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Marktberichte |
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Kunst und Antiquitäten mit guten Ergebnissen bei Nagel in Stuttgart  Forschen zahlt sich aus

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 |  | Carl Andreas Ruthart, Carl Andreas Ruthart Werkstatt, Zug der Tiere in die Arche Noah | |
Das hat sich die nochmalige Recherche ja im wahrsten Sinne des Wortes ausgezahlt: Als das Stuttgarter Auktionshaus Nagel im vergangenen Oktober einen in Öl auf Holz gemalten „Zug der Tiere in die Arche Noah“ als Johann Rudolf Byss im Programm hatte, sollten 15.000 Euro dafür bezahlt werden. Doch man nahm sich noch einmal etwas Zeit und das Gemälde aus der Auktion, untersuchte es genauer, stellte fest, dass es mit einem Exponat in der Stuttgarter Staatsgalerie engstens verwandt ist und aus der Werkstatt des 1630 in Danzig geborenen Carl Andreas Ruthart stammen muss. Diese Forschungsarbeit und ihr Ergebnis ließen den Preis für die kleinteilige, figurenreiche Szene in weiter niederländischer Landschaft mit fantastischer Architektur in der Ferne gleich auch erheblich anschwellen: 30.000 Euro sollten es nun sein – und 40.000 Euro wurden es. So endete die Erfolgsgeschichte eines künstlerisch ansprechenden Werkes auf der jüngsten Versteigerung von Kunst und Antiquitäten.
Den Spitzenplatz der losbezogen zu gut 56 Prozent veräußerten Offerte eroberten Ruthart und seine Werkstatt am 25. Februar damit allerdings nicht. Denn aus der Frankfurter Sammlung Lilly von Schnitzler hatte Nagel ein kleines, aber kostbares Ensemble alter Skulpturen übernommen, zu der auch eine lebensgroße Kalksteinbüste des Erlösers gehörte. Dem gegen 1280 in Siena geborenen Tino di Camaino, Schüler Giovanni Pisanos und neben ihm einer der bedeutendsten Bildhauer der Gotik in Italien, wird die feine, ausdrucksvolle Arbeit von fachlicher Seite zugeschrieben. Die hohe Qualität hat jetzt aber nicht nur von dieser Seite, sondern auch von der Marktwelt ein beeindruckendes Testat erhalten: 30.000 Euro waren als Schätzpreis angegeben, 130.000 Euro wurden schließlich geboten, nicht zuletzt dank regen Einsatzes durch Händler aus dem Ausland.
Auch ein süddeutsches Alabasterrelief mit dem heiligen Martin beim Teilen seines Mantels aus dem späten 15. Jahrhunderts für 13.000 Euro (Taxe 6.000 EUR) und eine mittelrheinische Halbfigur des Evangelisten Johannes aus dem frühen 16. Jahrhunderts für 18.000 Euro belegten die Attraktivität der Schnitzlerschen Offerte (Taxe 3.000 EUR). Anderer Herkunft waren vier Rokoko-Putten, die als Sandsteinfiguren auf Podesten die vier Jahreszeiten verkörpern dürfen. Ihr begabter Schöpfer ist leider unbekannt – vielleicht lässt er sich im Umkreis des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner finden –, doch das hielt nicht von Geboten bis in Höhe von 33.000 Euro ab (Taxe 8.000 EUR). Aus jüngerer Zeit ist die weiße Marmorfigur einer stehenden Frau in langem Schleier zu nennen, die von dem württembergischen Hofbildhauer Joseph von Kopf angefertigt wurde. Die anmutig bewegte Dame wollte sich mit 1.000 Euro nicht begnügen und ließ sich erst bei 6.000 Euro bitten.
Ähnlich wie bei den Skulpturen repräsentierte auch ein kleiner Stapel hochpreisiger Gemälde die Schwellenzeit zwischen Spätgotik und Frührenaissance. Mit 12.000 Euro für ein „Gastmahl im Hause des Pharisäers Simon“ aus der Hand eines Ulmer Meisters und 8.500 Euro für zwei Faltflügel mit dem Martyrium Petri und der Mariae Verkündigung aus dem Jahr 1506 hatte Nagel ebenfalls, wie sich herausstellte, bescheiden kalkuliert. Letztere Tafeln, ehemals Teil eines größeren Altars und von einem schwäbischen Meister geschaffen, wurde für 36.000 Euro veräußert, die ältere Malerei schaffte immerhin 20.000 Euro. Auf 12.000 Euro vervierfachte sich trotz einiger Schäden auf der Malfläche der Wert einer Vermählung Mariens aus dem Umkreis des berühmten Hans Schäufelein.
Den Erfolgen der Älteren standen diejenigen der Meister des 19. und 20. Jahrhunderts nur wenig nach. 10.000 Euro erzielte Hugo Knorrs gefällige Küstenlandschaft in spätklassizistischer Manier mit der mythologischen Szene „Meleagros erlegt den kalydonischen Eber“ von 1879 (Taxe 8.000 EUR), und 16.000 Euro waren es für Henri Fantin-Latours schemenhaft-geheimnisvolle „Diana und Endymion“ (Taxe 6.000 EUR). Im vierstelligen Bereich sind Steigerungen für Gemälde von mehr oder weniger bekannten Meistern wie Christian Mali, Hermann Pleuer, Gustav Kampmann, Adolph Claudius Tidemand oder Theodor Schmidt erwähnenswert. Den fulminanten Schlusspunkt in dieser Abteilung setzte Oskar Mulleys „Bergkapelle“ bei 22.000 Euro – trotz der bekanntermaßen hohen Markttauglichkeit des Österreichers doch ein bemerkenswerter Preis, der eher großformatigen Arbeiten vorbehalten ist, während dieser Karton nur knapp fünfzig Zentimeter in der Breite misst (Taxe 8.000 EUR).
