Barbara Steiner leitet das Kunsthaus Graz  |  | Barbara Steiner wird das Kunsthaus Graz leiten | |
Barbara Steiner ist die neue Leiterin des Kunsthauses Graz. Die Gesellschafter des Universalmuseums Joanneum, das Land Steiermark und die Stadt Graz, beriefen die Kunsthistorikerin auf Vorschlag der Findungskommission. Sie konnte sich unter 32 Bewerberinnen und Bewerbern aus Österreich und dem Ausland durchsetzen. Barbara Steiner übernimmt ihre neue Aufgabe zum 1. Juli und folgt auf Peter Pakesch, der als Intendant das ganze Joanneum, damit auch das Kunsthaus Graz künstlerisch bestimmt hatte und im vergangenen Jahr zur Stiftung der verstorbenen Malerin Maria Lassnig gewechselt ist. Der Vertrag von Steiner läuft vorerst fünf Jahre lang.
Kulturlandesrat Christian Buchmann sagte zur Bestellung: „Mit Barbara Steiner erhält das Kunsthaus eine Leiterin, die mit ihrer internationalen Erfahrung und ihrer Kenntnis der heimischen Kunst- und Kulturszene die besten Voraussetzungen mitbringt, um dem Haus entsprechend dem kulturpolitischen Auftrag einerseits mehr internationale Strahlkraft zu verleihen und gleichzeitig die heimische Szene stärker als bisher in die Programmatik einzubinden. Ich wünsche ihr für ihre neue Aufgabe alles Gute.“
Barbara Steiner, geboren 1964 in Dörfles in Niederösterreich, studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und absolvierte ein Post-Graduate-Studium für Museums- und Ausstellungskuratoren an der Landesakademie für Niederösterreich in Krems. 2002 wurde sie mit der Dissertation „Zur Ideologie des weißen Ausstellungsraumes“ promoviert. In den 1990er Jahren leitete Steiner die Kunstvereine in Ludwigsburg und Wolfsburg, wo sie unter anderem Ausstellungen mit Liam Gillick, Angela Bulloch, Philippe Parreno, Rirkrit Tiravanija und Karen Kilimnik kuratierte. Von 2001 bis 2011 war sie Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Hier verantwortete sie Präsentationen zu Jun Yang, Christine Hill, Deimantas Narkevicius und dem Atelier Le Balto sowie die Gruppenausstellungen „Performative Architektur“, „The future is not what it used to be“ und „Schrumpfende Städte“.
2012 und 2013 übernahm Barbara Steiner die künstlerische Leitung des transnationalen Ausstellungsprojekts „Europe (to the power of) n“ des Goethe-Instituts. 2014 begann sie mit ihrer Tätigkeit für das mehrjährige Ausstellungs- und Diskussionsvorhaben „600Mio. – Freunde und Komplizen“ im Wiener Künstlerhaus. Dieses fragt danach, wie man aus der Perspektive der Kunst auf Ökonomisierungsprozesse antworten und wie ein Akteur aus dem künstlerischen Feld in der Wirtschaft agieren kann, ohne Gemeinschaft und Gemeinwohl aus den Augen zu verlieren. Seit 2015 ist Steiner zudem Vertretungsprofessorin für Kulturen des Kuratorischen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. |