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Marktberichte |
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Fischers 24. Glasauktion in Zwiesel glänzt mit großartigen Stücken und kleinen Pretiosen von der Antike bis zu Gegenwart  Schalenfisch

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 |  | Thüringen, Flasche mit Schraubverschluss, 2. Drittel 17. Jahrhundert | |
Schon zum 24. Mal verlässt das Auktionshaus Fischer sein schönes Trappensee-Schlösschen in Heilbronn und begibt sich rund dreihundert Kilometer östlich ins niederbayerische Zwiesel, um in dieser Glasmetropole an der Grenze zum früheren Böhmen seine insgesamt 219. Auktion abzuhalten. Die Objekte, früher in einem handlichen DIN A5-Katalog zusammengefasst, finden sich diesmal in einem stattlichen Buch doppelten Formats, handelt es sich doch um rund 750 Losnummern von teils exzeptioneller Qualität. Zeitlich stammen die frühesten Stücke noch aus der Römerzeit, darunter eine sechskantige Pyxis mit bunten Farbbändern aus der Zeitenwende für 2.000 bis 2.300 Euro. So richtig los geht es aber erst im 17ten Jahrhundert unter anderem mit zwei Reliquiengefäßen in Zylinderform offenbar venezianischer Provenienz mit kreuzförmigen Knäufen, die Fischer vielleicht recht günstig auf jeweils 800 bis 900 Euro angesetzt hat. Schon etwas tiefer wird man für eine thüringische Flasche in Achtpassform mit girlandenartigen Pflanzenornamenten und Vermeil-Schraubverschluss in die Tasche greifen müssen: 6.000 bis 8.000 Euro soll das aus dem zweiten Drittel des 17ten Jahrhunderts stammende Gefäß kosten.
Reich ist am 29. Juni die Auswahl an Schnittgläsern des Barock und Rokoko, wobei die Preise moderat bei nicht mehr als 1.500 bis 1.800 Euro für einen Jahreszeitenbecher der Altmündener Hütte mit einem Schnitt wohl von Heinrich Wilhelm Iselhorst um 1770/80 liegen. An Bemalten gibt es eine hübsche Arbeit Ignaz Preisslers aus Kronstadt in Schlesien. Der Meister bemalte einen leicht konisch sich öffnenden Becher um 1720/30 mit Pfau, Adler, einem fliegenden Schmetterling sowie einer unheimlichen Spinne am Gefäßboden. Dafür werden um die 2.500 Euro gefordert. Ein besonders schönes Stück aus dem frühen 19ten Jahrhundert hat Fischer in Form eines böhmisch-österreichischen Zylinderbechers zu bieten, den wohl Johann Lenk mit prachtvollen Ornamenten, Pflanzen, Vögeln sowie den mythologischen Gestalten des Gottes Merkur und des Helden Herakles im Kampf gegen den nemeischen Löwen geschmückt hat. 4.500 bis 5.500 Euro sollen es hier sein. Ein Bildnis des Philosophen Moses Mendelssohn prangt auf einem nordböhmischen Pokal der mittleren 1830er Jahre. Hier zeichnet Glasschneider Kurt Bischof verantwortlich (Taxe 2.200 bis 2.500 EUR).
Gegen Mitte des 19ten Jahrhunderts war die Glaskunst Böhmens mit den Arbeiten etwa der Harrachschen Glasfabrik in Neuwelt oder der Buquoyschen Glashütten technisch auf einem Höhepunkt angekommen. Ein plastisch tief geschliffener Becher, der optisch so tut, als sei er aus Stein, zeugt von dieser Kunst. Von Friedrich Egermann stammt die Veredelung, einem der größten Meister auf diesem Gebiet (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR). Gelegentlich ließ man sich auch von fremden Kulturen beeinflussen. Zwei jeweils knapp dreißig Zentimeter hohe Karaffen in Form chinesischer Pagoden, auf deren grünen Körpern exotische Vögel sich tummeln und goldenes Pflanzenwerk rankt, bietet Fischer für nur jeweils 150 bis 250 Euro. Eine Mappe mit fast sechzig farbigen Entwurfszeichnungen, die laut handschriftlichem Vermerk mit der Gräflich Schaffgotsch’schen Josephinenhütte in Verbindung stand, gibt Einblick in den Werkprozess einer solchen Firma (Taxe 400 bis 500 EUR).
