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Marktberichte |
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Keine Fortune für Alte Meister bei Christie’s in London  Der Hase bleibt im Stall

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 |  | Hans Hoffmann, Eine Hase zwischen Pflanzen, 1582 | |
Die Alten Meister haben es derzeit schwer auf dem internationalen Kunstmarkt, und wenn die Qualität des Angebots den pekuniären Erwartungen von Händlern und Verkäufern nicht entspricht, dann kann auch eine Auktion bedeutenderen Zuschnitts danebengehen. Daran müssen sich angesichts einer offenkundigen Verknappung exzeptioneller Werke auf dem Markt wohl auch die großen Häuser in London und New York gewöhnen. Besonders schmerzlich erfuhr das Christie’s kürzlich in seiner Abendversteigerung Alter Meister am 8. Dezember in London. 46 Offerten listete der Katalog im Gesamtwert von mindestens 15 Millionen Pfund. Gerade einmal 26 davon fanden einen Abnehmer, ein beträchtlicher Teil davon unterhalb der Schätzpreise, und bei nur 6,45 Millionen Pfund lag der Gesamtumsatz einschließlich der Aufgelder.
Auch mit den Hauptlosen hatte Christie’s eindeutig zu viel vor. Hans Hoffmann war zwar ein tüchtiger Maler am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag, und seine Kopien nach Dürer haben auf dem Markt in der Vergangenheit auch schon mal Millionenpreise erzielt. Aber 4 bis 6 Millionen Pfund für eine 1582 datierte Abkonterfaktur des berühmten Hasen inmitten einer dichten Pflanzenwelt waren dann doch einfach zu anspruchsvoll, trotz bis ins 16. Jahrhundert zurückreichender Provenienz und Ausstellungserfahrung 1985 in der Wiener Albertina. Auch Hans Memlings Mutter Maria mit dem an ihrer Brust säugenden Kind ist ein wunderbares Werk und angesichts des kleinen Formats von nur gut 17 Zentimetern im Tondo geradezu intim, aber für 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund wollte es doch keiner haben. Vor knapp vier Jahren war es schon einmal bei Christie’s in New York an 6 bis 8 Millionen Dollar gescheitert. Bei 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund fiel eine klassische Venedig-Vedute Francesco Guardis mit Blick auf San Giorgio Maggiore ebenfalls durch. Auch seine von Menschen belebte Piazza San Marco gegen die Markus-Kirche und den Campanile tastete sich mit 280.000 Pfund zaghaft an die untere Schätzgrenze von 300.000 Pfund heran.
Mit Ach und Krach schaffte als einziger Millionenkandidat Pieter Breughels d.J. „Vogelfalle“ nahe einem Dorf im Schnee die untere Grenze von 1 bis 1,5 Millionen Pfund. Der nächsthöhere Hammerpreis lag bei 620.000 Pfund für Pietro Testas lichttechnisch brillante Historienszene „Aeneas und die Cumaeische Sybille übergeben Charon den goldenen Zweig“, womit eine Szene aus der „Aeneis“ von Vergil verbildlicht ist. Immerhin konnte die zwei Meter breite Leinwand damit ihre untere Taxe mehr als verdoppeln, und einen neuen Auktionsrekord für den 1612 geborenen und später in Rom wirkenden Maler bedeutete das überdies. Doch angesichts der 3 bis 5 Millionen Dollar, die Sotheby’s im Januar 2013 in New York dafür erwartete, fiel das Ergebnis auch nicht überragend aus. Platz drei besetzte Charles-Antoine Coypels „Zerstörung des Palastes der Armida“ aus dem Jahr 1737 für 420.000 Pfund. Ein Zoff wie auf dem Bild hätte auch der Auktion mal ganz gutgetan (Taxe 250.000 bis 300.000 GBP).
Zu erwähnen sind außerdem Sebastian Vrancx’ winterliche Karnevalsszene auf dem Eis im Schatten der mächtigen Kipdorppoort-Bastion in Antwerpen wohl aus den späten 1610er Jahren für 340.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP) und eine düster bewölkte Dorflandschaft mit regem Viehmarkt, gemalt wohl um dieselbe Zeit von Roelant Savery, für 240.000 Pfund (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Bartholomäus Sprangers im Jahr 1600 vielleicht für den schon erwähnten Kaiser Rudolf II. gemalter, manieristischer „Triumph der Venus“ ging ebenfalls zum Doppelten der Schätzung bei 300.000 Pfund über den Tresen. Von 70.000 Pfund auf 170.000 Pfund kletterte Lucas Cranachs d.Ä. Darstellung des Christuskindes als Erlöser und Sieger über den Tod und das Böse, die wohl um 1534 entstand. Früher galt das Werk als Werkstattarbeit des jüngeren Cranach und wurde als solche im Dezember 1999 für 17.000 Pfund bei Sotheby’s verkauft.
