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Marktberichte |
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Resultate: Gemälde und Zeichnungen des 15ten bis 19ten Jahrhunderts bei Lempertz  Die Nachfolgefrage

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 |  | Ferdinand Bol, Ferdinand Bol Nachfolge, Philosoph oder Apostel mit Feder und Buch | |
Seit einiger Zeit hat Lempertz seine Auktion mit Alten und Neueren Meistern entrümpelt und auf die besonderen Stücke konzentriert. Das untere Preissegment fasst das Kölner Auktionshaus inzwischen in einer eigenen Versteigerung zusammen, die den Auftakt in die jeweilige Saison bestreitet. Am vergangenen Mittwoch war es wieder soweit. Da standen die knapp 200 Kunstwerke des 15ten bis 19ten Jahrhunderts zu Preisen bis etwa 15.000 Euro auf dem Programm, erstmals bereicht durch eine Zeichnungssuite mit rund 60 Positionen. Dass es nicht immer bei dieser Preisgrenze blieb, lag bei im Bereich der alten Kunst an zwei Gemälden, für die die Lempertz-Experten bekannte Vorbilder in Anspruch nahmen. So siedelten sie die qualitätvolle und atmosphärisch dichte Darstellung eines alten stehenden Philosophen oder Apostel mit Büchern und Feder in dunkler Stube in der Nachfolge Ferdinand Bols an und sahen darin möglicherweise die Kopie eines heute nicht mehr nachweisbaren Gemäldes des Dordrechter Meisters. Auch die Herkunft des Gemäldes, das sich seit mindestens 1823 ununterbrochen in einer rheinischen Familiesammlung befunden hat, tat ihr übriges, dass es nicht bei den veranschlagten 5.000 bis 7.000 Euro blieb, sondern die Gebote auf 19.000 Euro stiegen.
Gleich darauf erfüllte ein anderer großer Name die in ihn gesetzten Erwartungen: Giovanni Antonio Canal. Von dem Venezianer existieren mehrere Entwurfszeichnungen mit ephemeren Festarchitekturen auf der Piazetta vor dem Dogenplast anlässlich der Karnevalsfeiern in der Serenissima; ein eigenhändiges Gemälde ist aber nicht bekannt, nur eine Werkstattarbeit in der Londoner Wallace Collection. Nach den Zeichnungen Canals schuf Giovanni Battista Brustolon 1766 eine Radierung. Da bezüglich der Staffagefiguren das bei Lempertz angebotene Gemälde der Druckgrafik näher steht, als dem Werk der Wallace Collection, mag wohl Brustolons Blatt für den „Dogen bei der Feier des Giovedì Grasso auf der Piazetta“ als Vorlage gedient haben. Hier fiel der Unterschied zwischen Erwartung und Ergebnis noch deutlicher aus: von 8.000 bis 10.000 Euro schnellte der Preis auf 53.000 Euro.
Bei der Kunst des 19ten Jahrhundert gab es hinter den Schöpfern der Gemälde nicht mehr so viele Fragezeichen. Hier war es der für seine wilden Tscherkessenreiter bekannte Franz Roubaud, der die Kauflaune aufmischte. Da er diesmal mit einem nicht so exotischen Motiv antrat und nur Fischer mit ihrem Boot an einem klaren Sonnentag am Schwarzen Meer ins Rennen schickte, war die Schätzung mit 10.000 bis 15.000 Euro vorsichtig angesetzt. Schließlich einigten sich die Kunden dann doch auf 34.000 Euro. Solche markanten Preissprünge waren nicht mehr zu verzeichnen. Die Sammler orientierten sich zumeist an den Taxen und nahmen losbezogen etwas über 42 Prozent der 194 Lose mit.
Schöne Ergebnisse gab es bei den Alten Meistern etwa noch bei Jacob Samuel Becks liebevollem Tierbild einer Henne mit ihren Küken für 4.500 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), einer Dorflandschaft mit unruhigem Soldatenlager von Karel Breydel zur unteren Schätzung von 5.000 Euro, einer adretten jungen Frau mit Früchtekorb und zwei Affen eines flämischen Barockmeisters für taxgerechte 8.500 Euro oder die klassizistische Allegorie einer jungen Frau im Profil als Göttin Ceres mit Sichel und Ährenkranz eines französischen Malers um 1800 für 15.000 Euro (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Das Dekorative eines Blumenstilllebens in einer Steinvase mit Papagei, das aus dem Umkreis des kurkölnischen Malers Johann Martin Metz stammt, ließ die Gebote auf 5.200 Euro steigen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Etwas Schwung kann dann noch einmal bei einer Maria Lactans, begleitet von Johannes dem Täufer und dem Apostel Jakobus, eines italienischen Meisters des 15ten Jahrhunderts auf. Die noch auf Goldgrund gemalten Heiligen warben 12.000 Euro ein (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).
Die Neuern Meister begannen vielversprechend mit einer Sommerstimmung am Lago di Agnano bei Neapel mit Blick auf den rauchenden Vesuv. Oswald Achenbach hatte die nur etwas über Postkartengröße hinausgehende Miniatur geschaffen und konnte dafür 4.200 Euro einnehmen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). In italienischen Gefilden bewegte sich zudem Telemaco Signorinis Gespräch zweier junger Frauen auf einer Landstraße. Das impressionistische Gemälde ging bei 6.500 Euro weg (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Die französische Landschaftskunst wartete mit der Schule von Barbizon auf und hatte etwa Hippolyte-Camille Delpys ruhiges Flussufer mit zwei Wäscherinnen für 2.900 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) oder Pierre-Emmanuel Damoyes beschauliche Weiden an einem Bach von 1888 für 2.600 Euro zu bieten (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Paul Huet gesellte sich mit einem ebenso unspektakulären Bauernhaus hinter einem Teich ebenso bei 2.600 Euro hinzu (Taxe 2.800 bis 3.500 EUR).
Etwas mehr Gefühlsaufwand betrieb Rudolf Otto Ritter von Ottenfeld in seinem Werk „Wallensteins letztes Nachtlager“. Das realitätsnah geschilderte Schlachtengemälde mit dem sinnierenden General war schon mehrmals bei Lempertz zugegen und wurde nun bei 7.500 Euro von seinem Wiedergängertum erlöst (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Adolphe Monticelli scheint in seinem „Spaziergang vor dem Tor“ ebenfalls auf ein historisches Ereignis anzuspielen; jedenfalls sind seine Figuren teils in Renaissancetracht kostümiert. Aber anders als bei Ottenfeld wohnt seinem nun 7.000 Euro teueren Gemälde von 1878 das Heitere und Ungezwungene einer Festgesellschaft inne (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Auch die Genremaler wollten Gefühlsregungen schildern. Die Innigkeit zwischen Mutter und Kind thematisiert Johann Georg Meyer von Bremen einfühlsam in seinem Gemälde „Das Abendgebet“, das 3.600 Euro einspielte (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Den selben Wert erzielte Théophile Emmanuel Duverger mit seiner fröhlichen Kinderszene „Der kleine Trommler“ (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).
Eine fast dramatisch aufragende Burgruine, in der ein Bauernhaus hineingebaut wurde, malte wohl Friedrich Joseph Ehemant im Jahr 1835. Das mit einigen Staffagefiguren belebte alte Gemäuer brachte es auf 3.400 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Über die Schätzungen stiegen dann Ernst Helbigs schlichter Blick in eine Dorfstraße mit Brunnen und Hühnern aus dem Herzvorland von 1837 mit 4.600 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und Carl Morgensterns feine, fast noch beidermeierliche Ansicht eines Hauses im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen mit 6.200 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Während Max Clarenbachs gemäßigt pointillistische Wiese in einer „Sommerlandschaft bei Montabaur“ unbeachtet blieb (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR), ergatterte sich ein Tierfreund Carl Reicherts detailliert und brillant gefällig gemalte drei Hunde nach der Jagd von 1905 erst bei 10.500 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).
Preislicher Höhepunkt bei den Zeichnungen war Bonaventura Genellis Querformat mit einem gesichtlosen männlichen Halbakt samt ausgebreiteten Armen, der von zwei weiteren Aktstudien des Malers begleitet wurde, für 2.000 Euro und damit zum Doppelten der Schätzung. Interessiert zeigten sich die Kunden auch an den Konvoluten mit Bleistiftskizzen des Düsseldorfer Romantikers Theodor Mintrop. Für sieben Blätter, angeführt von einer Allegorie der Nacht im Queroval, boten sie 800 Euro (Taxe 300 EUR). Rheinisches stand mit Caspar Scheurens lavierter Federzeichnung von Schloss Landsberg bei Kettwig von 1854 für 550 Euro (Taxe 600 EUR) oder mit Carl Rüdells Aquarell des dicht bebauten, romanischen Chors von Maria im Kapitol in Köln für 1.500 Euro zur Verfügung (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Ein Konvolut von acht Aquarellen und Zeichnungen, von dem Dresdner Albert Venus im romantischen Geist Adrian Ludwig Richters verfasst, kletterte auf 800 Euro (Taxe 600 EUR), und auch Karl Schweichs unvollständige Ölskizze eines Wildbaches blieb nicht unentdeckt. Sie raste von 250 Euro auf 1.400 Euro.
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. |  | Kontakt: Kunsthaus Lempertz Neumarkt 3 DE-50667 Köln |
 | Telefon:+49 (0221) 92 57 290 | Telefax:+49 (0221) 92 57 296 |  |  | E-Mail: info@lempertz.com |
05.10.2013 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 24 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Adressen (1) • Kunstwerke (23) |  | •  | Bei: Kunsthaus
Lempertz |  | •  | Kunstwerk:  Bonaventura Genelli, Männlicher Halbakt mit
ausgebreiteten Armen |  | •  | Kunstwerk:  Pierre Joseph Petit, Weite
Flusslandschaft mit Rastenden, 1788 |  |  | •  | Kunstwerk:  Oswald Achenbach, Lago di
Agnano bei Neapel mit Blick auf den Vesuv |  | •  | Kunstwerk:  Pierre-Emmanuel Damoye, Wieden an einem Bach, 1888 |  | •  | Kunstwerk:  Hippolyte-Camille Delpy, Flussufer mit Wäscherinnen,
1893/03 |  |  | •  | Kunstwerk:  Théophile Emmanuel Duverger, Der kleine Trommler |  | •  | Kunstwerk:  Friedrich
Joseph Ehemant zugeschrieben, Ansicht einer Burgruine, 1835 |  | •  | Kunstwerk:  Ernst Helbig, Dorfstraße mit Brunnen und Hühnern, 1837 |  |  |
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 Rudolf Otto Ritter
von Ottenfeld,
Wallenstein letztes
Nachtlager |  | Taxe: 8.000 - 10.000 EURO Zuschlag: 7.500,- EURO Losnummer: 103 |  |  |  |  |  | 
 Telemaco Signorini,
Gespräch auf der
Landstraße |  | Taxe: 6.000 - 8.000 EURO Zuschlag: 6.500,- EURO Losnummer: 125 |  |  |  |  |  | 
 Hippolyte-Camille
Delpy, Flussufer mit
Wäscherinnen,
1893/03 |  | Taxe: 2.500 - 3.000 EURO Zuschlag: 2.900,- EURO Losnummer: 63 |  |  |  |  |  | 
 Théophile Emmanuel
Duverger, Der kleine
Trommler |  | Taxe: 2.500 - 3.500 EURO Zuschlag: 3.600,- EURO Losnummer: 67 |  |  |  |  |  | 
 Carl Reichert, Drei
Hunde nach der Jagd,
1905 |  | Taxe: 8.000 - 10.000 EURO Zuschlag: 10.500,- EURO Losnummer: 111 |  |  |  |  |  | 
 Paul Huet,
Landschaft mit
Bauernhaus |  | Taxe: 2.800 - 3.500 EURO Zuschlag: 2.600,- EURO Losnummer: 80 |  |  |  |  |  | 
 Carl Morgenstern,
Ansicht eines Hauses
in
Frankfurt-Sachsenhausen,
1859 |  | Taxe: 3.000 - 4.000 EURO Zuschlag: 6.200,- EURO Losnummer: 104 |  |  |  |  |  | 
 Johann Martin Metz,
Johann Martin Metz
Umkreis,
Blumenstillleben in
einer Steinvase mit
Papagei |  | Taxe: 3.000 - 4.000 EURO Zuschlag: 5.200,- EURO Losnummer: 30 |  |  |  |  |  | 
 Johann Georg Meyer
von Bremen, Das
Abendgebet |  | Taxe: 3.500 - 4.000 EURO Zuschlag: 3.600,- EURO Losnummer: 99 |  |  |  |  |  | 
 Adolphe Monticelli,
Spaziergang vor dem
Tor, 1878 |  | Taxe: 5.000 - 6.000 EURO Zuschlag: 7.000,- EURO Losnummer: 102 |  |  |  |  |  | 
 Friedrich Joseph
Ehemant, Friedrich
Joseph Ehemant
zugeschrieben,
Ansicht einer
Burgruine, 1835 |  | Taxe: 3.000 - 4.000 EURO Zuschlag: 3.400,- EURO Losnummer: 68 |  |  |  |  |  | 
 Pierre-Emmanuel
Damoye, Wieden an
einem Bach, 1888 |  | Taxe: 2.000 - 2.500 EURO Zuschlag: 2.600,- EURO Losnummer: 61 |  |  |
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