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Marktberichte |
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Die Terrorgefahr konnte der BRAFA in Brüssel nichts anhaben. Die Messe für Kunst und Antiquitäten wird nun 60  Auch mit Comics verdient man Geld

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 |  | Die 60ste Ausgabe der BRAFA in Brüssel 2015 | |
Es war das Flüstergespräch der „Collectors Preview“ auf der BRAFA. In Anbetracht des verhinderten Terroranschlags in Belgien waren viele auf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gespannt. Dezent hatten die Organisatoren weiße Sicherheitsschleusen im Zugangsbereich als Tore getarnt. Ansonsten demonstrierte die Polizei eine verstärkte Präsenz, patrouillierte regelmäßig durch die Gänge und vermittelte gleichzeitig den Ausstellern und Sammlern ein Gefühl der Sicherheit. Die Kunsthändler ließen sich vom Terror nicht abschrecken. 126 waren zur Brussels Antique and Fine Art Fair gekommen, 51 aus Belgien, der Rest aus dem Ausland. Sie belebten die 15.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit kostbaren und dekorativen Objekten von der goldenen Kaminuhr bis zum historischen Wandteppich, mit Möbeln aus allen Epochen und Kunstwerken aus allen Jahrhunderten und feierten die 60. Ausgabe der Brüsseler Kunst- und Antiquitätenmesse.
Jules Schmalzigaug wurde dagegen nur 35 Jahre alt. Er galt als Visionär des belgischen Futurismus. 1917 beging er Selbstmord. Harold t’Kint de Roodenbeke, Präsident der BRAFA, zeigte in diesem Jahr an seinem Stand zum ersten Mal drei Werke des beinahe vergessenen Futuristen. Dabei waren Strandimpressionen in zarten Farben von „The Beach“ für 15.500 Euro zu haben oder „The Garden“ für 18.500 Euro. Neben dieser Neuentdeckung setzte Roodenbeke auf die Gattung Cartoon, ebenso wie Petits Papiers – Huberty & Breyne Gallery, die ein frühes Werk Hergés, des Erfinders von Tim und Struppi, mit nicht geringen Preisvorstellungen offerierten: Für das Cover „Der geheimnisvolle Stern“ zur zehnten Ausgabe der Comic-Serie waren 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Kálmán Makláry Fine Arts aus Budapest war heuer mit Werken der 91jährigen bei Paris lebenden Künstlerin Judit Reigl angereist. Reigl, gebürtige Ungarin, deren erste Ausstellung noch von André Breton organisiert wurde, präsentierte ein surreales Werk von 1950, dass für 450.000 Euro schon reserviert war.
Am Großmogul der Präsentation zeitgenössischer Kunst, Guy Pieters aus Knokke-Heist, führte auf der Messe kein Weg vorbei. Seinen großdimensionierten Stand hatte er mit einer Soloshow des 88jährigen François Morellet und mit Arbeiten der umtriebigen Künstlerstars Gilbert & George bestückt. Werke für 220.000 Euro waren hier zu haben, ebenso eine ungewöhnliche monochrome Akkumulation aus lauter Messern von Arman für 210.000 Euro. In unmittelbarer Nachbarschaft und zum ersten Mal auf der BRAFA mit dabei war „Die Galerie“ aus Frankfurt. Ihr ebenfalls großzügig bemessener Stand widmete sich der Künstlergruppe CoBrA mit Papierarbeiten von Corneille, Eugène Brands, Lucebert und Karl Otto Götz. Daneben konnte der Sammler auch größere Werke von Asger Jorn oder Pierre Alechinsky mit nach Hause nehmen.
Dass Brüssels einstiger rein belgischer Antikmarkt, gegründet 1956, auch immer mit skurrilen Möbeln aufwartet, bewies die Londoner Carpenters Workshop Gallery. Kein geringerer als Erwin Wurm hat eine Auflage von 8 und 4 „artist proofs“ seines Schreibtisches aufgelegt. Für 56.000 Euro sicherlich kein Schnäppchen. Ebenfalls aus London kam Stern Pissarro mit einer verzahnten Farbflächenkomposition von Serge Poliakoff von 1968 und einem Farbkreis von Damien Hirst aus 2008 für 48.000 Euro. Seit 15 Jahren ist Rainer Jungbauer aus Straubing auf der BRAFA mit dabei. Er hat 2004 den Umzug vom Palais des Beaux Arts in die damals notdürftig renovierten Räume des Tour & Taxis-Gebäudes mitgemacht und erzählt von Überfällen marokkanischer Banden, die ihm damals mehr Angst einflößten als die heutigen Terroranschläge. Seine Heiligenfiguren, wie die Maria mit Kind aus Lindenholz des oberösterreichischen Meisters Lienhard Astl um 1510 gehörte zu den begehrten Sammlerobjekten, vor allem der Flamen.
Elmar Robert aus Köln zeigte ebenfalls mittelalterliche sakrale Kunst, aber auch Steinzeug aus Raeren, seiner belgischen Heimatstadt, und die Galerie Brenske aus München informierte engagiert über die Besonderheiten ihrer mitgebrachten Ikonen. Jörg Schuhmacher aus Frankfurt hatte frühe Zeichnungen der 1950er Jahre von Andy Warhol mitgebracht, die durch den Kunsthändler Daniel Blau in den Archiven der Warhol Foundation entdeckt wurden, außerdem ein von Warhol gemachtes Foto von Joe MacDonald, der 1979 als schönster Mann der Welt galt (Preis 5.800 Euro). Roswitha Eberwein aus Göttingen führte den Besucher in die nur wenigen bekannte Welt der Pharaonen und Sarkophage. Ungewöhnlich war eine kleine Pferdeskulptur aus Bronze. Das aus dem Jemen stammende Pferdchen ist eine kleine Sensation, da es um 200 vor Christus im Jemen keine Pferde gab. Sie kamen aus Beutezügen über die Berge und trugen zum Schutz gegen Geröll und Schnee Stiefel, was die Abdrücke in der Bronze bestätigt. |
08.02.2015 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann |  |
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 Peeter van Bredael,
Hirten und
Spaziergänger vor
antiken Ruinen |  | |  |  |  |  |  | 
 Heiliger Gobdelas,
Kreta, 17.
Jahrhundert |  | |  |  |  |  |  | 
 Thierry van
Rijswijck,
Knurrender Tiger, um
1940 |  | |  |  |  |  |  | 
 Jacques-Émile
Ruhlmann,
Gondelstuhl, um 1924 |  | |  |  |  |  |  | 
 Johann Eißler,
Deckelhumpen,
Nürnberg 1681 |  | |  |  |  |  |  | 
 Jean-Henri Riesener
und Adam Weisweiler,
Louis XVI-Kommode,
um 1775/1800 |  | |  |  |  |  |  | 
 nach Franz Floris und
Cornelis Cort,
Herkules und die
Zwergmenschen,
flämisch, 16.
Jahrhundert |  | |  |  |  |  |  | 
 Kopfstütze,
Ägypten, Altes
Königreich, 6.
Dynastie, um 2300 v.
Chr. |  | |  |  |
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