Verschollene Rodin-Skulptur für Millionen-Wert verkauft  |  | Highlight bei Artcurial: Auguste Rodins Marmorskulptur „Andromède“ von 1887 | |
Auguste Rodins wiederentdeckte Marmorskulptur „Andromède“ war der Star der Auktion „Impressionist & Modern Art“ bei Artcurial in Paris und erzielte 3,1 Millionen Euro. Ein europäischer Sammler konnte sich am 30. Mai gegen starke Konkurrenz von elf Bietern durchsetzen, zahlte mit Aufgeld knapp 3,7 Millionen Euro und damit mehr als den viereinhalbfachen Schätzwert für die etwa 30 Zentimeter große Arbeit. Rodins „Andromède“ existiert in fünf Exemplaren. Drei befinden sich in Museen in Paris, Buenos Aires und Philadelphia. Neben der soeben versteigerten Version ist eine weitere vor zehn Jahren in eine Privatsammlung eingegangen.
Die äthiopische Prinzessin Andromeda, laut griechischer Mythologie die Tochter des Königs Kepheus und der Kassiopeia, sollte einem Seeungeheuer geopfert werden. Der Held Perseus konnte dies verhindern und Andromeda befreien, die an einem Felsen am Meer geschmiedet war. Auguste Rodin stellt den weiblichen Akt zusammengekauert und verdreht dar. Der weiche Leib der Prinzessin, der samten aufleuchtet, scheint fest mit den Felsen verwachsen zu sein.
Die 1887 geschaffene Skulptur war seit ihrer Entstehung durchgängig in chilenisch-spanischem Familienbesitz. Auguste Rodin hatte die „Andromède“ 1888 dem chilenischen Diplomaten Carlos Morla Vicuña geschenkt. Dieser hatte bei dem Bildhauer eine Büste seiner Frau Luisa in Auftrag gegeben, die im Salon National des Beaux-Arts in Paris ausgestellt wurde. Der französische Staat wollte das Porträt erwerben, was der chilenische Diplomat erlaubte. Die Büste wird heute im Musée d’Orsay aufbewahrt. Da sich Carlos Morla Vicuña von Rodins Arbeit trennte, überließ ihm der Bildhauer zum Dank die Andromeda. |