Benoît Maire und Natalie Häusler im Bielefelder Kunstverein Der Bielefelder Kunstverein eröffnet heute Abend zwei Einzelausstellungen in seinen Räumlichkeiten. Der Franzose Benoît Maire stellt in „George slays the Dragon“ neben seinen Installationen vor allem neue Malereien und Skulpturen vor, die er in seiner ortsspezifischen Präsentation an den Bielefelder Kunstverein angepasst hat. Daneben ist im Obergeschoss die erste institutionelle Einzelschau der Münchner Künstlerin Natalie Häusler zu sehen und zu hören, die getreu dem Ausstellungstitel „Der Reim“ Gedichte schrieb und diese in eine neue Werkserie mit malerischen und skulpturalen Elementen einbettete, die als Environments den Ausstellungsraum verdichten.
Benoît Maire, geboren 1978 in Pessac bei Bordeaux, lebt und arbeitet in Paris. In den vergangenen Jahren waren Einzelpräsentationen von ihm in seiner Heimat, aber auch in San Fransisco, Vancouver und dem niederländischen Middelburg zu sehen. Zudem war er in zahlreichen Gruppenausstellungen in Frankreich, der Schweiz sowie Italien vertreten. Maire entwickelt seine Arbeiten im Zwischenraum von Kunst und Philosophie, Zeigen und Denken. Seine Malereien, Skulpturen, Videos und Installationen suchen in künstlerischen Experimenten nach einem praktischen Zugang zu theoretischen Grundfragen der Ästhetik. In seinen jüngsten Werken widmet sich der Künstler unter anderem dem Motiv der Wolke in der Malerei. Zudem finden scheinbar belanglose Reste und Abfälle als Abdruck des eigentlichen Werks und als Spuren von Entscheidungen in einem künstlerischen Werkprozess eine erneute Aufwertung in seinem Werk. Eingebettet in Installationen treten andersartige Elemente in eine bewusste Beziehung zueinander und werden zu gleichwertigen Teilen eines künstlerischen Gesamtwerks.
Ausstellungen von Natalie Häusler setzen eine synästhetische Wahrnehmung bei den Besuchern voraus. Viele Werke der 1983 geborenen Münchnerin, die in Bezug zum architektonischen Raum ihre endgültige Form annehmen, lassen sich einer erweiterten Malerei und Poesie zuordnen. Häusler verknüpft malerische, skulpturale, auditive und performative Elemente miteinander und lässt diese den Ausstellungsraum beherrschen. Ihre Texte, Bilder und Objekte entstehen unabhängig voneinander, bedingen sich jedoch in der späteren Präsentation wechselseitig. Aus der Beobachtung ihrer Umwelt entwickelt sie Gedichte, die sie in unterschiedlichen Sprachen, Medien und Materialien in ihr Werk einfließen lässt. Von Freunden gelesen oder von den Besuchern selbst vorgetragen, bilden diese Hörstücke den Grundton begehbarer Environments. Häuslers Arbeiten waren bisher unter anderem in Spanien, England, Deutschland und den USA zu sehen. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Die Ausstellungen „Benoît Maire. George slays the Dragon“ und „Natalie Häusler. Der Reim“ laufen beide vom 23. April bis zum 10. Juli. Der Bielefelder Kunstverein hat Donnerstag und Freitag von 15 bis 19 Uhr, am Wochenende von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beläuft sich auf 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Zu den Ausstellungen erscheint eine 36seitige Broschüre für 3 Euro.
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