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Marktberichte |
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Möbel und Antiquitäten im Wiener Dorotheum  Siegerpose

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 |  | Tropaion, 17. oder 18. Jahrhundert | |
Ein Tropaion ziert der Katalogtitel zu kommenden Versteigerung mit Möbeln, Skulpturen, Glas und Porzellan im Dorotheum. Will das Wiener Auktionshaus damit einen erfolgreichen Auktionsverlauf herbeibeschwören? Denn schon die alten Griechen pflegten mit dem Tropaion auf den Schlachtfeldern ihre Siege zu feiern, indem sie Rüstungen, Helme, Waffen und dergleichen an einem Pfahl befestigten und ihn genau an dem Ort aufstellten, an dem die Feinde sich vom Schlachtfeld abgewandt und die Flucht ergriffen hatten. In der Baukunst der Neuzeit wurden mit dieser „militärischen Vogelscheuche“ vor allem die Mauerkränze von Schlössern geschmückt. In solchem Kontext dürfte auch das vorliegende, aus Sandstein gefertigte Tropaion gestanden haben, das das Dorotheum auf das 17. oder 18. Jahrhundert datiert und mit 45.000 bis 50.000 Euro bewertet. Obwohl es eigentlich schon zu den Skulpturen gehört, hat es das Auktionshaus an den Beginn der Möbel gesetzt. Der auf Öffentlichkeit bedachten Wirkung eines Tropaions, steht die intime Funktion einer Teeschatulle gegenüber. Hier besticht dann mehr die schlichte Eleganz des Kästchens, das um 1750/60 in Werkstatt Abraham Roentgens in Neuwied gefertigt wurde. Mit 6.000 bis 8.000 Euro geht es um die Gunst der Käufer ins Auktionsrennen.
Möbel
Am 22. Oktober sind unter den Möbeln des deutschsprachigen Raumes aus der Barockzeit nur selten konkrete Angaben über die Schöpfer der jeweiligen Arbeit zu erhalten. Immerhin der Werkstatt des Linzer Meisters Stephan Jegg gegen Mitte des 18. Jahrhunderts kann eine wuchtige Kommode mit separatem Aufsatz zugeschrieben werden, bei der Puristen allenfalls den etwas erneuerten Zustand beanstanden könnten (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Von Jean Holthausen ist eine französische Transitonkommode der Zeit um 1770 gestempelt, deren Front mit Musikinstrumenten und floralen Darstellungen verziert ist (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), und von Jean-François Griffet ein etwa gleichzeitiges Exemplar in Demi-Lune-Form mit ebenfalls stilllebenartigem Instrumentenmotiv auf der Frontseite (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Der seit 1766 als Meister in Paris tätige Jean-Baptiste Vassou zeichnete für eine Kommode in strenger Kastenform mit klarer Felderung verantwortlich (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Abermals um 1770 datiert ein ovales Salontischchen Jean-Pierre Bertrands, das wiederum bereits den beginnenden Klassizismus mit seinen schlichteren, immer wiederkehrenden Ornamenten repräsentiert (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).
Das 19. Jahrhundert ist zunächst mit einigen Empiremöbeln vertreten wie einem Paar Konsoltische wohl englischer Herkunft, die mit ihren verschiebbaren Platten und senkbaren Etageren multifunktional einsetzbar sind (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Hier tun sich vor allem aber Stilmöbeln des Historismus hervor, die mal Renaissance, mal Rokoko und mal auch schon den Klassizismus kopieren und mit bis zu 30.000 Euro manchmal teurer sind als die Originale. Der Katalog listet etwa einen aufwändig mit Marmor- und Pietra Dura-Einlagen gearbeiteten, knapp zwei Meter hohen Kabinettschrank aus Italien, der sich in jedem Renaissance-Studiolo gut machen würde (Taxe 22.000 bis 26.000 EUR). Schön biedermeierlich zurücklehnen kann man sich in einem Ohrenbacken-Verwandlungssessel aus Kirschholz, der dem in Linz tätigen Möbelschreiner Johann Nepomuk Geyer als ein Frühwerk zugeschrieben wird (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Einige Aufmerksamkeiten dürfte auch ein Paar aus Holz geschaffener, außerordentlich reich bemalter Figuren erregen, die Mephistopheles mit einer weiblichen Partnerin auf hohen Sockeln vorstellen sollen. Der virtuose Schnitzer ist unbekannt, als Entstehungsort wird Venedig angegeben (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR).
