Gotthard Graubner in Nürnberg Das Neue Museum in Nürnberg widmet dem 2013 verstorbenen Maler Gotthard Graubner eine Ausstellung. Anhand von 30 Werken wird sein künstlerischer Werdegang zwischen 1960 bis 2000 nachgezeichnet. Die Exponate stammen aus der Sammlung Böckmann, der Stadt Nürnberg und aus der Schenkung von Marianne und Hansfried Defet an das Neue Museum.
Gotthard Graubner widmete sich in seinem Œuvre der Farbe. Bis 1962 malte der Künstler abstrakt und nutzte noch den klassischen Keilrahmen mit einer flachen Leinwand, wie es das gelbe „zeta“ von 1960 illustriert. Danach aber versteht er seine Gemälde als „Farbraumkörper“: Der Bildträger ist zwar weiterhin die Leinwand, allerdings wölbt sich diese über ein Kissen aus Synthetikwatte. Diese Arbeiten verleihen der zweidimensionalen Malerei ein Element des Dreidimensionalen, so etwa im sich plastisch hervorwölbenden „Weißen Torso“ von 1968. In monochromen Weiß gehalten, strahlt der erhabene Leib der Leinwand in einem helleren Ton hervor.
Der Kunsthistoriker Max Imdahl sprach hier von „Bild-Gebilden“, da die konkaven Formen auf der Leinwand mit der Illusion eines grenzenlosen Farbraumes verbunden werden. Der Betrachter kann sich, so der 1930 in Sachsen geborene Graubner „in diesen Farbräumen verlieren, gleichzeitig aber auch ... darin finden. Diese beiden Pole stellen einen ungeheuer wichtigen Aspekt dar. Zum Auf-sich-selbst-Beziehen gehört vielleicht auch ein Sich-selbst-Verlieren.“ Dies mag in den größeren Arbeiten leichter fallen, die ähnlich den flachen Colour-Field-Paintings von Mark Rothko das gesamte Blickfeld umspannen und damit das Eintauchen in die Welt der Farbe erleichtern. Hierzu bietet sich etwa das dynamische „torquere“ von 1984 mit seinen gelb-grünen Wirbeln an, die ein violetter Farbwind nochmals zerstreut. Weniger aufgewühlt ist das in warmen rostroten Nuancen gehaltene „Prometheisch“ aus dem Jahr 1999/2000.
Die Ausstellung „Gotthard Graubner. Chroma“ läuft bis zum 3. Oktober. Das Neue Museum Nürnberg hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 5 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 ist er kostenlos.
Neues Museum Nürnberg – Staatliches Museum für Kunst und Design
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