Rosa-Schapire-Kunstpreis für Natalia LL Natalia LL erhält den diesjährigen Rosa-Schapire-Kunstpreis der Freunde der Hamburger Kunsthalle. Mit 20.000 Euro dotiert, gehört er zu einer der bedeutenden Auszeichnungen für Künstler und Künstlerinnen der Gegenwart in Deutschland. Als Jurorin wurde Agnieszka Morawinska, die langjährige Direktorin des Warschauer Nationalmuseums, durch den Kunsthallen-Direktor Christoph Martin Vogtherr bestimmt. Der Preis erinnert an die große Vorkämpferin für die zeitgenössische Moderne, Rosa Schapire, und wurde 2016 erstmals vergeben. Mit Natalia LL sei es ein weiteres Mal gelungen, „eine höchst eigenwillige Künstlerpersönlichkeit zu ehren“, sagte Ekkehard Nümann, Vorsitzender der Freunde der Kunsthalle.
Natalia Lach-Lachowicz, 1937 in Schlesien geboren, ist eine der ersten feministischen Künstlerinnen Europas. Von 1957 bis 1963 studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Breslau. 1970 gründete die Künstlerin die Galerie Permafo und wurde zu einer der zentralen Figuren der Breslauer Konzeptkunst. Seit Mitte der 1970er Jahre engagiert sich Natalia LL im Bereich der international feministischen Kunstbewegung. Ihr konsumkritisches Schaffen wurde in ihrem Heimatland kontrovers betrachtet und auch zensiert. Mittlerweile finden ihre Arbeiten mit ihrer historischen und aktuellen Bedeutung international Anerkennung. Die Polin arbeitet in den Bereichen Fotografie, Video- und Konzeptkunst, aber auch Zeichnungen gehören zu ihrem Œuvre. Eine ihrer bekanntesten Werke ist die Foto- und Videoserie „Consumer Art“ aus den 1970er Jahren. Auf einigen Fotos dieser Serie sieht man die Künstlerin teils lasziv an Würsten, Bananen oder ihren Fingern lutschen oder kauen. Seit 14 Jahren ist Natalia LL als Dozentin an der Hochschule für Bildende Künste in Posen tätig. |