Turner Prize für Charlotte Prodger  |  | Charlotte Prodger hat den Turner Prize 2018 gewonnen | |
Der Turner Prize für zeitgenössische Kunst geht in diesem Jahr an Charlotte Prodger. Die 44jährige Schottin kam dank ihrer Ausstellung „Bridgit/Stoneymollan Trail“ in der Bergen Kunsthall auf die Liste der Nominierten. Die Künstlerin konnte sich mit ihren Videoinstallationen, in denen sie sich mit queerer Identitätszuordnungen befasst und die sie mit der Kamera eines Smartphone gedreht hat, gegen Naeem Mohaiemen, Luke Willis Thompson und das Kollektiv Forensic Architecture durchsetzen und die renommierte britische Auszeichnung mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Pfund ergattern. Die Werke aller Nominierten sind noch bis zum 6. Januar 2019 in der Tate Britain in London zu sehen.
Prodgers Arbeit zeuge vom tiefgründigsten Gebrauch eines so einfachen Gerätes wie der iPhone-Kamera, den die Kunst bisher gesehen habe, lobte der Vorsitzende der Jury und Direktor der Tate Britain, Alex Farquharson. Mit ihrem Werk erforsche Prodger Themen rund um „Queer-Identität, Landschaft, Sprache, Technologie und Zeit“. „Bridgit“, ein teilweise autobiografischer Film, beschäftigt sich unter anderem mit dem Wesen von Menschen, die sich als queer bezeichnen. Ein Jahr lang filmte Prodger dafür die schottische Landschaft und ihre Wohnung und legte darüber Soundeffekte aus ihrer Umgebung. In dem Video tauchen die Künstlerin und Freunde von ihr als Erzähler auf, die aus Romanen von Autoren der LGBT-Szene vorlesen.
Die 1974 geborene Charlotte Prodger studierte am Goldsmiths College der University of London und der Glasgow School of Art. Neben Videos arbeitet sie auch mit Texten, Skulpturen und Soundinstallationen und kombiniert diese Medien oft miteinander. Verschiedene Ausstellungen führten sie nach New York, London, Graz, Glasgow oder Bristol. Im kommenden Jahr wird Prodger den schottischen Pavillon der Venedig-Biennale bespielen.
Der nach dem britischen Künstler Joseph Mallord William Turner benannte Turner Prize zählt zu den bekanntesten Auszeichnungen für bildende Kunst und wird jährlich an einen britischen oder seit längerer Zeit in Großbritannien lebenden Künstler unter 50 Jahren vergeben, der mit einer vorherigen Ausstellung einen besonderen Beitrag zur Weiterentwicklung der zeitgenössischen bildenden Kunst geleistet hat. Der erstmals 1984 verliehene Preis ist mit insgesamt 40.000 Pfund dotiert. Letzte Preisträger waren Helen Marten (2016), die Künstlergruppe Assemble (2015) und Duncan Campbell (2014). Im vergangenen Jahr erhielt Lubaina Himid als erste schwarze Künstlerin den Turner Prize. |