Skulpturen
Aus gotischer Zeit stammt unter anderem eine schöne Lindenholzmadonna der Zeit um 1440/50, die mithilfe stilistischer Merkmale in das Inn-Salzach-Gebiet eingeordnet wird und aufgrund ihrer Dynamik und hochstehenden Technik durchaus von einem meisterhaften Könner zeugt. 40.000 bis 50.000 Euro scheinen hier nicht zu hoch veranschlagt zu sein. Dem auf der Schwelle zur Frührenaissance stehenden Michael Parth in Tirol lässt sich ein Relief mit dem Marientod zuordnen, das sicher einmal Teil eines umfangreicheren Altars war (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Die berühmte Werkstatt Hans Leinbergers wird für eine weitere Madonna in Anspruch genommen, die aufgrund ihrer leicht gebeugten Körperhaltung wohl einst in höherem Bereich Aufstellung gefunden hat (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Feurig züngelnde Haare kennzeichnen die Aufregung zweier Engel des Barockmeisters Thomas Schwanthaler (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), während Paolo Triscornias klassizistischer Amor in Marmor ganz friedlich schläft (Taxe 22.000 bis 30.000 EUR).
Glas und Porzellan
Die kleine Glasabteilung wartet prominent mit Biedermeier-Bechern auf, die erst im Juli aus dem Wiener Museum für Angewandte Kunst an die Erben des jüdischen Kaufmanns und Glassammlers Rudolf Bittmann restituiert wurden. Dazu gehört ein Ranftbecher mit Deckel, den Anton Kothgasser mit dem „Haus des Sandwirthes Andreas Hofer“, des Tiroler Freiheitskämpfers, um 1827 bemalt hat (Taxe 13.000 bis 20.000 EUR). Auch für eine pittoreske Ansicht von Karlsbad, mit der der Wiener Gottlob Samuel Mohn 1812 seinen Becher gestaltete, konnte sich Bittmann begeistern (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Drittes Stück mit Bittmann-Provenienz ist ein brauner Lithyalin-Becher der Gräflich Buquoyschen Glashütten um 1825/30, der ungewöhnlich von einem Untersatz und einem Deckel aus vergoldeter Bronze eingefasst wird (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).
Beim Porzellan hat sich das teuerste Los der Auktion versteckt: 100.000 bis 150.000 Euro soll ein komplettes Kaffee- und Teeservice für zwölf Personen kosten, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts und damit in der sogenannten Ära Sorgenthal bei der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Wien vom Band lief. Man wird vom gleißenden Gold- und bunten Blumendekor fast überwältigt, wenn man den reisegeeigneten Holzkoffer öffnet. Einzelne Tassen samt Untertassen mit Veduten, Portraitmedaillons oder ornamentalen Dekors gibt es schon ab 600 Euro. So werden für die „Ansicht des Burgthores zu Wien“ von 1829 mindestens 1.900 Euro fällig, für das Portrait „Erzherzogin Sofie“ von 1834 mindestens 3.200 Euro und die recht modern anmutende Mokkatasse mit schwarzweiß marmoriertem Fond, durchzuckt von rot-grün-gelben Farbstreifen, von 1811 mindestens 800 Euro. Aufschlussreich für das Innenleben der Wiener Manufaktur ist eine Kassette mit 19 bemalten Musterplättchen in vier Einsätzen um 1803/10. Die erste Lage gibt Auskunft über ihren Hersteller: „Farbentafel der k.k Porzellan Manufactur zu Wien, erzeugt durch Joseph Leithner Arcanisten und Mahlerey Vorsteher“ (Taxe 9.000 bis 11.000 EUR).
Einige Figuren und Figurengruppen nach Entwürfen Johann Joachim Kändlers für bis zu 20.000 Euro stehen für die Meißner Produktion, so ein höfisches Liebespaar mit Mops in einer Gartenlaube um 1765. KPM wartet mit einer Portraitvase König Friedrich Wilhelms IV. auf preußischblauem Fond um 1832/37 auf (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR), die Porzellanmanufaktur Frankenthal mit dem Duo von Dame und Herr in vornehm rosafarbenen Kleidern und auffälligen Muffen nach einem Modell von Johann Friedrich Lück um 1765 (Taxe 3.800 bis 4.500 EUR). Freunde russischen Geschirrs können sich wieder an einigen Soldatentellern delektieren. Zwei davon stammen laut Datierung aus dem Jahr 1883 und suchen für jeweils 25.000 bis 30.000 Euro einen neuen Besitzer mit geeigneter Vitrine.
