Retrospektive zu Hans Arp in Berlin Als letzte Ausstellung vor der Sanierungsphase widmet sich das Georg-Kolbe-Museum aktuell dem Avantgardisten Hans Arp. Die erste Retrospektive des Deutsch-Franzosen in Berlin zeigt Plastiken, Reliefs, Grafiken, Fotografien, Gedichte und Texte, die einen Einblick in sein vielfältiges Werk geben sollen. Als Mitbegründer des Dadaismus und als Wegbereiter des Surrealismus zählt Arp zu den wichtigsten Protagonisten der europäischen Avantgarde und war maßgeblich an der Entwicklung der modernen abstrakten Kunst beteiligt.
Der Bildhauer und Maler Hans Arp versuchte stets, die Kunst mit dem Leben zu vereinen, und entwickelte hierfür eine neuartige und abstrakte Formensprache, die sich durch fließende organische Formen auszeichnet. Im Oval fand er in den 1910er Jahren die Urform der Kunst. Diese sah er als einen schöpferischen Prozess an, der parallel zu Natur entsteht. Aus diesem Grund machte er sich die Wachstumsprozesse zu Eigen, nicht um sie darzustellen, sondern um selbst etwas kreativ zu bilden. In sämtlichen Phasen seines Werkes findet sich das Symbol des Nabels wieder. Für Arp war er die Verdichtung der Natur in einem Oval und der Kern seines eigenen künstlerischen Universums. Er zeichnete und druckte ihn, haute ihn in Stein, formte ihn in Gips und goss ihn in Bronze als Zeichen für die Bindung des Menschen an den natürlichen Kreislauf der Natur.
Der 1886 in Straßburg geborene Hans Arp studierte von 1904 bis 1908 an der Kunstschule Weimar und an der Académie Julian in Paris. 1911 wurde er Mitbegründer der Künstlervereinigung „Moderner Bund“. Zusammen mit dem Dichter Hugo Ball rief er 1916 den Dadaismus aus, um 1919 mit Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld die Kölner Dada-Gruppe zu gründen. In den 1920er Jahren wandte er sich dem abstrakten Surrealismus zu und war Teil wichtiger avantgardistischer Vereinigungen wie beispielsweise der Gruppe „Abstraction-Crèation“. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich lebte er ab 1940 in der noch nicht besetzten südfranzösischen Stadt Grasse, von wo er 1942 in die Schweiz emigrierte. Nach dem Krieg lebte er in Meudon-Clamart und Locarno. Er starb 1966 in Basel und wurde in Locarno bestattet.
Die Ausstellung „Hans Arp. Der Nabel der Avantgarde“ ist vom 28. Juni bis zum 11. Oktober zu sehen. Das Georg-Kolbe-Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Georg-Kolbe-Museum
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D-14055 Berlin
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