Bâloise-Kunstpreis vergeben Suki Seokyeong Kang und Lawrence Abu Hamdan haben den 20. Bâloise-Kunstpreis erhalten. Damit wurden ihre Arbeiten im Sektor „Art Statements“ der Art Basel ausgezeichnet. Die Künstler dürfen sich je über 30.000 Schweizer Franken freuen. Zudem erwirbt die Baseler Versicherungsgruppe Bâloise ihre und schenkt sie der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin und dem MUDAM in Luxemburg. Suki Seokyeong Kang, 1977 in Seoul geboren, kombiniert abstrakte filigrane Skulpturen zu einer Installation, die mit Materialien wie Metall und Wolle ebenso spielt wie auch mit Form und Farbe. Die Basis für das Werk bildet das traditionelle koreanische Notationssystem „Jeongganbo“. In diesem Notensystem folgen rechteckige Zellen einem bestimmten Raster, das mit Regeln über Tonhöhe und Länge von Klängen versehen ist.
In ihren Arbeiten türmt die Koreanerin die meist ovalen und partiell mit horizontalen schlanken Balken versehenen Formen übereinander. Hierbei schafft Suki Seokyeong Kang bei einigen der geometrischen Arbeiten durch Verschränkung und angewinkelte Addition einen labilen Eindruck. Andere kleinere Skulpturen, die auf die Staffelung verzichten, vermitteln hingegen Stabilität. Die Jury erklärt: „Interessant ist dabei, wie die Künstlerin, mittels eines Rhythmus-Verständnisses, das Zusammenspiel zwischen ihren Arbeiten und der Bewegung der Zuschauer im Raum untersucht und damit eine körperliche Annäherung provoziert.“ Suki Seokyeong Kang studierte Malerei an der Ewha Womans University in Seoul und später am Royal College of Art in London. Neben Ausstellungen in Galerien und Museen in Seoul waren ihre Werke unter anderem in der Villa Vassilieff in Paris sowie dem Institute of Contemporary Art in London zu sehen.
Der 1985 in der jordanischen Hauptstadt Amman geborene Lawrence Abu Hamdan überzeugte die internationale Jury mit seiner Video- und Soundinstallation „The Shouting Valley“. Thema ist die Überschreitung der Grenze zwischen Syrien und Israel in den Golan-Höhen am 15. Mai 2011 durch Palästinenser. Zu hören ist das akustische Phänomen der wandernden, sich verstärkenden Stimmen, die sich der Topografie des Tals verdankt und der Arbeit ihren Titel gab. „Die Montage von vorgefundenen Handyfilmen und Audioaufnahmen, wie sie in den Medien üblicherweise verwendet werden, um Augenzeugenberichte zu begleiten, erzeugt hier eine Nervosität und Verunsicherung, die sich auf den Betrachter überträgt. In der Arbeit überlagern sich die topografische Situation, die politisch bedingte Grenzziehung und die konkrete Grenzverletzung in faszinierender Weise. Der Sound ist das verbindende Element, das wesentlich zur Eindringlichkeit der Arbeit beiträgt“, so die Begründung der Jury.
Lawrence Abu Hamdan lebt und arbeitet in Berlin und Beirut. Seine Arbeiten befassen sich nach eigener Aussage mit der „Politik des Hörens“. Lawrence Abu Hamdans Audio-Untersuchungen dienten auch als Beweismaterial beim britischen Asylum and Immigration Tribunal. Er stellte bisher etwa im Frankfurter Portikus, der Kunsthalle St. Gallen oder dem Hammer Museum in Los Angeles aus. 2016 erhielt er den Düsseldorfer Nam June Paik Award , 2017 wurde er für seine Ton-Forschungen der „Forensic Architecture“ am Londoner Goldsmiths College promoviert. |