Freiheit: Die Kunst der Novembergruppe in Berlin  |  | Fritz Stuckenberg, Schwüle, um 1919 | |
Anlässlich des 100. Jahrestags der Novemberrevolution von 1918 in Deutschland zeigt die Berlinische Galerie von heute an die Kunst der sogenannten „Novembergruppe“. Die Kuratoren Janina Nentwig und Ralf Burmeister präsentieren in der Schau „Freiheit“ 119 Werke dieser im Revolutionsjahr gegründeten Berliner Künstlervereinigung. Die Novembergruppe wurde zu einer Plattform für Freiheit, Demokratie und Vielfalt und entwickelte sich rasch zum starken, innovativen Spieler in der Kunstwelt und auf dem Gesellschaftsparkett der Weimarer Republik. Offen für alle Stilrichtungen, vom Kubismus, Futurismus und Expressionismus über Dada bis hin zu Abstraktion und Neuer Sachlichkeit, forderte sie die Sehgewohnheiten des Publikums heraus.
Die Vereinigung brachte eine große Zahl von Mitgliedern unter ihrem Dach zusammen. Daher ist es schwer, sie im Gesamten zu fassen. Vertreten sind dort Stars der Avantgarde wie Rudolf Belling, Otto Dix, Walter Gropius, George Grosz, Hannah Höch, Paul Klee, El Lissitzky, Erich Mendelsohn, Piet Mondrian, Hermann Max Pechstein oder Kurt Schwitters. Daneben ermöglicht die Ausstellung nun auch die Neu- oder Wiederentdeckung weiterer Künstler, darunter Ines Wetzel, Max Dungert, Paul Goesch, Issai Kulvianski, Emy Roeder, Oswald Herzog oder Georg Tappert. Nicht ein gemeinsamer Stil oder das Arbeiten in der selben Gattung verband sie miteinander, sondern ihre Offenheit in allen Dingen und ihr Bekenntnis zu einer mutigen Moderne.
In den einzelnen Sektionen der Präsentation haben die Kuratoren thematische Werkgruppen, wie die Dadaisten oder die Architekten, gebündelt. Als übergeordnete Klammer dient die Geschichte des Vereins. Dank einer liberalen Kunstförderung konnten die Mitglieder direkt nach der Gründung regelmäßig an der Großen Berliner Kunstausstellung teilnehmen und erhielten dadurch die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums. Nach dem Ersten Weltkrieg sah der junge Staat die Novembergruppe als Aushängeschild des angestrebten politischen und kulturellen Neubeginns. Es folgten produktive Jahre mit zahlreichen Ausstellungen, Publikationen, Konzerten und Veranstaltungen, die die Kuratoren in Berlin anhand von Dokumenten und Fotografien Revue passieren lassen. Ab 1930 geriet der Verein unter zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Druck und wurde schließlich 1935 aufgelöst.
Die Ausstellung „Freiheit. Die Kunst der Novembergruppe 1918 bis 1935“ läuft vom 9. November bis zum 11. März 2019. Geöffnet ist die Berlinische Galerie täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr. Am 24. und 31. Dezember bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 34,80 Euro, im Buchhandel ist er für 48 Euro erhältlich.
Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
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