Neue Sachlichkeit in Regensburg Am kommenden Samstag eröffnet die Ausstellung „Messerscharf und detailverliebt. Werke der Neuen Sachlichkeit“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg. Die Schau widmet sich den seit 1925 unter dem Begriff „Neue Sachlichkeit“ zusammengefassten realistischen Kunstströmungen, die sich nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Eindruck der bedrückenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage in Deutschland entwickelten. Als typische Vertreter gelten Otto Dix mit seiner altmeisterlichen Maltechnik, der von 1927 bis 1936 an der Kunstakademie Dresden unterrichtete, und sein dortiges Umfeld. Dix’ detailreicher und sachlicher Malstil ist in „Nelly mit Puppe II“ aus dem Jahr 1929 zu beobachten. Der Maler gibt hier die Struktur der Strümpfe und des grünen, an Kragen und den Ärmeln gefransten Kleidungsstoffes sehr genau wieder.
Das Kunstforum thematisiert, inwieweit die Neue Sachlichkeit mit ihren Richtungen des kühlen Klassizismus und des politisch zugespitzten Verismus neben den Kunstzentren in München, Berlin und Dresden auch in den östlichen Gebieten der Weimarer Republik rezipiert wurde. Zudem wird der Blick auf parallele Entwicklungen in der Kunstszene der Tschechoslowakei und in Polen geworfen. Ausgestellt sind schlesische, böhmische, tschechische und österreichische Künstler wie August Wilhelm Dressler, Ernest Neuschul, Erika Streit, Hans Baluschek, Max Radler, Franz Sedlacek, Ernst Nepo und Milada Marešová. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Breslauer Kunstakademie sowie ihre Lehrerpersönlichkeiten Alexander Kanoldt und Carlo Mense und einige ihrer Schüler. So blicken etwa die Frau und ihre Kinder in Menses „Familienbildnis“ aus dem Jahr 1925 den Betrachter aus charakteristisch stilisierten Gesichtern direkt an.
Die Ausstellung „Messerscharf und detailverliebt. Werke der Neuen Sachlichkeit“ läuft vom 31. Oktober bis zum 31. Januar. Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der begleitende Katalog kostet im Museum 23,50 Euro.
Kunstforum Ostdeutsche Galerie
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D-93049 Regensburg
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