiertem Steinzeug verantwortlich, die den für den Belgier charakteristischen stilistisierten blauen Blattdekor zeigt (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR).
Eine abstrakt-geometrisch verzierte Kupfervase Jean Dunands von etwa 1925 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), ein neoklassizistisches Kaffee- und Teeservice des britischen Arts and Crafts-Designers Christopher Dresser um 1870 (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR) und das 62teilige Besteck „Pyramide“ des Dänen Georg Jensen für 9.500 bis 12.000 Euro bestreiten die Spitze der Metallwarenofferte. Die teuersten Objekte finden sich unter den Skulpturen, etwa Demetre Chiparus’ Chryselephantine-Figur der Tänzerin „Thais“ um 1928 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR) oder François-Raoul Larches berühmte Figurenlampe der schleiertanzenden „Salomé – Loïe Fuller“ um 1900 für 20.000 bis 25.000 Euro. Aus den Hagenauer-Werkstätten ging zwischen 1928 und 1935 Franz Hagenauers vernickelte Messingbüste eines stilistischen Frauenkopfes hervor, der sich gedankenvoll-träumerisch nach vorne neigt (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR).
Melancholisch sinnierende Vestalinnen flankieren eine um 1900 datierte Kaminuhr des Berliner Bildhauers Wilhelm Otto aus Bronze und Marmor (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Aus der Schmuckschatulle glänzt uns ein großer, mit über 150 Brillanten und drei Feueropalen besetzter Anhänger des Pariser Meisters Henri Vever für 15.000 bis 20.000 Euro entgegen. Ein runder Beistelltisch mit vier passenden Fächersegmenten Paul Dupré-Lafons um 1929, Wilhelm Foltins fantasievolle Pendule mit commedia dell’arte-Figuren in einer Art Bühnenraum aus den 1920er Jahren (Taxen je 10.000 bis 12.000 EUR) und ein Buffet Louis Majorelles mit reichem Pflanzendekor warten im Möbellager auf Freunde hochwertigen Designs aus Jugendstil und Art Déco (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR).
Zusätzlich bietet Quittenbaum, wie bereits im Herbst letzten Jahres, eine Privatsammlung mit rund dreißig Eierschalenporzellanen der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg an. Die hauchdünnen Gefäße, die wie echte Eierschalen lichtdurchlässig sind, gehören mit ihrem Dekor aus Blumen – mitunter recht unfreundliche Gewächse wie Disteln – und Vögeln zum Originellsten, was der europäische Jugendstil um 1900 hervorgebracht hat. Mit bis zu 20.000 Euro sind die Einzelstücke der Maler Jacobus Lucas Verhoog, Samuel Schellink, Jacobus Willem van Rossum, Hendrikus Gerardus Antonius Huyvenaar oder Roelof Sterken veranschlagt.
Die Auktion beginnt am 6. und 7. November jeweils um 14 Uhr. Die Besichtigung der Objekte findet am 2. November von 10 bis 18 Uhr, am 3. und 4. November von 13 bis 17 Uhr und am 5. November von 10 bis 15 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de abrufbar. |  | Kontakt: Quittenbaum Kunstauktionen Theresienstraße 60 DE-80333 München |
 | Telefon:+49 (089) 273 702 125 | Telefax:+49 (089) 273 702 122 |  |  | E-Mail: info@quittenbaum.de |  | Startseite: www.quittenbaum.de |
02.11.2012 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 Adressen (1) • Kunstwerke (68) • Im Verkauf - Events (1) |  | •  | Bei:
Quittenbaum Kunstauktionen |  | •  | Kunstwerk:  Paul Dupré-Lafon zugeschrieben, Sideboard, um 1930 |  | •  | Kunstwerk:  Paul Dupré-Lafon, Beistelltisch, um 1929 |  |  | •  | Kunstwerk:  Henri Vever, Anhänger, um 1910 |  | •  | Kunstwerk:  Wilhelm Otto, Kaminuhr, um 1900 |  | •  | Kunstwerk:  Franz Hagenauer, Männliche Maske, 1970er Jahre |  |  | •  | Kunstwerk:  Franz Hagenauer, Weiblicher Kopf, 1928/35 |  | •  | Kunstwerk:  Sigvard Bernadotte, Besteck „Bernadotte“, 1939 |  | •  | Kunstwerk:  Harald Nielsen, Besteck „Pyramide“, 1926 |  |  |
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 Verreries
Schneider,
Verreries
Schneider, Lampe
„Clématites“,
Epinay-sur-Seine
1918/21 |  | Taxe: 4.800 - 5.500 EURO Losnummer: 220 |  |  |  |  |  | 
 Franz Hagenauer,
Männliche Maske,
1970er Jahre |  | Taxe: 3.000 - 3.500 EURO Losnummer: 864 |  |  |  |  |  | 
 Samuel Schellink,
Kännchen mit
Fischen, 1899 |  | Taxe: 4.000 - 6.000 EURO Losnummer: 1 |  |  |  |  |  | 
 Emile Gallé, Katze,
Nancy 1880er Jahre |  | Taxe: 8.000 - 9.000 EURO Losnummer: 453 |  |  |  |  |  | 
 Roelof Sterken,
Vase, 1913 |  | Taxe: 3.000 - 4.000 EURO Losnummer: 29 |  |  |  |  |  | 
 Verreries
Schneider,
Verreries
Schneider, Vase
„Eglantines“,
Epinay-sur-Seine
1927/28 |  | Taxe: 1.900 - 2.100 EURO Losnummer: 260 |  |  |  |  |  | 
 Johann Lötz Witwe,
Lötz Witwe, Vase
„Flamarion“,
Klostermühle 1907 |  | Taxe: 2.500 - 3.000 EURO Losnummer: 343 |  |  |  |  |  | 
 François-Emile
Décorchemont,
Schale, 1928 |  | Taxe: 5.000 - 6.000 EURO Losnummer: 99 |  |  |  |  |  | 
 Demetre Chiparus,
Thais, um 1928 |  | Taxe: 18.000 - 24.000 EURO Losnummer: 856 |  |  |  |  |  | 
 Hendrikus Gerardus
Antonius Huyvenaar,
Henkelvase mit Mohn,
1902 |  | Taxe: 12.000 - 15.000 EURO Losnummer: 10 |  |  |  |  |  | 
 Samuel Schellink,
Vase, 1902 |  | Taxe: 6.000 - 8.000 EURO Losnummer: 6 |  |  |  |  |  | 
 Henry van de Velde,
Schale, um 1902 |  | Taxe: 4.500 - 5.500 EURO Losnummer: 525 |  |  |
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