Dietmar Steiner und Edek Bartz geehrt Gestern hat die Stadt Wien Dietmar Steiner und Edek Bartz zwei Auszeichnungen für deren bedeutendes Wirken in der österreichischen Kapitale überreicht. Steiner, ehemaliger Direktor des Architekturzentrums Wien (Az W), erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, der Musiker und Kurator Bartz das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny lobte die beiden Ordensträger: „Dietmar Steiner und Edek Bartz sind Visionäre, Wegbereiter und Spurensucher. Beide sind für das Kulturleben in dieser Stadt unverzichtbar. Ihr künstlerisches Wirken, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Umsetzung, hat diese Stadt verändert.“ Weiterhin betonte er: „Dietmar Steiner hat mit dem Az W ein Wohnzimmer für Architekturinteressierte und damit einen Ort für Diskurs, Kompetenz und Kontinuität geschaffen. Edek Bartz hat als Kurator, Musiker und DJ Wien für bis dato unbekannte und unzugängliche Musik und zeitgenössische Kunst geöffnet.“
Dietmar Steiner, 1951 in Wels in Österreich geboren, studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste zuerst bei Ernst Plischke, dann bei Gustav Peichl. Später arbeitete er an Friedrich Achleitners Archiv „Österreichische Architektur des 20. Jahrhunderts“ mit. Es folgte von 1980 bis 1982 das Amt des Generalsekretärs der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Zusätzlich lehrte Steiner bis 1989 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Ab 1989 betrieb er ein Büro für Architekturberatung und wurde mit der Gründung des Architekturzentrums 1994 zum ersten Direktor ernannt. Andrea Maria Dusl sagte in der Laudatio: „Nie habe ich Klügeres über Architektur gehört. Dietmar Steiner ist einer der höchsten Künstler, er hat bei den besten gelernt und die besten gelehrt. Es ist seine architektonische Klugheit, seine Expertise und seine Leidenschaft, Zusammenhänge zu erkennen und Linien in einem unbedeutendem Wirrwarr.“
Edek Bartz, Sohn eines polnischen Chemikers und einer Wienerin, wurde 1946 in einem Internierungslager in Karaganda in Kasachstan geboren. Er wuchs in Walbrzych in Polen auf und emigrierte mit seiner Mutter 1958 nach Wien. Der Kulturredakteur Klaus Nüchtern hob in seiner Laudatio hervor: „Edek Bartz hat Wiens Aufbruch in die Pop-Moderne begleitet und befördert – als DJ, Musiker, Konzertveranstalter, Plattenhändler, Kurator und Kulturmanager. Er vereint glaubhaft sehr unterschiedliche Eigenschaften, er ist menschenfreundlicher Zyniker und weltläufiger Provinzler.“ Bartz arbeitete in den 1960er Jahren als Produzent in der Musikagentur „Stimmen der Welt“, wo er unteranderem Bekanntschaft mit Bob Dylan, Jimi Hendrix, Carlos Santana, Frank Sinatra, Frank Zappa und den Rolling Stones machte.
In den 1970er Jahren gründete er zusammen mit Albert Misak die Bands „Sabres“ und „Geduldig und Thimann“. Aus dieser Zeit stammen auch mehrere Alben. 2015 schenkte Bartz dem populärkulturellen Archiv der Wienbibliothek im Rathaus seine Sammlung an Fotos, Flyern, Presseartikel und Plakaten zu den beiden Bands. In den beginnenden 1980er Jahren betrieb er ein Plattengeschäft und veranstaltete das Avantgarde-Musikfestival „Töne – Gegentöne“ im Rahmen der Wiener Festwochen. Als künstlerischer Leiter der Viennafair organisierte er von 2005 bis 2009 die zeitgenössische Wiener Kunstmesse. Derzeit ist der Kulturmanager als Lektor an der Universität für angewandte Kunst tätig und kuratiert seit mehreren Jahren deren Jahresausstellung „The essence…“. |