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Marktberichte |
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Auch die 24. Zwieseler Glasauktion des Heilbronner Auktionshauses Fischer war ein Erfolg  Piepmatz-Wunder

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 |  | Burgun, Schverer & Co., Vase mit Dahlien, 1895/1903 | |
Ende Juni wurde es wieder recht quirlig rund um den Kirchplatz in der niederbayerischen Kleinstadt Zwiesel: Experten, Kenner, Sammler und Freunde alten und neueren Glases tummelten sich in und an der ehemaligen Mädchenschule und begutachteten die Schätze, die das Heilbronner Auktionshaus Fischer mitgebracht hatte. Am 29. Juni war es dann soweit: Fischers „24. Glasauktion in Zwiesel“ mit rund 750 Losnummern fand ab dem Vormittag bis gegen Abend und mit ähnlich großem Erfolg wie in den Jahren zuvor statt. Weit weniger als die Hälfte des Angebots musste Fischer wieder mit nach Hause nehmen beziehungsweise an die Einlieferer zurückschicken. Dabei wurden gelegentlich sogar fünfstellige Preise erreicht, etwa für eine über dreißig Zentimeter hohe, mit weißen Dahlien auf violettem Fond geschmückte Jugendstilvase der französischen Firma Burgun, Schverer & Co. von circa 1895/1903, die bei 15.000 Euro den Besitzer wechselte. 13.000 Euro gab es für die bekannte Tischlampe „Pond Lily“ der New Yorker Firma von Louis Comfort Tiffany aus den Jahren 1900/02. In beiden Fällen wurden die Schätzpreise erreicht.
Die ältesten Arbeiten stammten noch aus der Römerzeit: Eine leicht beschädigte, in ihrer leuchtenden Farbigkeit aber immer noch beeindruckende Pyxis der augusteischen Periode fand für 2.400 Euro einen Abnehmer (Taxe 2.000 bis 2.300 EUR), zwei venezianische Reliquiengefäße des 17ten Jahrhunderts in Zylinderform mit kreuzförmigen Abschlüssen wanderten für 1.500 Euro und 1.200 Euro ab (Taxen je 800 bis 900 EUR). 7.500 Euro kostete beim Schnittglas eine thüringische Flasche in Achtpassform mit vergoldetem Silberschraubverschluss. Form und dekorative Gestaltung mit stilisierten Ranken und Blüten weisen auf eine Entstehungszeit gegen Mitte des 17ten Jahrhunderts (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Um 1720 datieren ein wappengeschmückter Pokal aus dem Riesengebirge mit Goldfolie und Goldrubinbändern sowie ein mit Adler, Pfau und zwei Insekten in Schwarzlotmalerei geschmückter Becher des Schlesiers Ignaz Preissler. Beide Stücke erzielten 2.800 Euro, wobei der Pokal seinen Wert damit etwa verdoppelte.
Von den Arbeiten des frühen 19ten Jahrhunderts erwies sich ein böhmischer Zylinderbecher mit hauchfeinem Schnittdekor wohl von Johann Lenk als überraschend begehrt. Statt 4.500 bis 5.500 Euro erreichte das Gefäß, das zwischen allerlei naturalem Ornament Merkur sowie Herkules im Kampf gegen den nemeischen Löwen zeigt, stolze 9.000 Euro. Ein anderer nordböhmischer Fußbecher ebenfalls mit einer Antikendarstellung – diesmal Äskulap, der Gott der Heilkunst – schaffte den Sprung von 350 bis 400 Euro auf 2.000 Euro. Auch mehrere Milchglasplatten mit bildlichen Darstellungen der Biedermeierzeit fanden spendable Abnehmer, allen voran Friedrich Egermanns „Trennung“ mit einer Abschiedsszene zwischen Ehefrau und Kind sowie dem Ehemann, der sich soeben auf eine Wanderschaft begibt. 2.600 Euro wurden hier gezahlt (Taxe 1.500 bis 1.700 EUR). 4.500 Euro und 3.300 Euro blieben für zwei etwa gleichzeitige böhmische Lithyalin- und Hyalithbecher aus der Harrachschen Glasfabrik in Neuwelt und den Buquoyschen Glashütten in Georgenthal oder Silberberg übrig (Taxen zwischen 1.500 und 2.800 EUR).
