Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Das flanierende Paar / Max Stern

Das flanierende Paar / Max Stern
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer
© Döbele Kunst Mannheim


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in London

Ausstellung gefällig?



Der komplette Bestand einer Ausstellung, die einmal öffentlich in einem Museum zu sehen war, nun in einer Auktion – das kommt nicht alle Tage vor. Bei Christie’s in London aber kann man sich jetzt an den Exponaten bedienen, die 2006 im Guggenheim Museum Bilbao unter dem Titel „Homenaje a Chillida“ zu Ehren des vier Jahre zuvor verstorbenen Bildhauers und Grafikers ausgestellt waren. Im Mittelpunkt stand damals ein Werk des Künstlers selbst, die acht Meter hohe Stahlskulptur „Buscando La Luz IV“, die Eduardo Chillida gegen Ende seines Lebens 2001 geschaffen hat. Das in den Konturen leicht schwingende, an einer Seite offene Monument, das pfeilerartig in die Höhe ragt und sich am oberen Ende wie ein Kapitell verbreitert, stand seit der Ausstellung bis kürzlich mit Blick auf die Ría de Bilbao zwischen den Isozaki Atea Twin Towers, den höchsten Wohnbauten der Region. Einen Schätzpreis hat Christie’s für die Skulptur nicht angegeben, den bisherigen Chillida-Auktionsrekord von 1,8 Millionen Pfund dürfte sie aber leicht übertreffen, wenn sich denn überhaupt jemand für das riesenhafte Gebilde findet.


Zu sehen waren damals in der Ausstellung mit ihren 45 Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen vor allem Werke anderer Künstler, darunter Älteres wie Ellsworth Kellys große, etwas schräg an die Wand gehängte, verrostete Stahlplatte „Untitled (EK 692)“ von 1983 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) und Sol LeWitts minimalistische „Five Open Geometric Sculptures“ aus weiß gestrichenem Holz von 1979 für 80.000 bis 120.000 Pfund. Andere Arbeiten wiederum waren recht neu, so Anish Kapoors großer, schwarzblau lackierter Tondo „Pool“ von 2003 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), Cy Twomblys hell patinierte, informelle Bronze „Untitled“ von 2003 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP) und Zao Wou-Kis „Hommage à Chillida“ von 2004, auf der der gebürtige Chinese in klassischer Landschaftsmalereimanier eine Ansicht von Chillidas markanter Skulpturengruppe „Peine del Viento XV“ in der Bucht von San Sebastián schuf (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Auch Sigmar Polke war damals beteiligt mit dem dreiteiligen, grün schimmernden Dispersionsbild „Carbon für E. Ch.“ von 2001 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Insgesamt bietet die Abendversteigerung am 25. Juni eine breite Mischung aus klassischen und jüngeren Positionen dessen, was man gemeinhin unter Gegenwartskunst summiert. Die ältesten Arbeiten reichen noch in die erste Generation der abstrakten Expressionisten zurück, so Nicolas de Staëls wohl nur assoziativ zu deutendes Landschaftsbild „Marseille“ von 1954 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) oder Pierre Soulages’ düstere, breite Pinselstriche der „Peinture, 100 x 100 cm, 14 mars 1961“ für 400.000 bis 600.000 Pfund. Willem de Kooning ist mit einem seiner unverwechselbaren Spätwerke zugegen, dem „Untitled XXVIII“ von 1983 mit weich fließenden Linien in Rot und Blau auf weißem Grund für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund. Sogar die italienische Avantgarde der 1960er Jahre hat sich einmal in eine Londoner Abendauktion verirrt: Enrico Castellanis von hinten strukturierte Großleinwand „Superficie bianca n. 34“ von 1966, die den Betrachter mit der täuschend perspektivischen Ansicht eines weißen Raumes aufs gegenständliche Glatteis führt, hängt für 400.000 bis 600.000 Pfund bereit.

