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Heinrich Kühn im Museum Folkwang

Heinrich Kühn, Dame vor dem Spiegel, um 1904

Das Museum Folkwang in Essen zeigt in seiner aktuellen Ausstellung selten gesehene Werke des Piktoralisten Heinrich Kühn. Bis in den August hinein kann der Besucher die „Liebe eines Fotografen zum Material“ anhand nahezu malerisch wirkender und dem Impressionismus verbundener Fotografien begutachten. Kühn gilt als ein wichtiger Vertreter der Kunstfotografie und damit der ersten fotografischen Stilrichtung, die sich in Europa um 1900 als eigenständige Kunstform etablieren konnte. Gemeinsam mit dem Photoinstitut Bonartes in Wien konzipierte das Museum Folkwang eine 40 Arbeiten fassende Schau und feiert mit ihr den 150. Geburtstag des deutsch-österreichischen Fotopioniers. Die Werkauswahl gibt Einblick in die stoffliche, materielle und sinnliche Qualität der Techniken und führt darüber hinaus auch durch die Sichtweisen und Genres der Fotografie Kühns. Im Zentrum steht dabei ein kunstvoller Schrank – der Kasten –, den Kühn sich von den Wiener Werkstätten anfertigen ließ, um darin die unterschiedlichsten Papiere für seine Edeldruckverfahren aufzubewahren.

Heinrich Kühn suchte nach neuen Formen des fotografischen Bildes, die es dem technischen Medium erlaubten, in den Kunstströmungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts – Impressionismus, Jugendstil und Symbolismus – auf Augenhöhe mit der Malerei und der Grafik aufzugehen. Die Ausstellung präsentiert dabei das weite Spektrum von Kühns Motiven von den frühen Landschaften über private Bildnisse und Szenen aus dem Kreis der Familie, über Porträts von Kollegen und Künstlern bis hin zu Stillleben, die bereits auf die Formensprache und Bildausschnitte der Moderne verweisen. Früher als Irrweg des Mediums verschrien, gilt die Kunstfotografie heute wegen ihrer großen Nähe zur Malerei als extravagantes und geschätztes Kapitel der Fotografiegeschichte. Die moderne Haltung vereint mit gestalterischer Qualität macht Kühns fotografische Aufnahmen zum Ausgangsmaterial für ein autonomes Bild.

Carl Christian Heinrich Kühn, geboren 1866 in Dresden, war eigentlich promovierter Mediziner; jedoch hinderte ihn seine Gesundheit daran, als Arzt zu praktizieren. Aus dem Familienvermögen schöpfend, das er seinem Großvater, dem Bildhauer Christian Gottlieb Kühn, verdankte, zog er nach Innsbruck und widmete sich ausschließlich der Fotografie. Er verweigerte sich dem manuellen Eingriff und Experiment am aufgenommenen Bild und strebte danach, einen malerischen Effekt einzig durch fotografische Mittel hervorzurufen. Das Edeldruckverfahren mit Öl- und Gummidrucken wurde zu einem seiner favorisierten Stilmitteln. Folge war, dass oftmals hunderte Aufnahmen von einem Motiv existieren, bis der Fotokünstler mit dem Ergebnis zufrieden war. Gemeinsam mit Hans Watzek und Hugo Henneberg gründete Kühn die Künstlergruppe „Wiener Kleeblatt“. 1944 starb er im Alter von 78 Jahren in Birgitz bei Innsbruck.

Die Ausstellung „Heinrich Kühns Kasten. Oder die Liebe eines Fotografen zum Material“ ist bis zum 21. August zu sehen. Das Museum Folkwang hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Begleitend zur Ausstellung wird im Steidl Verlag ein Katalog erscheinen.

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
D-45128 Essen

Telefon: +49 (0)201 – 88 45 000
Telefax: +49 (0)201 – 88 91 45 000


06.05.2016

Quelle: Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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Veranstaltung vom:


06.05.2016, Heinrich Kühns Kasten. Oder die Liebe eines Fotografen zum Material

Bei:


Museum Folkwang

Variabilder:

Heinrich Kühn, Dame vor dem Spiegel, um 1904
Heinrich Kühn, Dame vor dem Spiegel, um 1904

Variabilder:

Heinrich Kühn, Männlicher Akt, um 1908
Heinrich Kühn, Männlicher Akt, um 1908

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Heinrich Kühn, o.T. (Kinder Kühn), um 1907
Heinrich Kühn, o.T. (Kinder Kühn), um 1907

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Heinrich Kühn, Mary Warner mit schwarzem Hut, vor 1911
Heinrich Kühn, Mary Warner mit schwarzem Hut, vor 1911

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Heinrich Kühn, Die Wiese, 1898
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Künstler:

Heinrich Kühn








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