Einige der höchsten Preise der Auktion erzielte Fischer wie gewohnt mit französischem Jugendstilglas. Zu nennen ist hier etwa eine Vase von Daum Frères um 1910 mit der stimmungsvollen Wiedergabe einer finsteren Waldlandschaft, aus der heraus der Blick auf eine abendlich beleuchtete Dorflandschaft geht. 6.500 Euro waren der Lohn für die aufwändige Machart (Taxe 5.700 bis 7.000 EUR). Ein weiteres Stück derselben Firma, schon durch ihre konkav schwingende Gesamtform, aber auch durch den schönen Chrysanthemendekor auf weißem Grund hervorragend, brachte es auf 6.000 Euro (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR). Auch kleinere Preziosen zogen gelegentlich die Blicke auf sich, etwa ein nur sieben Zentimeter hohes Väschen mit Rosendekor von Gabriel Argy-Rousseau aus dem Jahr 1921, das sich von 800 bis 1.000 Euro auf 2.200 Euro verbesserte. Als Pâte de verre-Künstler gesellte sich François-Emile Décorchemont mit seiner abstrakt violett marmorierten Schale auf den 1920er Jahren bei 2.200 Euro hinzu (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR).
Der deutschsprachige Raum reüssierte unter anderem mit der rostroten Vase „Diluvium“ samt Kastanienzweigdekor von Josef Rindskopf’s Söhne in Teplitz-Schönau um 1900 bei 3.300 Euro (Taxe 2.000 bis 2.200 EUR) sowie einer Reihe von Arbeiten der Firma Lötz Witwe für bis zu 2.400 Euro für die elegante Vase „Flamarion Grau und Rosa“ um 1910 mit glitzernden Silberfäden. Mehrere Stangengläser der Firma Meyr’s Neffe in Südböhmen wurden fast ausnahmslos übernommen, insbesondere zwei von Otto Prutscher entworfene Arbeiten. Eines davon, ein kelchförmig sich öffnendes Weinglas in kräftigem Honiggelb, ging erst bei 8.000 Euro weg (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Ähnlichen Zulauf fanden drei schlichte Trinkgläser aus Peter Behrens’ Darmstädter Zeit um 1900/01 mit tiefrotem Fuß und farbloser Glockenkuppa, die zwischen 3.300 Euro und 9.000 Euro kosteten (Taxen zwischen 1.500 und 2.500 EUR).
In jüngerer Zeit dünnte sich das Angebot ein wenig aus. Murano etwa war kaum vertreten, erregte in Form der fünf originellen Vogeldarstellungen Alessandro Pianons aus dem Jahr 1962 aber umso größeren Anklang: Alle fünf „Pulcini“-Figuren schlossen neue Bekanntschaften, wobei sich der kleine grüne mit dem würfelförmigen Kopf erst bei 7.500 Euro bitten ließ (Taxe 3.000 bis 3.300 EUR). In fünfstellige Höhen schwang sich noch einmal eine Schöpfung des tschechischen Glaskünstlers Stanislav Libensky auf: Seine leicht kubistische, farbenreiche Interpretation des berühmten Teppichs von Bayeux auf einer Glasvase der mittleren 1940er Jahre steigerte sich von 3.000 bis 4.000 Euro auf 13.000 Euro. Zwei weitere Gefäße desselben Meisters aus annähernd der gleichen Zeit, auf denen alltägliche Menschen bei der Hausarbeit und beim Tanz zu sehen sind, erlösten 4.500 Euro und 2.400 Euro jeweils deutlich über den Schätzungen.
Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld. |  | Kontakt: Dr. Jürgen Fischer Heilbronner Auktionshaus Elbinger Straße 11 DE-74078 Heilbronn |
 | Telefax:+49 (07131) 15 55 720 | Telefon:+49 (07131) 15 55 70 |  |  | E-Mail: info@auctions-fischer.de |  | Startseite: www.auctions-fischer.de |
28.07.2013 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 28 | Seiten: 1 • 2 • 3 • 4
 Events (1) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (25) |  | •  | Veranstaltung vom:
29.06.2013, 24. Glasauktion in Zwiesel |  | •  | Bei: Dr. Jürgen Fischer Heilbronner
Auktionshaus |  | •  | Bericht: Schalenfisch
|  |  | •  | Kunstwerk:  Stanislav Libensky, Vase, 1947 |  | •  | Kunstwerk:  Peter Behrens, Weinglas, 1900/01 |  | •  | Kunstwerk:  Peter Behrens, Likörglas, 1900/01 |  |  | •  | Kunstwerk:  Peter Behrens, Trinkglas, 1900/01 |  | •  | Kunstwerk:  Otto Prutscher, Likörglas, um 1906 |  | •  | Kunstwerk:  Otto Prutscher, Weinglas, 1906 |  |  |
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 Pyxis, Römisch, 1.
Jahrhundert v. Chr.
bis 1. Jahrhundert n.
Chr. |  | Taxe: 2.000 - 3.000 EURO Zuschlag: 2.400,- EURO Losnummer: 2 |  |  |  |  |  | 
 Otto Prutscher,
Weinglas, 1906 |  | Taxe: 3.000 - 3.500 EURO Zuschlag: 8.000,- EURO Losnummer: 594 |  |  |  |  |  | 
 Gräflich
Harrachsche
Glasfabrik,
Lithyalinbecher,
Neuwelt um 1835 |  | Taxe: 2.500 - 2.800 EURO Zuschlag: 4.500,- EURO Losnummer: 164 |  |  |  |  |  | 
 Johann Lötz Witwe,
Vase „Flamarion Grau
und Rosa“,
Klostermühle um 1910 |  | Taxe: 2.600 - 2.800 EURO Zuschlag: 2.400,- EURO Losnummer: 425 |  |  |  |  |  | 
 Gabriel
Argy-Rousseau,
Väschen mit Rosen,
Paris 1921 |  | Taxe: 800 - 1.000 EURO Zuschlag: 2.200,- EURO Losnummer: 297 |  |  |  |  |  | 
 Otto Prutscher,
Likörglas, um 1906 |  | Taxe: 1.500 - 1.800 EURO Zuschlag: 3.000,- EURO Losnummer: 595 |  |  |  |  |  | 
 Ignaz Preissler,
Becher mit Pfau,
Adler und Insekten,
um 1720/30 |  | Taxe: 2.500 - 3.000 EURO Zuschlag: 2.800,- EURO Losnummer: 132 |  |  |  |  |  | 
 Vase mit Bäumen, Daum
Frères, Nancy um 1910 |  | Taxe: 5.700 - 7.000 EURO Zuschlag: 6.500,- EURO Losnummer: 308 |  |  |  |  |  | 
 Gräflich Buquoysche
Glashütten,
Ranftbecher,
Georgenthal oder
Silberberg um 1820 |  | Taxe: 1.500 - 1.800 EURO Zuschlag: 3.300,- EURO Losnummer: 165 |  |  |  |  |  | 
 Böhmen, Fußbecher
mit Äskulap,
Nordböhmen, Mitte
19. Jahrhundert |  | Taxe: 350 - 400 EURO Zuschlag: 2.000,- EURO Losnummer: 104 |  |  |  |  |  | 
 Venedig,
Reliquiengefäß,
Venedig oder Façon de
Venise, 17.
Jahrhundert |  | Taxe: 800 - 900 EURO Zuschlag: 1.500,- EURO Losnummer: 5 |  |  |  |  |  | 
 Stanislav Libensky,
Vase, 1947 |  | Taxe: 2.000 - 3.000 EURO Zuschlag: 4.500,- EURO Losnummer: 724 |  |  |  |  |  | 
 Stanislav Libensky,
Bechervase, um 1945 |  | Taxe: 1.000 - 1.500 EURO Zuschlag: 2.400,- EURO Losnummer: 725 |  |  |
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