Einen weiteren großen Schwerpunkt bildet das Jugendstilglas. Von französischer Seite kommen hier einige der Hauptlose, etwa eine mit Dahlien geschmückte Vase der Marke „Verrerie d’Art de Lorraine“ von Burgun, Schverer & Co. aus der Wende vom 19ten zum 20sten Jahrhundert für 14.000 bis 16.000 Euro. Natürlich fehlen auch die großen Unternehmen nicht, Daum Frères etwa mit einer bemerkenswerten Vase der Zeit um 1910, auf der zwischen finsteren Bäumen hindurch die Ansicht eines Dorfes im Sonnenuntergang sichtbar wird (Taxe 5.700 bis 7.000 EUR), oder Emile Gallé mit einer Vase um 1906/14, von deren oberem Ende herab Fuchsien sich über die Wandung ergießen (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Für Amalric Walter entwarf wohl Henri Bergé in den 1920er Jahren eine blaue Schale, über die sich ein plastischer Fisch schlängelt (Taxe 6.200 bis 7.200 EUR). Für 4.200 bis 4.500 Euro steht die elegante Art Déco-Tischlampe „Tortues“ der in Epinay-sur-Seine ansässigen Firma Verreries Schneider bereit.
Auf österreichischer Seite beeindruckt Lötz Witwe mit der abstrakt unter Verwendung von silbriggelben Flecken geschmückte Vase „Metallgelb Cytisus“ aus dem Jahr 1902 für 8.500 bis 9.500 Euro. Von jenseits des Großen Teiches haben die bekannte Tischlampe „Pond Lily“ mit zwölf blütenförmigen Schirmen und die pilzförmige „Dragonfly“ der New Yorker Tiffany Studios den Weg nach Heilbronn beziehungsweise Zwiesel gefunden (Taxen 10.000 bis 15.000 und 15.000 bis 20.000 EUR). Nach Entwürfen Otto Prutschers führte vermutlich die Werkstatt Meyr’s Neffe um 1910 eine flache, sanft in 36 Seiten gebrochene Schale aus, deren ornamentaler Golddekor am flachen Fuß anschaulich die besondere Haltung des Wiener Jugendstils demonstriert (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Aus späterer Zeit sind noch die fünf individualistischen „Pulcini“-Figuren Alessandro Pianons für die Firma Vetreria Vistosi aus Murano von 1962 (Taxen zwischen 2.000 und 3.300 EUR) und Stanislav Libenskys Frühwerk „Homage to the Bayeux Tapestry (Battle for the golden snake)“ aus der Zeit um 1946/47 für 3.000 bis 4.000 Euro zu nennen.
Die Auktion beginnt am 29. Juni um 10 Uhr in der ehemaligen Mädchenschule, Kirchplatz 3, in Zwiesel. Dort findet auch die Besichtigung am 26. Juni von 15 bis 17 Uhr sowie am 27. und 28. Juni von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.auctions-fischer.de abrufbar. |  | Kontakt: Dr. Jürgen Fischer Heilbronner Auktionshaus Elbinger Straße 11 DE-74078 Heilbronn |
 | Telefax:+49 (07131) 15 55 720 | Telefon:+49 (07131) 15 55 70 |  |  | E-Mail: info@auctions-fischer.de |  | Startseite: www.auctions-fischer.de |
25.06.2013 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 30 | Seiten: 1 • 2 • 3 • 4
 Events (1) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (27) |  | •  | Veranstaltung vom:
29.06.2013, 24. Glasauktion in Zwiesel |  | •  | Bei: Dr. Jürgen Fischer Heilbronner
Auktionshaus |  | •  | Bericht:
Piepmatz-Wunder |  |  | •  | Kunstwerk:  Tasse und Untertasse mit Chinoiserien, Gräflich Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg um
1825 |  | •  | Kunstwerk:  Karaffe mit Stöpsel, Böhmen, um 1840 |  | •  | Kunstwerk:  Karaffe mit Stöpsel, Böhmen, um 1840 |  |  | •  | Kunstwerk:  Mappe mit 59 Blatt Entwurfszeichnungen, 19.