Die Auktion beginnt am 22. Oktober um 14 Uhr. Die Besichtigung findet noch bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr statt. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com. |  | Kontakt: Dorotheum Dorotheergasse 17 AT-1010 Wien |
 | Telefon:+43 (01) 515 60 0 | Telefax:+43 (01) 515 60 443 |  |  | E-Mail: client.services@dorotheum.at |  | Startseite: www.dorotheum.com |
20.10.2014 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 29 | Seiten: 1 • 2 • 3 • 4
 Adressen (1) • Kunstwerke (27) • Im Verkauf - Events (1) |  | •  | Bei: Dorotheum
|  | •  | Kunstwerk:  Michael Parth Umkreis, Geburt Mariens, Tirol um 1510/20 |  | •  | Kunstwerk:  Hans Leinberger Werkstatt, Madonna mit Kind, um
1515/20 |  |  | •  | Kunstwerk:  Thomas Schwanthaler, Engelspaar, um 1670/80 |  | •  | Kunstwerk:  Paolo Triscornia, Schlafender Amor |  | •  | Kunstwerk:  Anton
Kothgasser, Ranftbecher mit Deckel „Haus des Sandwirthes Andreas Hofer“, um 1827 |  |  | •  | Kunstwerk:  Gottlob Samuel Mohn, Becher mit Ansicht von Karlsbad,
1812 |  | •  | Kunstwerk:  Lithyalin-Becher, Gräflich Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg um 1825/30 |  | •  | Kunstwerk:  Anton Friedl, Kaffee- und Teeservice für zwölf Personen, um
1788/99 |  |  |
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 Kaiserliche
Porzellanmanufaktur
St. Petersburg,
Teller mit
Militärszene, 1883 |  | Taxe: 25.000 - 30.000 EURO Losnummer: 1049 |  |  |  |  |  | 
 Kaiserliche
Porzellanmanufaktur
Wien, Tasse mit
Untertasse
„Erzherzogin
Sofie“, 1834 |  | Taxe: 3.200 - 3.600 EURO Losnummer: 880 |  |  |  |  |  | 
 Jean-Pierre
Bertrand,
Salontischchen, um
1775 |  | Taxe: 8.000 - 12.000 EURO Losnummer: 511 |  |  |  |  |  | 
 Anton Friedl,
Kaffee- und
Teeservice für zwölf
Personen, um 1788/99 |  | Taxe: 100.000 - 150.000 EURO Losnummer: 876 |  |  |  |  |  | 
 Johann Friedrich
Lück, Dame mit Muff –
Kavalier mit Muff, um
1760 |  | Taxe: 3.800 - 4.500 EURO Losnummer: 1032 |  |  |  |  |  | 
 Abraham Roentgen,
Abraham Roentgen
Werkstatt,
Teeschatulle, um
1750/60 |  | Taxe: 6.000 - 8.000 EURO Losnummer: 494 |  |  |  |  |  | 
 Gräflich Buquoysche
Glashütten,
Lithyalin-Becher,
Georgenthal oder
Silberberg um
1825/30 |  | Taxe: 5.000 - 8.000 EURO Losnummer: 815 |  |  |  |  |  | 
 Portraitvase
„Friedrich Wilhelm
IV.“, KPM, 1832/37 |  | Taxe: 12.000 - 20.000 EURO Losnummer: 999 |  |  |  |  |  | 
 Kaiserliche
Porzellanmanufaktur
Wien, Tasse mit
Untertasse „Ansicht
des Burgthores zu
Wien“, 1829 |  | Taxe: 1.900 - 3.000 EURO Losnummer: 877 |  |  |  |  |  | 
 Anton Kothgasser,
Ranftbecher mit
Deckel „Haus des
Sandwirthes Andreas
Hofer“, um 1827 |  | Taxe: 13.000 - 20.000 EURO Losnummer: 809 |  |  |  |  |  | 
 Paolo Triscornia,
Schlafender Amor |  | Taxe: 22.000 - 30.000 EURO Losnummer: 717 |  |  |  |  |  | 
 Jean-Baptiste
Vassou, Kommode, um
1770/80 |  | Taxe: 7.000 - 10.000 EURO Losnummer: 506 |  |  |  |  |  | 
 Italien,
Kabinettschrank,
19. Jahrhundert |  | Taxe: 22.000 - 26.000 EURO Losnummer: 562 |  |  |
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