Gerhard Richter im Museum Ludwig Das Museum Ludwig gratuliert Gerhard Richter heute zum 85. Geburtstag: Am 9. Februar 1932 kam der deutsche Malerfürst in Dresden zu Welt, seit 1983 lebt er in Köln. Rita Kersting, stellvertretende Direktorin des Kölner Museums, hat dazu eine Ausstellung konzipiert, die eigene Bestände mit 26 neuen abstrakten Bildern kombiniert. Gerhard Richter malte sie alle im vergangenen Jahr und stellt sie im Museum Ludwig erstmals der Öffentlichkeit vor. Ein leuchtendes Kolorit und differenzierte Farbüberlagerungen kennzeichnen die neuen Gemälde, die meist auf Leinwand in verschiedenen Formaten gehalten sind. Mit Pinsel, Spachtel, Rakel und Messer bearbeitet Richter die in mehreren Schichten aus Ölfarbe aufgebauten Bilder. Seine Erfahrung – auch in der Einbeziehung des Zufalls in den Entstehungsprozess – führt dabei zu detailreichen und vielschichtigen Kompositionen.
Seit über 50 Jahren arbeitet Gerhard Richter an der Erneuerung der Malerei. Sein weit ausfächerndes Œuvre fasziniert durch das Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion, von Bedeutung und Banalität. Der Zweifel an der Darstellbarkeit von Realität und die Frage nach der Bedeutung des gemalten Bildes liegen seinem Schaffen zugrunde. Das machen auch die museumseigenen Kunstwerke deutlich. Während „Ema (Akt auf einer Treppe)“ von 1966 oder die „48 Portraits deutscher Geistesgrößen“ von 1971/72 in ihrer verschwommen fotorealistischen Malweise um die Abbildbarkeit des Gesehenen kreisen, überführt Richter das Thema Krieg 1981 in seinem gleichnamigen Gemälde in eine abstrakte Gestalt. Noch Schritte weiter in die formale Reduktion geht er etwa in seiner Glasarbeit „11 Scheiben“ von 2003.
Die Ausstellung „Gerhard Richter. Neue Bilder“ läuft vom 9. Februar bis zum 1. Mai. Das Museum Ludwig hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Der Katalog aus dem Verlag der Buchhandlung Walther König kostet im Museum 28 Euro, im Buchhandel 24 Euro.
Museum Ludwig
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