Auch wenn einige teuere Stücke wie der eineinhalb Meter hohe Lyrasekretär im Stil der Empirezeit für 25.000 Euro liegenblieben, fand das Kunsthandwerk insgesamt guten Absatz. Besonders eine kleine Gruppe bemalter Fayencen stieß auf reges Interesse, so dass sich etwa ein Durlacher Birnkrug mit dem Emblem der Müller und der Datierung 1757 von 600 Euro auf stolze 7.000 Euro verbessern konnte. Eine ähnliche Steigerung von 1.500 Euro auf 8.000 Euro legte ein Wiener Eckschrank der frühen Biedermeierzeit um 1815 hin, den man in seiner schlichten Erscheinung repräsentativ für ihre Entstehungszeit nennen darf. Manch ausgefallenes Stück fand ebenfalls seinen Abnehmer, so ein großer italienischer Renaissance-Tresor aus Eiche mit Schmiedeeisenbeschlag für 11.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). „Fiat lux“ hieß es bei einem prachtvollen Deckenlüster im Empire-Stil von circa 1830, entworfen in der Art Karl Friedrich Schinkels und ausgeführt von der Berliner Manufaktur Carl August Mencke. Hier kamen 19.000 Euro zustande (Taxe 8.000 EUR).
Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld. |  | Kontakt: Nagel Auktionen Neckarstraße 189-191 DE-70190 Stuttgart |
 | Telefax:+49 (0711) 649 69 696 | Telefon:+49 (0711) 64 96 90 |  |  | E-Mail: contact@auction.de |
03.03.2015 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 23 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (1) • Adressen (1) • Berichte (1) • Kunstwerke (20) |  | •  | Veranstaltung vom: 25.02.2015, Kunst und Antiquitäten
|  | •  | Bei: Nagel Auktionen
|  | •  | Bericht: Aus Byss mach
Ruthard |  |  | •  | Kunstwerk:  Henri Fantin-Latour, Diana und Endymion |  | •  | Kunstwerk:  Theodor Schmidt, Im Grünen, 1892 |  | •  | Kunstwerk:  Hugo Knorr, Meleagros erlegt den
kalydonischen Eber, 1879 |  |  | •  | Kunstwerk:  Adolph Claudius Tidemand,
Junger Gelehrter im Studierzimmer |  | •  | Kunstwerk:  Martyrium Petri, Schwaben, 1506 |  | •  | Kunstwerk:  Ulmer Meister, Das
Gastmahl im Haus des Pharisäers Simon, 2. Hälfte 15. Jahrhundert |  |  |
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 Schwaben, Martyrium
Petri, 1506 |  | Taxe: 8.500,- EURO Zuschlag: 36.000,- EURO Losnummer: 304 |  |  |  |  |  | 
 Karl Friedrich
Schinkel,
Deckenleuchter, um
1830 |  | Taxe: 8.000,- EURO Zuschlag: 19.000,- EURO Losnummer: 192 |  |  |  |  |  | 
 Hugo Knorr,
Meleagros erlegt den
kalydonischen Eber,
1879 |  | Taxe: 8.000,- EURO Zuschlag: 10.000,- EURO Losnummer: 376 |  |  |  |  |  | 
 Mittelrhein,
Evangelist
Johannes, Anfang 16.
Jahrhundert |  | Taxe: 3.000,- EURO Zuschlag: 18.000,- EURO Losnummer: 265 |  |  |  |  |  | 
 Süddeutschland,
Heiliger Martin,
Ende 15. Jahrhundert |  | Taxe: 6.000,- EURO Zuschlag: 13.000,- EURO Losnummer: 259 |  |  |  |  |  | 
 Johann Peter Wagner,
Umkreis Die vier
Jahreszeiten, 2.
Hälfte 18.
Jahrhundert |  | Taxe: 8.000,- EURO Zuschlag: 33.000,- EURO Losnummer: 289 |  |  |  |  |  | 
 Hans Schäufelein,
Hans Schäufelein
Umkreis, Die
Vermählung Mariä |  | Taxe: 3.000,- EURO Zuschlag: 12.000,- EURO Losnummer: 306 |  |  |  |  |  | 
 Christian Mali, Rast
an der Ponale-Straße
am Gardasee, 1902 |  | Taxe: 3.500,- EURO Zuschlag: 6.000,- EURO Losnummer: 392 |  |  |  |  |  | 
 Joseph von Kopf,
Junge Frau mit
Schleier |  | Taxe: 1.000,- EURO Zuschlag: 6.000,- EURO Losnummer: 294 |  |  |  |  |  | 
 Henri
Fantin-Latour,
Diana und Endymion |  | Taxe: 6.000,- EURO Zuschlag: 16.000,- EURO Losnummer: 406 |  |  |  |  |  | 
 Tino di Camaino, Tino
di Camaino
zugeschrieben,
Christusbüste, wohl
um 1315 |  | Taxe: 30.000,- EURO Zuschlag: 130.000,- EURO Losnummer: 258 |  |  |  |  |  | 
 Italien, Tresor,
wohl 16. Jahrhundert |  | Taxe: 6.000,- EURO Zuschlag: 11.000,- EURO Losnummer: 114 |  |  |  |  |  | 
 Wien, Ecketagere,
wohl um 1815 |  | Taxe: 1.500,- EURO Zuschlag: 8.000,- EURO Losnummer: 204 |  |  |
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