Kapitalistische Realisten in Düsseldorf Die Kunsthalle Düsseldorf präsentiert vom Wochenende an die Ausstellung „Leben mit Pop. Eine Reproduktion des Kapitalistischen Realismus“ mit Arbeiten von Manfred Kuttner, Konrad Lueg, Sigmar Polke und Gerhard Richter und damit Werke der Künstler, die 1963 das Label des „Kapitalistischen Realismus“ prägten, welches heute eine kurze, aber bedeutsame Periode der westdeutschen Nachkriegskunst bezeichnet. Mithilfe von mehr als 50 Objekten dokumentiert die Schau die Jahre von 1963 bis 1966 und zeichnet somit nach, wie die Künstler den Begriff zunächst noch selbst verwandten, bis dieser später dann von dem Berliner Galeristen René Block übernommen und politisiert wurde.
Größtenteils fertigten die Künstler Reproduktionen von Objekten aus Magazinen und Zeitungen an, womit sie, vergleichbar der britischen und US-amerikanischen Pop Art, jegliche Form von Metaphern und expressionistischen Ausdrucksweisen ablehnten. In Sujets wie Werbemotiven, Konsumartikel, banalen Alltagsgegenständen, Freizeitvergnügen und Sport schwingt bei ihnen eine Ambivalenz mit, die den vermeintlichen Frohsinn und die Oberflächlichkeit der Bildmotive aufbricht. So ist das Lachen der massakrierten und blutverschmierten Gäste auf Richters „Party“ wohl nur von kurzer Dauer. Diese Zwiespältigkeit in der Aussage ihrer Bilder spiegelt das ambivalente Verhältnis der Künstler mit dem Kapitalismus wieder. Einerseits nutzten sie ihn, um sich als Künstler zu inszenieren, andererseits kritisierten sie ihn immer wieder in ihren Arbeiten.
Zusätzlich wird die Schau in Düsseldorf mit einem Beitrag des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Christopher Williams bereichert, der sowohl das Banner der Ausstellung entwarf als auch eine Videoarbeit aus Reproduktionen schon existierender Künstler-, Hollywood und Werbefilme beisteuert, wobei er sich mit der Rolle des Kapitalistischen Realismus heute beschäftigt.
Die Ausstellung „Leben mit Pop. Eine Reproduktion des Kapitalistischen Realismus“ läuft vom 21. Juli bis zum 29. September. Die Kunsthalle Düsseldorf hat dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Ein Katalog erscheint im Laufe der Schau und ist für 35 Euro zu erwerben.
Kunsthalle Düsseldorf
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