Padhi Frieberger gestorben Padhi Frieberger ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der österreichische Nonkonformist am 9. Januar im Alter von etwa 85 Jahren in Wien. Der österreichische Außenseiter der Kunstszene gab sich Zeit Lebens anarchisch, autonom und politisch. Der 1929 in Krems oder 1931 in Wien geborene Frieberger mied den Kunstmarkt und verstand seine Kunst als „Angriff“ auf überkommene Traditionen. Seit Anfang der 1950er Jahre schuf er ein die verschiedenen künstlerischen Techniken und Strömungen umfassendes Werk, das sich einer Kategorisierung entzog. Ihn einer Kunstsparte zuzuordnen, ist unmöglich: er zeichnete, malte, schuf plastische Werke, arbeitete an Collagen und großen Assemblagen, fotografierte, schrieb Aphorismen und spielte Jazz.
In den frühen 1950er Jahren trat Padhi Frieberger erstmals öffentlich in Erscheinung, als er an der Adria einen Kilometer lang Ufersteine blau, rot und weiß bemalte, um die „Reaktionen der Neurotiker“ zu testen. Seine Kunst war ihrer Zeit voraus; so versandte er ebenfalls in den 1950er Jahren Mail Art, bevor der Begriff eingeführt war. Padhi Frieberger gilt als einer der radikalsten Pioniere der österreichischen Kunstszene nach dem Zweiten Weltkrieg und war zunächst im Umkreis der Wiener Gruppe aktiv. Mit seinen Skulpturcollagen aus objets trouvés, Alltagsgegenständen, Flaggen, Instrumenten, Tischen und Sesseln sowie Farbpinseln erklärte er das Ende der Staffelmalerei. In Friebergers Augen war „Kunst jedenfalls garantiert nicht das, was die Allgemeinheit will“.
„Padhi Frieberger war einer der führenden Avantgardekünstler im Nachkriegsösterreich. Mit seinen Objekten und Fotografien kreierte er einen unverwechselbaren Stil, der sich jeder Klassifizierung entzog“, äußerte sich denn auch Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zum Tod Friebergers. „Als Künstler war er ein Gesamtkunstwerk; er unterwarf sich keinerlei gesellschaftlichen Konventionen und pflegte einen äußerst asketischen, kompromisslosen Lebensstil.“ Die Öffentlichkeit nahm diesen Einzelgänger nur selten wahr: Seine erste Einzelausstellung erhielt er 1981 in der Wiener Galerie Hummel. 2001 verlieh ihm die Stadt Wien den Preis für Bildende Kunst. Die erste Personale folgte 2007 im Wiener Museum für angewandte Kunst und schließlich 2011 im Forum Frohner in Krems. Wichtige Teile seines Schaffens übergab Padhi Frieberger als Vorlass der Stadt Wien, wo sie regelmäßig im MUSA präsentiert werden. |