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Carol Bove trifft in der Galerie Koch auf ZERO

Erstmals seit 2004 stellt die Galerie Koch in Hannover die US-amerikanische Künstlerin Carol Bove im Rahmen einer Einzelausstellung in Deutschland vor. Hierbei tritt sie in einen Dialog mit hochkarätigen Vertretern der ZERO-Bewegung. Trotz inhaltlicher Differenzen ergeben sich daraus anregende Wechselbeziehungen. Bove, geboren 1971 als Tochter amerikanischer Eltern in Genf, wuchs im kalifornischen Berkeley auf und zog im Jahr 1995 zum Studium nach New York. Heute lebt sie im Stadtteil Brooklyn. 2011 gehörte sie zu den Teilnehmern an der Biennale in Venedig. 2012 war sie auf der 13. Documenta in Kassel vertreten.

Bei der Gründung von ZERO im Jahr 1958 standen die Abkehr von tradierten malerischen Ideen wie Gegenständlichkeit und Informel, die Nähe zur Geometrie, das Vordringen des Malerischen in die Dreidimensionalität sowie Spiegelungen im Fokus. Die Künstler der Bewegung beschäftigten sich dabei mit Natur- und Wahrnehmungsphänomenen. Verbunden mit den Einwirkungen gesellschaftlicher Zusammenhänge schließt sich der Kreis zu Carol Bove. Eine formale Nähe zu den ZERO-Künstlern wird bei ihren Arbeiten mit spiegelnden Oberflächen, etwa bei „Ars Moriendo“ oder der Collage „Strawberries Need Rain (After Dark Photo Collage)“ in ZERO-typischer Serialität deutlich.

Darüber hinaus karikiert und reflektiert Carol Bove in feinsinnigen, ausdrucksstarken Assemblagen Bilder von geistigen Atmosphären und Stimmungen. Auf Regalen oder Ständern montierte Gegenstände wie Bücher, Fotografien, kleinere Artefakte und Naturmaterialien bekleiden Funktionen als Inhalts- und Bedeutungsträger. Die sozialen, kulturellen, zivilgesellschaftlichen Umbrüche der 1960er und 1970er Jahre interessieren Bove dabei besonders. Mit liebevollen wie auch analytischem Blick schlägt sie den Bogen bis in die Gegenwart, wobei sie die Bedeutung des Damaligen für die Jetztzeit hinterfragt. In diesem Gefüge eröffnet die Ausstellung Verbindungslinien zu Werken von Otto Piene, Heinz Mack, Günther Uecker, Lucio Fontana, Yayoi Kusama, Dadamaino, Erwin Thorn oder Hermann Goepfert.

Die Ausstellung „Carol Bove meets Zero“ ist noch bis zum 20. Oktober zu sehen. Die Galerie Koch hat dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Galerie Koch
Königstraße 50
D-30175 Hannover

Telefon: +49 (0)511 – 34 20 06
Telefax: +49 (0)511 – 388 03 60


Infos: www.galeriekoch.de


26.09.2016

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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