Auf der Tagesauktion am 9. Dezember war der Andrang etwas größer, knapp zwei Drittel der Losnummern wurden vergeben. 165.000 Pfund für ein hübsches unprätentiöses Aprikosenstillleben der Pariser Barockmalerin Louise Moillon von 1631 (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP), 130.000 Pfund für Ottmar Elligers d.Ä. Arrangement aus kostbaren Gefäßen, Trauben sowie Zitronen und einem großem Hummer von 1671 (Taxe 50.000 bis 80.000 GBP) und 205.000 Pfund für ein unterlebensgroßes Bildnis des jungen Emporkömmlings Thomas Western aus der Hand William Hogarths von 1736 bezeugten gelegentlich lebhaftes Interesse an günstigeren Arbeiten (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP). Bei den am selben Tag ebenfalls gut zu knapp 80 Prozent veräußerten Druckgrafiken bestachen zwei Holzschnitte Albrecht Dürers: Sein Ende der 1490er Jahre geschaffener „Samson tötet den Löwen“ kam auf 360.000 Pfund und das knapp zwanzig Jahre jüngere „Rhinozeros“ auf 260.000 Pfund (Taxen zwischen 80.000 und 150.000 GBP).
Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld. |  | Kontakt: Christie’s 8 King Street, St. James’s GB-SW1Y 6QT London |
 | Telefon:+44 (020) 78 39 90 60 | Telefax:+44 (020) 78 39 83 26 |  |  | E-Mail: info@christies.com |
17.12.2015 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander |  |
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 |  | Weitere Inhalte: Gesamt Treffer 20 | Seiten: 1 • 2 • 3
 Events (3) • Adressen (1) • Kunstwerke (16) |  | •  | Veranstaltung vom: 09.12.2015, Old
Master Prints |  | •  | Veranstaltung vom: 08.12.2015, Old Master & British Paintings Evening Sale |  | •  | Veranstaltung vom: 09.12.2015, Old Master & British Paintings Day Sale |  |  | •  | Bei: Christie’s
|  | •  | Kunstwerk:  Bartholomäus Spranger, Der Triumph der Venus, 1600 |  | •  | Kunstwerk:  Hans Hoffmann, Eine Hase zwischen Pflanzen, 1582 |  |  | •  | Kunstwerk:  Albrecht Dürer, Das Rhinozeros, 1515 |  | •  | Kunstwerk:  Albrecht Dürer, Samson tötet den Löwen, um 1497/98 |  | •  | Kunstwerk:  William Hogarth, Portrait of Thomas Western (1714-1764) in his study at
Clare Hall, Cambridge, 1736 |  |  |
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 Bartholomäus
Spranger, Der
Triumph der Venus,
1600 |  | Taxe: 100.000 - 150.000 GBP Zuschlag: 300.000,- GBP Losnummer: 12 |  |  |  |  |  | 
 Francesco Guardi,
Die Insel San Giorgio
Maggiore in Venedig
mit der Punta della
Giudecca |  | Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 GBP Losnummer: 46 |  |  |  |  |  | 
 Ottmar Elliger d.Ä.,
Stillleben mit
Hummer, Trauben,
geschälter Zitrone,
Nautiluspokal und
Gläsern auf einer
Steinplatte, 1671 |  | Taxe: 50.000 - 80.000 GBP Zuschlag: 130.000,- GBP Losnummer: 127 |  |  |  |  |  | 
 Sebastian Vrancx,
Winterliche
Karnevalsszene auf
dem Eis vor der
Kipdorppoort-Bastion
in Antwerpen, um
1618/20 |  | Taxe: 150.000 - 250.000 GBP Zuschlag: 340.000,- GBP Losnummer: 4 |  |  |  |  |  | 
 Albrecht Dürer,
Samson tötet den
Löwen, um 1497/98 |  | Taxe: 80.000 - 120.000 GBP Zuschlag: 360.000,- GBP Losnummer: 78 |  |  |  |  |  | 
 William Hogarth,
Portrait of Thomas
Western (1714-1764)
in his study at Clare
Hall, Cambridge,
1736 |  | Taxe: 30.000 - 50.000 GBP Zuschlag: 205.000,- GBP Losnummer: 150 |  |  |  |  |  | 
 Albrecht Dürer, Das
Rhinozeros, 1515 |  | Taxe: 100.000 - 150.000 GBP Zuschlag: 260.000,- GBP Losnummer: 111 |  |  |  |  |  | 
 Hans Memling, Die
Jungfrau Maria, das
Christuskind
stillend |  | Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 GBP Losnummer: 11 |  |  |  |  |  | 
 Louise Moillon,
Aprikosen in einer
Keramikschale mit
Pflaumen auf einer
Steinplatte, 1631 |  | Taxe: 70.000 - 100.000 GBP Zuschlag: 165.000,- GBP Losnummer: 120 |  |  |  |  |  | 
 Roelant Savery, Ein
Viehmarkt bei einem
ruinösen Bauernhof
in einem Dorf an einem
Fluss |  | Taxe: 120.000 - 180.000 GBP Zuschlag: 240.000,- GBP Losnummer: 13 |  |  |  |  |  | 
 Lucas Cranach d.Ä.,
Das Christuskind als
Erlöser, um 1534 |  | Taxe: 70.000 - 100.000 GBP Zuschlag: 170.000,- GBP Losnummer: 7 |  |  |  |  |  | 
 Francesco Guardi,
Die Piazza San Marco
in Venedig mit der
Basilika und dem
Campanile |  | Taxe: 300.000 - 500.000 GBP Zuschlag: 280.000,- GBP Losnummer: 38 |  |  |
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