Jahrhundert |  | •  | Kunstwerk:  Vase „Metallgelb Cytisus“, Lötz Witwe, Klostermühle 1902 |  | •  | Kunstwerk:  Louis Comfort Tiffany, Zierpokal, New York um 1896/1902 |  |  |
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 Henri Bergé, Henri
Bergé
zugeschrieben,
Schale mit Fisch,
1920er Jahre |  | Taxe: 6.200 - 7.200 EURO Losnummer: 382 |  |  |  |  |  | 
 Mappe mit 59 Blatt
Entwurfszeichnungen,
19. Jahrhundert |  | Taxe: 400 - 500 EURO Zuschlag: 1.300,- EURO Losnummer: 267 |  |  |  |  |  | 
 Gräflich Buquoysche
Glashütten,
Fußbecher,
Georgenthal oder
Silberberg um 1830 |  | Taxe: 1.000 - 1.200 EURO Zuschlag: 1.400,- EURO Losnummer: 168 |  |  |  |  |  | 
 Gräflich
Harrachsche
Glasfabrik,
Lithyalinbecher,
Neuwelt um 1835 |  | Taxe: 2.500 - 2.800 EURO Zuschlag: 4.500,- EURO Losnummer: 164 |  |  |  |  |  | 
 Böhmen, Karaffe mit
Stöpsel, um 1840 |  | Taxe: 150 - 250 EURO Zuschlag: 850,- EURO Losnummer: 195 |  |  |  |  |  | 
 Otto Prutscher,
Schale, um 1910 |  | Taxe: 3.500 - 4.000 EURO Zuschlag: 2.000,- EURO Losnummer: 585 |  |  |  |  |  | 
 Louis Comfort
Tiffany, Tischlampe
„Pond Lily“, New York
um 1900/02 |  | Taxe: 10.000 - 15.000 EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 445 |  |  |  |  |  | 
 Emile Gallé, Vase mit
Fuchsien, Nancy um
1906/14 |  | Taxe: 6.000 - 7.000 EURO Losnummer: 575 |  |  |  |  |  | 
 Louis Comfort
Tiffany, Tischlampe
„Dragonfly“,
Tiffany Studios, New
York um 1900 |  | Taxe: 15.000 - 20.000 EURO Losnummer: 452 |  |  |  |  |  | 
 Louis Comfort
Tiffany, Zierpokal,
New York um 1896/1902 |  | Taxe: 2.000 - 2.200 EURO Losnummer: 444 |  |  |  |  |  | 
 Gräflich Buquoysche
Glashütten, Tasse
und Untertasse mit
Chinoiserien,
Georgenthal oder
Silberberg um 1825 |  | Taxe: 1.200 - 1.400 EURO Zuschlag: 1.600,- EURO Losnummer: 167 |  |  |  |  |  | 
 Böhmen, Karaffe mit
Stöpsel, um 1840 |  | Taxe: 150 - 250 EURO Zuschlag: 850,- EURO Losnummer: 194 |  |  |  |  |  | 
 Johann Lenk, Johann
Lenk zugeschrieben,
Zylinderbecher mit
Herkules und Merkur,
wohl um 1810/20 |  | Taxe: 4.500 - 5.500 EURO Zuschlag: 9.000,- EURO Losnummer: 93 |  |  |
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