Als Einlieferer von Kunst gern gesehen ist der Pariser Sammler Marcel Brient, der sich erneut von Teilen seiner Sammlung trennt, darunter Peter Doigs gelb-weißem Winterbild „White Out“ von 1992 (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP), Marlene Dumas’ psychologisierende Figurenstudie eines schamhaften „Ghost with Socks On“ von 1996 (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP) und Miquel Barcelós abstrahiertem Interieur „Lire de nuit“ diesmal in schwarz-weißem Farbklang von 1986 für 250.000 bis 350.000 Pfund. Aus der Generation dieser Künstler kommen auch einige der Toplose wie Doigs große kosmische Küstenlandschaft „Jetty“ in Öl auf Leinwand von 1994 (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP), John Currins kitschverliebtes Doppelbildnis „Daughter and Mother“ von 1997 (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP) und allen voran Jean-Michel Basquiats „Untitled“ mit zwei gedrungenen Figuren aus dem für das Werk des Künstlers so wichtigen Schaltjahr 1982. Erst im vergangenen Mai hatte Christie’s mit einem dieser halluzinatorischen Doppelportraits 43,5 Millionen Dollar erzielt. So viel wird es für die jetzt vorliegende, etwas weniger radikale Holztafel wohl nicht geben, aber zweistellig könnte der Zuschlag doch werden.

Für die klassische Pop Art steht einmal mehr Andy Warhol, mit vier Positionen der häufigste Künstler der Versteigerung, darunter seine frühe „Colored Campbell’s Soup Can“ von 1965 (Taxe 2,25 bis 3,25 Millionen GBP) und insgesamt fünf Versionen zweier Frauenbildnisse aus seiner Serie „Ladies and Gentlemen“ von 1975 für zusammen 1,5 bis 2 Millionen Pfund. Ihm assistiert Roy Lichtensteins saubere Abkonterfaktur einer dampfenden „Cup of Coffee“ auf blauen Rasterpunkten von 1961 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Einen dezidiert gesellschaftspolitischen Ansatz verfolgt die 1945 geborene Amerikanerin Barbara Kruger, wenn sie etwa in ihrer konsumkritischen Arbeit „Our prices are insane!“ von 1987 den Werbeslogan plakativ Wirklichkeit werden lässt (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Nicht ganz so überwältigend direkt geht er Afrikaner El Anatsui vor, doch auch in dem aus plattgeklopften Getränkeverschlüssen geknüpften Wandteppich „Energy Spill“ von 2010 übt er subtile Kritik am zivilisatorischen Abfallverhalten (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP).

Wer neben einigen anderen sonst gern gesehenen Größen auf dieser Auktion fehlt, ist Gerhard Richter. Sein alter Mitstreiter Blinky Palermo schickt dafür zwei abstrakte Arbeiten: ein unbetiteltes Farbfeld in Schwarz, Grün und Blau von 1972 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP) und eine etwas schrundigere Holzlatte aus dem frühen Schaffen des Meisters von 1965 für 300.000 bis 400.000 Pfund. Zwischen diese auffallend schlank-hochformatigen Tafeln hat Christie’s passenderweise Brice Mardens mausgrau-aschgraue Leinwand „Tour II“ wiederum von 1972 platziert (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP). Yves Klein steuert eine seiner berühmten blauen Schwammskulpturen mit dem Titel „SE 181“ von 1961 bei (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP), Jean Dubuffet den aus gesteinsartigen Leinwandfetzen collagierten Mann „Casino la colle“ von 1955 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Als jüngster Künstler der Auktion tritt der 1979 geborene Dan Colen mit einem seiner großformatigen bunten Kaugummibilder aus dem Jahr 2010 bei 400.000 bis 600.000 Pfund auf, gefolgt von dem drei Jahre älteren gebürtigen Iraner Ali Banisadr, der in „In the Name of“ von 2008 motivische figurale Opulenz mit der kühlen Sachlichkeit eines abstrakten Gemäldes der 1920er Jahre verbindet (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Aus der jüngeren britischen Kunstszene gesellen sich Hurvin Anderson mit seiner nachtschwarzen, menschenleeren Straßenkreuzung an der „Livingstone Road“ von 2000 (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), Damien Hirst mit dem Arzneischrank „My Way“ von 1990/91 (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP) und der aus bunten Schmetterlingen gestalteten Glasrosettenabwandlung „Soulful“ von 2008 (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP) oder Ged Quinn mit seiner Landschaftsadaption „Little House on the Borderland“ hinzu, für die er 2006 kurzerhand eine ideale Küstenansicht von Claude Lorrain mit einem Abbruchhaus zugemalt hat (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Auf deutscher Seite haben es Neo Rauchs kryptisches Drei-Personen-Stück „Falle“ von 2001 (Taxe 220.000 bis 280.000 GBP) und Matthias Weischers nicht weniger eigenartiges Interieur „Fernsehturm“ von 2004 für 120.000 bis 180.000 Pfund in die Abendsitzung geschafft.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



21.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


25.06.2013, Post-War and Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Christie’s

Bericht:


Hommage an Chillida










Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce