Düsseldorf erinnert an Gotthard Graubner Wie nachhaltig Gotthard Graubners Farbphänomene in den Köpfen vieler Menschen eine unverwechselbare Präsenz entfalten, zeigte sich am Rande zweier Gedenkausstellungen des am 24. Mai 2013 verstorbenen Malers. In Gesprächen spielten immer wieder seine großflächige Kissenbilder im großen Festsaal des Berliner Schlosses Bellevue eine Rolle, die in den vergangenen Monaten bei besonders bewegten Ereignissen am Sitz des deutschen Staatsoberhauptes einen gedämpften, zugleich aber prägnanten Hintergrund lieferten. Richard von Weizsäcker war es, der den Maler schätzte und ihn 1990 mit der Ausstattung seines Berliner Amtssitzes beauftragte. Nicht weit davon entfernt schmückt seit 1999 ein ebenfalls großflächiges Werk Graubners einen Protokollsaal im Reichstagsgebäude.
Dem 1930 im vogtländischen Erlbach geborenen Maler wurde große nationale wie internationale Beachtung zuteil. In einer Hommage zeigt nun das Museum Kunst Palast in Düsseldorf 40 Aquarelle und Gemälde aus dem eigenen Fundus und der Sammlung Willi Kemp. Schlaglichtartig versucht die gedrängte Auswahl, wesentliche Entwicklungslinien im Schaffen Graubners von frühen, noch unter den Vorzeichen des Informel stehenden Arbeiten aus den 1960er Jahren bis hin zu Aquarellen aus den Jahren nach 2000 nachzuzeichnen. Seine Bestrebungen, Farbphänomene von Formen zu lösen, münden in so genannten „Farbraumkörpern“. Mehrschichtig auf dicke Stoffgewebe aufgetragen, ergeben sich seine Visionen von Farbräumen. Sie bestechen durch Vibrationen feinster Farbnuancen. Dabei verwendete Graubner nie reine Farben, vielmehr bestimmen Übergangstöne sein Werkschaffen und ergeben bei feinstufiger Abwandlung sogar gegensätzliche Farbenzusammenhänge.
Eng verbunden war Gotthard Graubner mit der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er bei Karl Otto Götz und Georg Meistermann von 1954 bis 1959 studiert hat. 1976 kehrte er als Professor hierher zurück und lehrte dort bis 1998. Seit 1997 unterhielt er sein Atelier auf der nahen Museumsinsel Hombroich bei Neuss. Die Akademie-Galerie präsentiert nun in einer Gedenkausstellung jeweils zehn Gemälde und Papierarbeiten Graubners. Abgesehen von einem Werk aus der Berliner Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch stammen alle Exponate aus dem Nachlass des Künstlers. Wunderbar platziert in den gründerzeitlichen Sälen der Akademie-Galerie, bringen sie diese zum Atmen. Begleitet werden beide Ausstellungen von Bildstrecken bekannter Fotografen.
Die „Hommage à Gotthard Graubner“ ist bis zum 19. Januar 2014 im Museum Kunst Palast zu sehen. Das Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 9 Euro.
Die Ausstellung „Gotthard Graubner – Magier der Farbe“ läuft in der Akademie-Galerie bis zum 26. Januar 2014. Sie hat mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Hierzu ist ein Katalog erschienen, der an der Museumskasse 20 Euro kostet.
Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 – 892 62 60
Telefax: +49 (0)211 – 892 93 07
Akademie-Galerie
Burgplatz 1
D-40213 Düsseldorf
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Telefon: +49 (0)211 – 13 96 225 |