Drei Ausstellungs- und zwei Neueröffnungen bei Max Hetzler in Berlin Groß aufgestellt geht der Berliner Galerist Max Hetzler in die Herbstsaison. Gleich drei Ausstellungen eröffnet er an diesem Wochenende, darunter zwei in neuen Räumlichkeiten an unterschiedlichen Standorten in Charlottenburg. So hat er sich unter anderem in der Bleibtreustraße unweit des Kurfürstendamms eingerichtet und zeigt dort als Einstieg einen Querschnitt durch das aktuelle Schaffen Albert Oehlens seit etwa 2009. In diesen Arbeiten hat der 1954 in Krefeld geborene Sigmar Polke-Schüler Reklame überwiegend deutscher und spanischer Supermärkte collageartig im Stil einer Neo-Pop Art neu zusammengestellt. Dabei spielt das Thema „Interieur“ eine gewisse Rolle, vielfach sind Formen und Oberflächenstrukturen von Möbelelementen, Architekturelemente und perspektivische Räume das Ergebnis der Um- und Neuinterpretation des vorgefundenen Materials. Einige Arbeiten der Serie spielen auch auf Interieurs von Salvador Dalí und Richard Artschwager an.
Neu eröffnet werden auch Galerieräume in der Goethestraße einige Hundert Meter weiter nördlich mit einer Gruppenausstellung, in der wieder Arbeiten Albert Oehlens, ferner von seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Markus Oehlen sowie von Joyce Pensato, Matthias Schaufler, John Sparagana und Rebecca Warren gezeigt werden. Auch hier steht Kraftvolles, mitunter Plakatives in teils schriller, reißerischer Aufmachung im Vordergrund. So stellt Max Hetzler mehrere monumentale, organisch geschwungene Skulpturen von Markus Oehlen vor, die nicht nur zu sehen, sondern durch ihre technische Ausstattung mit Lautsprechern und Radios auch zu hören sind. Joyce Pensato greift Ikonen des amerikanischen Trickfilms auf und konfrontiert sie mit dem wilden Gestus des Abstrakten Expressionismus. Rohe, expressive Qualitäten kennzeichnen die Skulpturen der Britin Rebecca Warren, die mit ihren Arbeiten zugleich einen Parforceritt durch die europäische Kunstgeschichte des 20sten Jahrhunderts von Auguste Rodin über Alberto Giacometti bis hin zu Willem de Kooning absolviert.
Mit international arrivierten Künstlern macht die 1974 in Stuttgart gegründete und seit Mitte der 1990er Jahre in Berlin ansässige Galerie immer wieder auf sich aufmerksam. Bridget Riley, Frank Nitsche, Monica Bonvicini, Günther Förg, Jeff Koons oder Thomas Struth gehören regelmäßig zum Programm. Derzeit präsentiert die – allerdings bald schließende – Zentrale in Berlin-Wedding neue Ölbilder des 1973 geborenen Malers André Butzer. Bei den neuen Räumen in der Bleibtreustraße 45 handelt es sich um eine typische Charlottenburger Wohnung in einem Wilhelminischen Gebäude, während Hetzler in der Goethestraße ein ehemaliges Post- und Telegraphengebäude nutzt, das zwischen 1881 und 1902 von dem Architekten Wilhelm Tuckermann gebaut wurde. Die Expansion geht übrigens noch weiter: Im kommenden Frühjahr möchte Hetzler auch in der französischen Hauptstadt Paris eine Dependance in Betrieb nehmen.
Die Ausstellungen „Albert Oehlen. Interieurs“ und „Albert Oehlen, Markus Oehlen, Joyce Pensato, Matthias Schaufler, John Sparagana, Rebecca Warren“ sind bis zum 19. Oktober in der Dependance zu sehen. Die Ausstellung „André Butzer“ in Berlin-Wedding endet bereits am 12. Oktober. Alle drei Galerieräume haben dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Galerie Max Hetzler
Oudenarder Straße 16-20
D-13347 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 459 77 420
Telefax: +49 (0)30 – 229 24 17
Goethestraße 2/3
D-10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 346 497 850
Telefax: +49 (0)30 – 346 497 851
Bleibtreustraße 45
D-10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 346 497 850
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