Nummer 1 der Kunstwelt: Hans-Ulrich Obrist Seit heute ist es wieder soweit. Die britische Zeitschrift Art Review hat ihre Liste mit den 100 wichtigsten Personen der Kunstwelt veröffentlicht und dieses Jahr Hans-Ulrich Obrist auf Platz 1 gesetzt. Der 1968 in der Schweiz geborene Kurator, der 2009 schon einmal das „Power 100“-Ranking angeführt hat, ist seit diesem Jahr künstlerischer Leiter der Londoner Serpentine Galleries. Allerdings sage diese Position laut Art Review „sehr wenig darüber aus, was dieser Schweizer Kurator tatsächlich tut“. Sein Motto „Nicht aufhören. Wir hören niemals auf.“ gelte für Obrist auf einzigartige Weise. Er sei berühmt dafür, sich über die üblichen Beschränkungen sowohl durch Zeit – er soll nahezu unaufhörlich arbeiten und ist Gründer des berühmten Brutally Early Club, einer für alle offenen Diskussionsrunde, deren Teilnehmer sich morgens um 6:30 Uhr treffen – als auch durch die geografische Lage hinwegzusetzen. Obrist sei ständig in Bewegung, bei praktisch jeder wichtigen Kunstveranstaltung auf der Welt halte er Vorträge und gebe Interviews. Eine einzelne Institution könne wohl niemals den Raum für die ganze Bandbreite seiner Aktivitäten bieten, lobte die international besetzte Jury aus Autoren, Künstlern, Kuratoren und Kritikern.
Auf Platz 2 folgt Adam Szymczyk, der Leiter der kommenden Documenta 14, auf Platz 3 die Vorjahressieger, das Schweizer Galeristen-Paar Manuela und Iwan Wirth. In diesem Jahr finden sich zudem drei Künstler auf den vordersten zehn Plätzen. Die Deutsche Hito Steyerl, die sich mit ihrem Theorieansatz eine internationale Anhängerschaft erworben hat, steht auf Platz 7, der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans klettert von Platz 11 auf Platz 9 auf, und der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei landet auf Platz 10. Unter den höchsten Neueinsteigern auf der Übersicht finden sich Frances Morris, die neu ernannte Direktorin der Tate Modern. Sie steht gemeinsam mit Nicholas Serota, dessen Nachfolge bei der Tate sie bald antreten wird, auf Platz 5, die feministische Theoretikerin Donna Haraway auf Platz 43. Zu den Künstlern, die zum ersten Mal auf der Liste stehen, zählen der junge britische Künstler Ed Atkins (Platz 50), die indische Künstlergruppe Raqs Media Collective (Platz 86), die südafrikanische Künstlerin Zanele Muholi (Platz 95) sowie der isländische Künstler Ragnar Kjartansson (Platz 100). |