Jubiläumsschau für Karl Otto Götz in Aachen Der große Aachener Maler Karl Otto Götz wird am 22. Februar 100 Jahre alt. Anlässlich dieses runden Geburtstags widmet ihm das Suermondt-Ludwig-Museum ab kommenden Sonntag die Jubiläumsausstellung „Karl Otto Götz. Gemälde und Nebenwege“. Die Schau stellt die Werke des Informel ins Zentrum. Zusätzlich richtet sich der Fokus auch auf solche Arbeiten, die in seinem Œuvre auf Seitenpfaden entstanden sind und die große Bandbreite des künstlerischen Schaffens von Götz verdeutlichen. Dazu gehören Keramiken, Metallarbeiten, Lichtgrafiken und Holzschnitte, aber auch literarische Stücke. Das Werk von Karl Otto Götz, einem der wichtigen Vertreter des Informel in Deutschland, ist geprägt von der Suche nach einer unverbrauchten und visionären Bildsprache, die sich von klassischen Bild- und Zeichenbegriffen loslöst und sich in einer unmittelbaren und freien Form ausdrückt. Seine oft großformatigen Bilder spiegeln mit wirbelnden, explodierenden Formen und zeichenhaften Schemen die Energie des Schaffensaktes wider und folgen doch wohl kalkulierten Bildstrategien.
Karl Otto Götz wurde 1914 in Aachen geboren, wo er ab 1932 die Kunstgewerbeschule besuchte. Ab 1935 erhielt er von den Nationalsozialisten ein Mal- und Ausstellungsverbot, dass er umging und seine künstlerische Tätigkeit heimlich fortsetzte. Seine Offiziersausbildung brachte ihn 1940 nach Dresden, wo er kurzzeitig an der Akademie der Bildenden Künste studierte. 1941 wurde er schließlich bis Kriegsende nach Norwegen versetzt. Durch persönliche Kontakte waren Götz’ Werke bald in einer Pariser Galerie zu sehen, und er wurde zu einem wichtigen Mittler zwischen der deutschen und der französischen Kunstszene. Im Jahr 1959 zog Götz nach Düsseldorf, wo er eine Professur an der Kunstakademie inne hatte und später berühmte Künstler wie Sigmar Polke und Gerhard Richter unterrichtete. 1965 heiratete er seine ehemalige Schülerin Rissa mit der er seit 1975 in der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde Niederbreitbach lebt und arbeitet. Der dynamische Malakt und das zugleich kritisch-analytische Denken, das sich in Götz’ Werk niederschlägt, hatten großen Einfluss auf spätere Künstlergenerationen.
Die Jubiläumsschau „Karl Otto Götz. Gemälde und Nebenwege“ läuft vom 2. Februar bis zum 4. Mai im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Die Geburtstagsfeier für den Künstler findet am 22. Februar um 15 Uhr ebenfalls im Museum statt. Geöffnet ist dienstags, donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr, außerdem mittwochs von 12 bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18
D-52070 Aachen
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